VDI Ostwestfalen-Lippe Bezirksverein e.V.
Auszeichnung OWL Ingenieurin des Jahres 2010
Bielefeld, 22.03.2010 Im Rahmen der Mitgliederversammlung des VDI OWL e.V. in der IHK in Bielefeld wurde gestern die OWL Ingenieurin des Jahres 2010 ausgezeichnet. Die Preisträgerin Frau Marlies Gerstkämper-Oevermann ist Ingenieurin der Elektrotechnik, lebt in Hüllhorst bei Minden und ist als Ingenieurin tätig beim Unternehmen Phoenix Contact in Blomberg. Die zahlreichen Bewerbungen von hochqualifizierten und engagierten Ingenieurinnen in OWL hat die Jury beeindruckt und bestätigt, diesen Preis auszuloben.
Hintergrund und Ziel der Ausschreibung: Trotz der steigenden Zahl weiblicher Studierender in den Ingenieurswissenschaften sind Frauen in diesem Berufsfeld nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Eine der Ursachen für die nachrangige Wahl des Ingenieurberufs von jungen Frauen ist die fehlende Präsenz von Vorbildern. Mit dem Preis „OWL-Ingenieurin des Jahres“ möchte der Arbeitskreis Frauen im Ingenieurberuf des VDI OWL e.V. Ingenieurinnen in die Öffentlichkeit bringen und auf diese Weise weibliche Vorbilder für den Ingenieurberuf aufzeigen. Die Schirmherrin des Preises ist Frau Prof. Dr. Rennen–Allhoff, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld, die auch die Laudatio auf die Preisträgerin hielt.
Die Preisträgerin Marlies Gerstkämper-Oevermann steht durch ihr Engagement für eine stärkere Beteiligung von Frauen in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufen. Ihre Biografie zeigt eine hohe Veränderungsfähigkeit. Nach einem Studium der Sozialpädagogik, einer Familienzeit mit drei Kindern und der Einbindung in das Familienunternehmen entschließt sie sich mit 36 Jahren zu einem Studium der Elektrotechnik als eine persönliche und berufliche Neu- und Weiterentwicklung und schließt das Studium in kurzer Zeit mit „sehr gut“ ab. Durch ihr persönliches Engagement im Rahmen des Aufbaus einer Kindertagesstätte hat sie Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen. Sie ist als Ingenieurin Vorbild in der Öffentlichkeit und macht jungen Schülerinnen Mut, einen technischen Beruf zu ergreifen. Hier steht sie gern als Referentin in verschiedenen Foren zu Verfügung. Sie berücksichtigt in ihrem Beruf im Produktmarketing für die Nutzung von energieeffizienten Systemen den Zusammenhang von ökologischen und ökonomischen Systemen und deren Wirkung. Dabei arbeitet Sie als Ingenieurin eng mit der Entwicklung zusammen: Sie initiiert die Entwicklung und vermarktet Signalkonverter, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet sind und in industriellen Schaltschränken installiert werden. Marlies Gerstkämper-Oevermann ist eine Ingenieurin, die ihren Weg geht und durch ihre Persönlichkeit und Biografie sehr gut in die Kategorie „Hidden Champion“ passt. Die Auszeichnung „INGe - OWL Ingenieurin des Jahres 2010“ – eine massive Plastik - wurde ihr von beiden Vorsitzenden des VDI OWL Klaus Meyer und Prof. Dr.-Ing. Eva Schwenzfeier-Hellkamp überreicht. Mit der Auszeichnung verbunden war ein Preisgeld von 1000,-- €. Das Geld wurde vom VDI Landesver-band NRW gestiftet.
Foto 1) Freuen sich gemeinsam mit der Gewinnerin Marlies Gerstkämper-Oevermann (dritte v. rechts): Johannes J. Firsbach, VDI Landesverband NRW, Klaus Meyer, Vorsitzender VDI OWL, Prof. Schwenzfeier-Hellkamp, stellv. Vorsitzende, die Preisträgerin, Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff, Präsidentin der FH Bielefeld, VDI Direktor Dr.-Ing. Willi Fuchs (v. links)
Foto 2) Die Gewinnerin Marlies Gerstkämper-Oevermann (Mitte) hält die Skulptur „INGe – OWL Ingenieurin des Jahres“ hoch. Links die stellv. Vorsitzende des VDI OWL Prof. Schwenzfeier-Hellkamp und der Vorsitzende Klaus Meyer, die den Preis berreichten.
Foto 3) Die Preisträgerin mit der Jury: Prof. Dr.-Ing. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Klaus Luetkemeier, Marlies Gerstkämper-Oevermann, Heike Wulf und Silke Behrens (v. links)
alle Fotos: Christian Weische
Folgende Punkte wurden bei der Bewertung berücksichtigt
GLEICHSTELLUNG
Sie beteiligt sich aktiv an der Gestaltung einer modernen Arbeitswelt, in der Frauen und Männer ihren Fähigkeiten und Interessen gemäß und ausschließlich anhand ihrer beruflichen Qualifikationen gleichberechtigt und auf allen Hierarchieebenen wirken. Dies gilt in besonderem Maß für eine stärkere Beteiligung von Frauen in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufen sowie für den Einsatz von Frauen auf allen Führungsebenen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF
Sie setzt sich dafür ein, dass Ingenieurinnen und Ingenieure nicht mehr vor die Entscheidung zwischen Beruf, Karriere und Familie gestellt werden. Sie trägt zu einem Perspektivenwechsel in der Familienpolitik von Unternehmen bei, Frauen nicht mehr länger als diejenigen zu verstehen, die primär für Erziehung und Familienorganisation zuständig sind, sondern die sich verändernde Rolle von Männern und Frauen in Beruf und Familie stärker in ihrer Personalentwicklung zu berücksichtigen.
BEGEISTERUNG JUNGER MENSCHEN FÜR DEN INGENIEURBERUF
Sie ist als Ingenieurin Vorbild in der Öffentlichkeit und setzt sich dafür ein, dass mehr Schülerinnen und Schülern den Zugang zu technischen Berufen finden. Sie begeistert vielseitig interessierte junge Frauen und Männer für die Technik, die sich in der Zukunft zunehmend mit Lösungen für gesellschaftliche und ökologische Probleme befassen wird.
NACHHALTIGKEIT
Sie berücksichtigt in ihrem Handeln den Zusammenhang von ökologischen und ökonomischen Systemen und deren Wirkung. Sie trägt mit ihrer fachlichen und beruflichen Kompetenz zur Weiterentwicklung einer verantwortungsvollen Technik bei im Sinne des Schaffens eines lebenswerteren Lebensraums für alle Bevölkerungsgruppen.
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