VDI-Fachbereich Informationstechnik
Fachausschuss 110: Wissensmanagement im Engineering
Gegenstand und Ziele der Arbeiten
Wissensmanagement (WM) wird in vielen Unternehmen als eine bedeutende, strategische Aufgabe angesehen. Trotzdem scheitert die Einführung geeigneter Konzepte oft an der Komplexität der Aufgabenstellung, da viele - insbesondere nicht rein informationstechnische Faktoren - für den Erfolg von Wissensmanagement entscheidend sind.
Dabei ist ein funktionierendes Wissensmanagement eine wichtige Voraussetzung für eine moderne Unternehmensorganisation, die aktiv mit Themen wie z.B. Globalisierung, Innovationsfähigkeit, Change Management und Informationsüberflutung umgehen muss.
Im Rahmen der Aktivitäten des Fachausschusses 110 wird insbesondere das Anwendungsfeld "Engineering" des Wissensmanagements detailliert betrachtet. Durch Diskussion von praktischen Erfahrungen und Reflexion dieser Erfahrung im Kontext der Forschungsarbeiten und Beratungsansätze werden Erkenntnisse darüber gesammelt, wie erfolgreiche Konzepte gestaltet werden können.
Die Erkenntnisse aus der Arbeit des Gremiums wurden in Form eines Leitfadens zusammengefasst, der als Richtlinie VDI 5610 erhältlich ist. Der Leitfaden soll insbesondere praktische Hilfe für die Entwicklung und Etablierung von Wissensmanagementkonzepten für ingenieur-wissenschaftliche Anwendungen bieten und die wesentlichen Begriffe, Methoden und Vorgehensweisen in einer sehr kompakten, praxisorientierten Form beschreiben. Die Richtlinie VDI 5610 Blatt 1 kann über den Beuth-Verlag (www.beuth.de) in deutsch/englischer Fassung bezogen werden. Weitere Informationen über die Publikation sind aus der Richtlinien-Datenbank des VDI (www.vdi-richtlinien.de) zu entnehmen.
Der Fachausschuss 110 hat mit der Publikation des ersten Teils der Richtlinie ein wichtiges Ziel erreicht. Die Arbeiten an weiteren Richtlinienblättern ist geplant. Hier wird es um die Konkretisierung der Vorgehensempfehlungen aus dem Blatt 1 der Richtlinie gehen, um aufzuzeigen, wie diese in den verschiedenen Bereichen des 'Engineerings' (z.B. in der Entwicklung, im Projektmanagement, in der Produktion, im Service) effektiv umzusetzen sind.
Aktuelles
- Fortsetzung der Arbeiten des Ausschusses
Die Arbeiten des Fachausschusses werden fortgesetzt. Experten aus Industrie, Forschung und Beratung pflegen den Erfahrungsaustausch zum Wissensmanagement im Engineering.
Zunächst traf sich der Fachausschuss im September 2009, wo über die interessanten Themengebiete, die während der nachfolgenden Sitzungen besprochen werden sollen, Konsens erzielt wurde. Anhand eines Mind-Map-Diagramms wurden die Themen gelistet und priorisiert.
In der zweiten Sitzung im November 2009 wurde anhand eines Vortrags zum Thema "Wissensmanagement in der Forschung eines Industriebetriebs" praxisrelevantes Wissen ausgetauscht und das Ergebnis festgehalten.
In der dritten Sitzung im Januar 2010 wurde über das Thema "wiki" und dessen sinnvolle Einführung im Unternehmen zur Wissensspeicherung referiert.
In der vierten Sitzung im März 2010 wurde das Thema "Rechtliche Aspekte beim Wissensmanagement" behandelt. Der Fachausschuss beschließt eine Arbeitsgruppe zum Thema "Wissensbasierte Konstruktion" zu initiieren, weil das Thema "Knowledge based Engineering (KBE)" derzeit für viele Unternehmen relevant, die Definition von KBE sowie die dazugehörigen Prozesse aber häufig unklar ist. Ziel dieser Arbeitsgruppe soll es sein, ein oder mehrere Richtlinienblätter in Anlehnung an die Begrifflichkeiten der Richtlinie VDI 5610 zu generieren und somit dem Ingenieur eine handfeste Hilfe für seine praktische Arbeit zu geben.
In der fünften Sitzung im April 2010 wurde das Thema "Semantische Suchtechnologien" behandelt.
In der sechsten Sitzung im Juli 2010 wurden die Themen "Umsetzung der Wissensbilanz im Unternehmen und "Bewertung und Darstellung von Wissensobjekten" behandelt.
In der siebten Sitzung im Oktober 2010 wurde über das Thema "Unternehmenskultur und Wissensmanagement" diskutiert.
In der achten Sitzung, die im Januar 2011 stattfand, wurde das Schwerpunktthema "Projektbezogene Besonderheiten / Herausforderungen im Umfeld des Wissensmanagements" behandelt.
In der neunten Sitzung, die im April 2011 stattfand, war das Schwerpunktthema "Geschäfts-Prozess-Orientiertes Wissensmanagement. Fachausschussvorsitzender und Stellvertreter tauschen die Rollen.
Der Fachausschuss plant im Jahr 2012 ein Expertenforum durchzuführen. Die Konkretisierung der Idee wird in der nächsten Sitzung, die voraussichtlich im Juni stattfindet, das Hauptthema sein.
Das Ergebnis der Sitzungen wird zeigen, ob und wie die Arbeit an weiteren, praxisorientierten Blättern der Richtlinie VDI 5610 fortgesetzt wird.
Falls Sie Interesse an einer Mitarbeit im Fachausschuss haben oder einen Vortrag beim Expertenforum halten wollen, nehmen Sie bitte Kontakt mit der VDI-Geschäftsstelle auf.
Der im Jahr 2009 verfasste Selbstdarstellungstext und der damals veröffentlichte "Aufruf zur Mitarbeit" ist hier verlinkt:
Aufruf zur Mitarbeit und Selbstdarstellung des FA
Weitere Informationen und Kontaktaufnahme
Fachleute zum Thema Wissensmanagement in technischen Anwendungsbereichen (z.B. in der Forschung & Entwicklung, Konstruktion, Produktion, im technischen Kundendienst) sowie Systemanbieter, Dienstleister und Forschungseinrichtungen mit technischen Background, die
- Wissensmanagementkonzepte für ihre Unternehmen entwickeln oder
- für den Betrieb der Wissensmanagementsysteme verantwortlich sind oder
- Werkzeuge für des Wissensmanagement entwickeln, anpassen und integrieren
sind eingeladen die Ziele des Fachausschusses durch ihre Mitarbeit zu unterstützen.
Bitte melden Sie Ihr Interesse in der Geschäftsstelle der VDI-GPP an:
Frau Karin Rufaut
Telefon: +49(0) 211 6214 226
E-Mail: rufaut@vdi.de



