Standortmarketing – mangelhaft!
• VDI besorgt über Fachkräfteabwanderung ins Ausland • Standort Deutschland muss besser beworben werden
(Düsseldorf, 28.05.2009) Der VDI zeigt sich angesichts der jüngsten Berechnungen des Sachverständigenrats für Integration und Migration besorgt. Danach haben seit dem Jahr 2003 nahezu 180.000 Fachkräfte Deutschland verlassen – darunter vor allem Ingenieure. „Die Zahlen sind äußerst alarmierend. Denn wenn die derzeitige Weltwirtschaftskrise vorbei ist, brauchen wir mehr denn je hochqualifizierte Arbeitnehmer, um nicht den Anschluss an andere Länder zu verlieren“, sagte VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs. Angesichts der aktuell rund 44.000 fehlenden Ingenieure in Deutschland, bedeutet jeder weitere Auswanderer einen Schaden für die deutsche Volkswirtschaft. „Leider haben unsere europäischen Nachbarn häufig ein besseres Standortmarketing und locken unsere jungen Fachkräfte. Hier müssen wir unbedingt gegensteuern.“
Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht Deutschland ein fortschrittliches und vor allem leistungsgerechtes Zuwanderungssystem. Der VDI unterstützt daher den von der Bundesregierung gefassten Beschluss, dass in Deutschland geduldete Akademiker bereits dann eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn sie zwei Jahre lang in Deutschland in ihrem erlernten Beruf gearbeitet haben. Angesichts der rund 6,6 Milliarden Euro, die der Mangel an Ingenieuren die deutsche Volkswirtschaft im Jahr 2008 gekostet hat, sind allerdings schnelle und praktikable Lösungen dringend erforderlich. „Langfristig lässt sich der steigende Bedarf an Fachkräften aber nur durch die verstärkte und verbesserte Aus- und Weiterbildung der Menschen in Deutschland sowie die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen decken“, verdeutlicht Fuchs. Zusätzlich müssen vor allem junge Menschen für Technik und technische Berufe begeistert werden. Nur dann kann Deutschland auf Dauer technologisch einen Spitzenplatz einnehmen. Dazu gehört laut VDI-Direktor auch mehr technische Bildung vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Abitur.
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