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VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (VDI-GPP)

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Neuausrichtung der VDI-Fachgesellschaften

Die VDI-Gesellschaft Entwicklung Konstruktion Vertrieb (VDI-EKV), die VDI-Gesellschaft Systementwicklung und Projektgestaltung (GSP) und das VDI-Kompetenzfeld Informationstechnik sind zu der neuen VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (VDI-GPP) verschmolzen. Die fachlichen Aktivitäten der VDI-GPP gliedern sich in acht Fachbereiche, denen die einzelnen Fach- und Arbeitsausschüsse zugeordnet sind.

 

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English Version

 

Die wesentliche Aufgabe von Ingenieuren ist die Gestaltung von Produkten oder Prozessen. Entsprechend richtet sich das Angebot der VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung grundsätzlich an alle Ingenieure, unabhängig von ihrer Tätigkeit oder ihrer Branche. Inhaltliche Themenschwerpunkte bilden die folgenden Fachbereiche:


Innerhalb dieser Fachbereiche werden zur Weiterentwicklung und Diskussion aktueller Ingenieurthemen Fachausschüsse gebildet, Die Arbeit in diesen Gremien erfolgt stets auf ehrenamtlicher Basis unter Beteiligung von Experten aus dem jeweiligen Themengebiet. Bei der Besetzung wird darauf geachtet, dass alle relevanten Interessensgruppen (z.B. Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung, Behörden) vertreten sind und ihre Expertise einbringen können. Die Ergebnisse der Gremienarbeit werden regelmäßig im Rahmen von Expertenforen und Fachtagungen vorgestellt und/oder als VDI-Richtlinie und Fachpublikation veröffentlicht.
  

Fachbereich Informationstechnik

Der Einfluss der Informationstechnik auf alle Bereiche der Technik, Wirtschaft und Gesellschaft führt heute zu völlig neuen Anforderungen im Ingenieurberuf. Der Fachbereich Informationstechnik widmet sich daher diesem Themenfeld in einer interdisziplinären, querschnittsorientierten Vorgehensweise. Betrachtet wird insbesondere die anwendungsnahe Informationstechnik. In diesem Fachbereich gibt es derzeit fünf Fachausschüsse, die sich mit den Themen Wissensmanagement, Elektronische Kollaboration, Informationsverarbeitung in der Produktentwicklung, MES-Manufacturing Execution Systems und mit dem Thema "IT und Umwelt" beschäftigen. Schwerpunkt der Arbeit ist die Bündelung der informationtechnischen Themenvielfalt und der Etablierung neuer IT-Themen. Ingenieure werden "up-to-date" gehalten. Die Einsatzgebiete der Informationstechnik werden einer Fachöffentlichkeit zeit- und anwendungsnah vorgestellt.
  

Fachbereich Technischer Vertrieb und Produktmanagement

Die Entwicklung von Produkten ist kein Selbstzweck. Zur Ingenieurskunst im Unternehmen gehört es auch, Produkte im Hinblick auf Kundenbedürfnisse zu entwickeln und zu fertigen, sie den Kunden kompetent zu erklären und mit Erfolg verkaufen zu können. Die Erwartungen der Kunden ändern sich ständig. Ingenieure müssen sich flexibel auf neue Anforderungen - etwa die Tendenz zur Koppelung von Produkten mit Dienstleistungen - einstellen. 
Der Ingenieur im Vertrieb ist an der Schnittstelle von Markt und Technik tätig. Die marktwirtschaftliche Ausrichtung dieser Ingenieurtätigkeit erfordert neben exzellenten technischen Kenntnissen unter anderem Handlungskompetenzen in Marketing, Produktplanung, Management von Kundenbeziehungen, Vertriebssteuerung, Angebotsbearbeitung und Verkaufstechnik zur Sicherung des Absatzerfolges und der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in dynamischen und globalisierten Märkten. Damit der Ingenieur an dieser Schnittstelle erfolgreich tätig sein kann, bietet ihm der Fachbereich "Technischer Vertrieb und Produktmanagement" mit Seminaren, Lehrgängen, Tagungen und VDI-Richtlinien Hilfestellung für seine Aufgaben und seine Karriereentwicklung im Vertrieb oder in anderen kundennahen Bereichen. Unterstützt wird der VDI dabei von Vertriebsexperten in verschiedenen Fachausschüssen, die sich insbesondere mit den Themenfeldern Strategischer Vertrieb, Operativer Vertrieb, Vertriebsmanagement, After-Sales-Service, Technische Dokumentation und Vertriebsausbildung beschäftigen.
  

Fachbereich Value Management und Wertanalyse

Unternehmen, Dienstleister, Institutionen und Administrationen werden fortwährend durch innovative Weiterentwicklungen, aber auch durch konkurrierende Angebote oder sich ändernde Kundenbedürfnisse gefordert. Von allen Mitgliedern dieser Organisation wird ein hohes Maß an situativer Kompetenz und an fachlichem Wissen erwartet.
Die schon seit Jahren in der Praxis bewährten Wirksysteme Wertanalyse und Value Management stellen die hierzu benötigten Methoden, Instrumentarien und Hilfen zum Ablauf eines Projektes zur Verfügung. Charakterisierend ist das ganzheitliche Berücksichtigen von "Methodischem Vorgehen", "Menschliche Verhaltensweisen" und "Management" im jeweiligen Umfeld. 
Der Fachbereich Wertanalyse im VDI ist seit 1967 die führende Organisation für die Anwendung, Betreuung und Weiterentwicklung von Wertanalyse/Value Management im deutschsprachigen Raum.
  

Fachbereich Projekt- und Prozessmanagement

Planung, Umsetzung und Steuerung sind die Voraussetzung für den Erfolg aller Maßnahmen in Unternehmen. Ob bei Investitionsmaßnahmen, Reorganisationen, Produktentwicklungen oder Marketingmaßnahmen - Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen, Bereichen und sogar Firmen erreichen im Team die besten Ergebnisse. Voraussetzung ist die strukturierte Vorgehensweise in Planung, Durchführung und Steuerung mit den Methoden des Projekt- und Prozessmanagements. Die Zusammenhänge, die Erfolgsfaktoren und die Risiken zu erkennen und abzuwägen, sind genauso wichtig wie die sorgfältige Gliederung der Projektelemente und die Führung der Mitarbeiter, die am Projekt beteiligt sind. Der Fachbereich Projekt- und Prozessmanagement widmet sich der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Methodik und der Qualifizierung der Mitarbeiter, die mit diesen Aufgaben betraut sind.
  

Fachbereich Zuverlässigkeit

Die Entwicklung und Sicherstellung von zuverlässigen Produkten erfolgt heute unter Randbedingungen, die sich zunehmend verschärfen: höhere Komplexität, größere Funktionalität, steigende Produkthaftung, gestiegene Kundenanforderungen, verringerte Entwicklungskosten, kürzere Entwicklungszeiten und Minimierung der Fehlerkosten. Im internationalen Wettbewerb ist eine hohe Zuverlässigkeit neben geringen Produktkosten ein entscheidendes Verkaufsargument. Aussagen zu Zuverlässigkeitskenngrößen sind heute unerlässlich.
Die geforderte hohe Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit und Sicherheit (RAMS - Reliability, Availability, Maintainability, Safety) wird nicht mehr allein auf klassischem Wege über ausgereifte Konstruktionen und Verfahren sichergestellt, sondern ist nur mit der Anwendung spezieller analytischer Zuverlässigkeitsmethoden zu erfüllen. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Methoden angewandt. Die Weiterentwicklung der Methoden zur Analyse, Bewertung und Prognose der Zuverlässigkeit ist die Hauptaufgabe des Fachbereichs Zuverlässigkeit.
  

Fachbereich Schwingungstechnik

Mechanische Schwingungen an Maschinen, Anlagen, Gebäuden oder Fahrzeugen führen zu vorzeitiger Abnutzung und Materialermüdung und erhöhen den Energieverbrauch. Die Einwirkung auf den menschlichen Organismus erzeugt gesundheitliche Schäden. Der Fachbereich Schwingungstechnik befasst sich unter anderem mit der Messung von Schwingungen und der Bewertung von Messergebnissen. Es werden Methoden entwickelt, um gemessene Schwingungen zu analysieren und zu deuten. Zunehmend von Bedeutung sind dabei mechatronische Verfahren, die Sensorinformationen erfassen und das System über das Ansteuern von Aktoren beeinflussen. Auf der Grundlage einer genauen Diagnose lassen sich dann Lösungen entwickeln für die oft sehr komplexen Probleme bei der Beseitigung unerwünschter Schwingungen.  
Die Arbeitsfelder des Fachbereichs sind Schwingungsmesstechnik, Prüfeinrichtungen für Schwingungen, Schwingungsminderung mittels Werkstoff- und Bauteildämpfung, Schwingungstilger, Schwingungsisolation, schwingungsarmes Konstruieren, Messung, Interpretation und Beurteilung von Schwingungen und Körperschall, Beurteilung von Einwirkungen auf den Menschen.
  

Fachbereich Produktentwicklung und Mechatronik

Um am Markt Erfolg zu haben, muss ein Unternehmen nicht nur hervorragende technische Produkte anbieten, sondern auch wirtschaftliche Prinzipien bei der Konstruktion im Auge behalten. Eine effiziente Gesamtleistung entsteht im Zusammenspiel aller Faktoren: das Prozessmanagement koordiniert die Konstruktions- sowie die Termin- und Kapazitätsplanung, die Qualitätssicherung und die wirtschaftlichen Entscheidungen.  
Ein Aspekt, der zunehmend in den Vordergrund tritt, ist die Nachhaltigkeit eines Produkts. Langfristig werden nur noch nachhaltig konstruierte Produkte erfolgreich zu vermarkten sein. Die Weiterentwicklung der Einzelelemente wie Schraubenverbindungen und Dichtverbindungen und die Verfeinerung der Berechnungsmethoden sind notwendige Aufgabenschwerpunkte für die Zukunft. Bei der Produktentwicklung wird das Denken in Systemen neue Lösungsansätze bringen.  
Im Rahmen des Fachbereichs Produktentwicklung und Mechatronik beschäftigt sich der VDI mit Maschinensystemen, mechatronischen Systemen, Entwicklungs-/ Konstruktionsmethodik, Technologiemanagement sowie der Informationsverarbeitung in der Konstruktion.
  

Fachbereich Getriebe und Maschinenelemente

Getriebe übertragen und wandeln Leistung. Die Effizienz von industriellen Anlagen oder von Fahrzeugen hängt zu einem großen Teil von Getriebekonstruktionen ab, die diese Leistungswandlung intelligent steuern und regeln. Ob die Leistungsübertragung in Fahrzeugen, Kraftwerken oder Windkraftanlagen, ob die Gestaltung der Bewegungsabläufe in der Handhabungs- und Montagetechnik, oder die Steuerung der Funktionsabläufe für Verpackungsanlagen, sie alle sind ohne Getriebe nicht denkbar. 
Entwicklung und Produktion von Getrieben beginnt bei der Konzeptauswahl zwischen den verschiedenen Möglichkeiten der Leistungsübertragung, zum Beispiel gleichförmig übersetzende Zahnrad- und Umschlingungsgetrieben oder ungleichförmig übersetzende Gelenkgetriebe und deren Regelung. Dimensionierung, Werkstoffauswahl und Schmier- und Betriebsstoffe sind auf eine wirtschaftliche Produktion und auf eine effiziente Nutzung abzustimmen. Durch neue Entwicklungen im Bereich der Sensoren und Aktoren lassen sich Getriebe hinsichtlich neuer Funktionen und längerer Gebrauchsdauer weiter optimieren. Durch die starke Integration mechanischer, hydraulischer und elektrischer/elektronischer Komponenten entstehen mechatronische Systeme mit weiter gesteigertem Kundennutzen. 
Die stetige Weiterentwicklung aller Maschinenelemente sowie die Verfeinerung der Methoden zu deren Berechnung und Normung sind wichtige Voraussetzung zur Entwicklung wettbewerbsfähiger Getriebe und Anlagen. 
Der Fachbereich Getriebe und Maschinenelemente beschäftigt sich insbesondere mit Antrieben, Bewegungstechnik, Lagern, Gelenken, Führungen, mechatronischen Komponenten, Motion Control, Schraubenverbindungen, Wellenkupplungen, Getriebedynamik, ungleichförmig übersetzenden Getrieben, Umschlingungsgetrieben, gleichförmig übersetzenden Getrieben und Zahnrädern.