VDI Beruf und Gesellschaft
Bereich Technikgeschichte
Vorsitzender: | Prof. Dr. Helmut Maier |
Ansprechpartner: | Michael Kussmann |
Ingenieure blicken üblicherweise in die Zukunft. Weshalb dann Technikgeschichte? Für Ingenieure wie für alle Berufsträger ist es außerordentlich wichtig, ihr Fachgebiet einmal von außen zu betrachten. Die retrospektive Betrachtung ingenieurmäßigen Tuns gibt ein verbesserte Sicherheit bei der Beurteilung von Innovationsprozessen.
Der „Blick zurück“ schärft den Blick für die Chancen und Möglichkeiten von Innovationen, für die Abschätzung von Technikfolgen und für die Bewertung von gesellschaftlichen, kulturellen und ökologischen Implikationen innovativer Technikentwicklung und -nutzung. Historisches Bewusstsein ist damit eine wichtige Grundlage für politisches Bewusstsein, verantwortliches Handeln und fruchtbare Zukunftsentwürfe.
Dies deutlich zu machen und zu unterstützen, ist die Aufgabe des VDI. Dazu werden zwei Wege beschritten.
Technikgeschichtliche Jahrestagungen
Die Technikgeschichtlichen Jahrestagungen im Frühjahr eines jeden Jahres wenden sich gleichermaßen an technikgeschichtlich interessierte Ingenieure und Technikhistoriker.
Die Technikgeschichtliche Jahrestagung am 18. und 19. Februar 2010 in Düsseldorf steht unter dem Thema "Forschung tut Not - Technik und Innovation in der Weltwirtschaftskrise 1929 - 1933."
Folgende Themen sind seit 2006 zur Diskussion gestellt worden:
2009 | Flotte, Funk und Fliegen - Leittechnologien der Wilhelminischen Epoche |
2008 | Sport und Technik |
2007 | Medizintechnik - mehr als Apparatemedizin |
2006 | 6000 Jahre Ingenieurarbeit - Naturbeherrschung und Weltgestaltung |
Zeitschrift Technikgeschichte
Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Technikgeschichte stellt seit über 70 Jahren die gesamte Geschichte der Technik in ihren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen dar. Sie wendet sich nicht nur an Technikforscher und Historiker, sondern ebenso auch an Sozialwissenschaftler, an Akteure der technischen Entwicklung in Verbänden, Unternehmen und in der Politik sowie an interessierte Laien - kurz: an alle, die den technisch-sozialen Wandel in seiner Einbindung in den historischen Prozess reflektieren wollen.
Sie informiert umfassend über die aktuelle technikgeschichtliche Forschung: durch einen umfangreichen Besprechungsteil mit Rezensionen deutsch- und fremdsprachiger Literatur, durch Museums- und Ausstellungsbesprechungen und in jedem Heft durch eine Zeitschriftenschau mit Hinweisen zu themenbezogenen Aufsätzen in anderen Zeitschriften, auch international.
Beiträge der Technikgeschichtlichen Tagungen werden in der Zeitschrift Technikgeschichte veröffentlicht. Bestellungen können direkt an den oder an jede gute Buchhandlung gerichtet werden.
Regionale Arbeitskreise für Technikgeschichte
In den regionalen Arbeitskreisen für Technikgeschichte, die nahezu jeder Bezirksverein eingerichtet hat, finden Zusammenkünfte und Besichtigungen von technikhistorischen Bau- und Industriedenkmälern und Exponaten statt. Die Vorsitzenden und Mitglieder führen bei ihrem Jahrestreffen einen Erfahrungs- und Gedankenaustausch durch.
Geschichte des Ingenieurs - Ein Beruf in sechs Jahrtausenden
Ingenieure haben immer schon anspruchsvolle Aufgaben gelöst. Palastanlagen, Systeme der Wasserwirtschaft, Werkzeugbau, und Militärtechnik waren und sind typische Gegenstände für ihre Arbeiten. Ab dem 18. Jahrhundert kamen für die nun auch so genannten Ingenieure die Herausforderungen der Industrialisierung und des informationstechnischen Zeitalters hinzu.
Das Buch führt uns von den frühen Hochkulturen über die Antike und das Mittelalter bis in die Neuzeit. Der Leser erfährt, wie sich der Ingenieurberuf in Deutschland, England und den Vereinigten Staaten vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart entwickelt hat.
Ingenieure von heute werden in die Vergangenheit entführt und erfahren, wie ihre professionellen Vorfahren dachten, handelten und Probleme lösten. Dabei wird auch die Stellung der Ingenieure in der Gesellschaft beleuchtet: Welche Wertschätzung wurde dem Ingenieurberuf entgegengebracht? Wie empfanden die Ingenieure selbst ihre soziale Positionierung?
Herausgegeben und geschrieben von Deutschlands wichtigsten Technik-Historikern ist ein großformatiges, reich illustriertes und flüssig geschriebenes Werk entstanden, dass für Ingenieure und historisch Interessierte gleichermaßen bedeutend ist. Durch den 150. Jahrestag des Verein Deutscher Ingenieure VDI wird der Beruf 2006 in allen Medien große Beachtung finden.
Wolfgang König, Walter Kaiser (Hrsg.):
Geschichte des Ingenieurs - Ein Beruf in sechs Jahrtausenden
Hanser-Verlag 2006
352 Seiten, Hardcover
3-446-40484-8
€ 29,90 (D) - € 30,80 (A) - SFR 47,80



