Wir verbinden Kompetenz
Verein Deutscher Ingenieure
 
Verein Deutscher Ingenieure > Technik > Fachthemen > Produkt- und Prozessgestaltung > Beirat und Vorstand > Informationstechnik > Themen
Folgen:  FacebookTwitterGoogleXingLinkedInYoutube

VDI-Fachbereich Informationstechnik

Fachausschuss 111: Wissensbasierte Konstruktion

Gegenstand und Ziele der Arbeiten

Die "Wissensbasierte Konstruktion" (Knowledge Based Engineering) befindet sich, bedingt durch die immer leistungsfähigeren Computer und Computerprogramme und den stetig wachsenden Kostendruck durch Konstruktionsdienstleistungsanbieter aus Niedriglohnländern, in einer Umbruchsituation.

Mit Methoden des KBE kann sehr wirkungsvoll auf die Herausforderungen, insbesondere den Kostendruck, reagiert werden. Einerseits lassen sich intelligente Konstruktionsvorlagen ("IET", "Intelligent Engineering Templates") erstellen, die die Konstruktion von Systemen, insbesondere bei gleicher oder ähnlicher Funktion, dramatisch beschleunigen und so die Produktivität signifikant steigern können. Andererseits erfordert der KBE-Einsatz ein hohes Maß an einschlägigem Fachwissen und technischer Kreativität, welche beide in Deutschland vorhanden, aber in diesem Maße in konkurrierenden Ländern bei Weitem nicht verfügbar sind. Das gilt insbesondere für die Wissenserarbeitung, aber in hohem Maße auch für die Wissensverarbeitung.

Der Prozess des Wissensmanagement in der Konstruktion kann in vier fundamentale Unterprozesse

  • Identifizieren & Akquirieren
  • Kategorisieren und Strukturieren
  • Speichern und finden
  • Anwenden und Nutzen

aufgeteilt werden, wobei das Informationsmanagement als vorgelagerte Prozesskette betrachtet wird.

In der Aufzählung nimmt die Spezialisierung von oben nach unten zu; so sind Identifizierung & Akquise von Wissen Themen, die sich zwischen den Disziplinen kaum unterscheiden werden; Anwenden & Nutzen werden jedoch in der mechanischen Konstruktion völlig anders zu regeln sein als beispielsweise in der Softwareentwicklung oder im „Process Engineering“.

Zu den genannten Prozessabschnitten gibt es derzeit keine Richtlinie, an die sich der Bearbeiter bei der Umsetzung halten und die z.B. als Checkliste genutzt werden kann.

Der GPP-Fachausschuss „Wissensmanagement“ wird dieses Themengebiet bearbeiten. Auf der Basis und in Ergänzung zu der bestehenden Richtlinie VDI 5610 Blatt 1 „Wissensmanagement im Ingenieurwesen“, die sich umfassend und detailliert mit dem Thema auseinandersetzt und dem interessierten Konstrukteur konkrete und praktische Handreichungen für die Umsetzung entsprechender Vorhaben bietet, sollen Richtlinienblätter zum Thema "Wissensbasierte Konstruktion" entstehen, die obige vier Prozessphasen beinhalten.


Vorsitzender:
Prof. Dr.-Ing. Sandro Wartzack
Universität Erlangen-Nürnberg

 

 

 

 
FacebookTwitterGoogleXingLinkedIn