Baden Baden Spezial 2008
Nach der erfolgreichen diesjährigen Veranstaltung mit über 300 Fahrzeugelektronik-Experten haben wir hier einige Kernthemen und Eindrücke für Sie zusammengestellt:
Aufrechterhaltung der Mobilität
Professor Ulrich Seiffert, WiTech Engineering, hielt den einleitenden Plenarvortrag „Aufrechterhaltung der Mobilität“. Zunächst zeigte das langjährige Volkswagen-Vorstandsmitglied auf, warum die für die Herstellung und den Betrieb notwendige Energie auf Basis des Rohstoffs Erdöl deutlich reduziert werden muss. In diesem Zusammenhang analysierte er anschließend otto- und dieselmotorische Antriebe, Hybridisierung, Elektrotraktion sowie die Brennstoffzelle. Nach Seifferts These trage die Hauptlast zur Energiereduzierung der Antriebstrang. Ebenso kam er zum Fazit, dass Hybridantriebe gerade bei großen und schweren Fahrzeugen unabdingbar sind. „Hybridisierung heißt in jeden Bereich eingreifen – es bleibt nichts, wie es war“, verdeutlichte Seiffert. In punkto Elektroantrieb setzte Seiffert auf den Hoffnungsträger Lithium-Ionen Batterie. Er hält eine sprunghafte Veränderung allerdings für unwahrscheinlich. Weitere massive Optimierungen der Standardantriebe seien daher unumgänglich.
Zukunft der Antriebselektronik
Die Zukunft der Antriebselektronik schilderte Oliver Vollrath von Daimler in einen weiteren Plenarvortrag und stellte dabei die Herausforderungen, Technologien, Trends und Lösungen von Mercedes-Benz vor. Er präsentierte die Antriebselektronikprodukte, deren Wirksamkeit auf den Verbrauch sowie eine Auswahl von Technologien. Als Trends machte Vollrath unter anderem neue Bussysteme mit höherer Performance und mehr Systemvernetzung aus. Zudem werde die digitale Signalverarbeitung zum Standard werden. Elektrische Fahrantriebe sieht Vollrath ebenfalls kommen: als Hybride, Plug-Ins bis hin zum E-Fahrzeug und Brennstoffzellenauto. Realisiert werde laut Vollrath auch die Weiterentwicklung von der Antriebsteuerung zur Antriebsregelung. „Danach kann mit Sicherheit von weiteren Technologieentwicklungen ausgegangen werden, bei denen das Themenfeld der Antriebselektronik eine noch bedeutendere Rolle spielen wird“, erklärte er.
Alternative Antriebe
Den Abschlussvortrag hielt Dr. Gert Hinsenkamp von Daimler über alternative Antriebe zur Sicherung nachhaltiger individueller Mobilität. In seinem Vortrag führte Hinsenkamp verschiedene Strategien zur Energieeinsparung auf. Bei Hybriden sieht er die größten Einsparungen im Stadtgebiet, aufgrund der vielen Brems- und Beschleunigungssituationen. In der Kombination der Vorteile von Diesel- und Otto-Motor liegt laut Hinsenkamp ebenfalls noch großes Potenzial. Zudem schilderte er Erfahrungen mit dem Smart-Eletro-Drive. Testweise sind aktuell 100 Autos in London im Einsatz. Neben der Energieeinsparung haben die Autos noch eine weiteren Vorteil: Sie sind von der City-Maut befreit – pro Jahr rund 1.000 Euro.
16 Fachvorträge und 30 Unternehmen auf der Fachausstellung
Neben den Plenarvorträgen regten 16 Fachvorträge unterteilt in die Sektionen Antrieb, Speicherung, Energiemanagement, Aggregate und Bordnetz die Diskussion unter den Experten an. Neue Erkenntnisse wurden dabei unter anderem aus den Unternehmen Porsche, MAN Nutzfahrzeuge, Magna Steyer Fahrzeugtechnik, Continental, Robert Bosch, Hella und dem Ford Forschungszentrum Aachen vorgestellt. Begleitet wurde die Tagung von einer Fachausstellung, auf der über 30 Unternehmen aus der Branche innovative und zukunftsweisende Produkte, Lösungen und Dienstleistungen präsentierten.
Für das Jahrbuch der VDI-FVT 2009 führte Dr. Manfred Kurz für die ATZ ein Interview mit dem Tagungsleiter der Baden-Baden-Spezial, Dr. Wolfgang Runge. Das vollständige Interview lesen Sie hier.


