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Ausgangslage

Ausbildungsprofile von Universitäten und Fachhochschulen stärken

Bild: Niko Korte / pixelio.de
Bild: Niko Korte / pixelio.de

 

Sowohl Fachhochschulen als auch Universitäten bieten eine fundierte Ingenieurausbildung. Die unterschiedliche Ausrichtung der Lehre wird durch die Profile „stärker anwendungsorientiert“ und „stärker forschungsorientiert“ beschrieben. Die Fachhochschulen vermitteln im Bachelorstudium die fachlichen Grundlagen und die Methodenkompetenz zur Lösung praktischer Ingenieurprobleme. In die Fachhochschulausbildung ist die betriebliche Praxis besonders stark eingebettet. Das Bachelorstudium an Fachhochschulen hat im Regelfall mit sechs Hochschulsemestern den gleichen Theorieumfang wie die frühere Ausbildung zum Dipl.-Ing. (FH). Die Zahl der Praxissemester und die Dauer der Abschlussarbeit sind bei der Umstellung etwa halbiert worden. Viele Fachhochschulen bieten nun zudem auch Masterstudiengänge an, in denen das Methodenwissen erweitert und eine fachlich-wissenschaftliche Vertiefung erworben wird.

 

Die Universitäten liefern im Bachelorstudium vor allem ein starkes wissenschaftliches Fundament und einzelne exemplarisch vertiefende Module in einem Fach. Das Bachelorstudium der Universitäten hat in der Regel nur sechs Semester. Die geringere Anwendungsorientierung im Bachelorstudium führt vielfach dazu, dass Universitäten den Übergang in den Arbeitsmarkt nach einem Bachelorabschluss nicht empfehlen. Erst mit einer wissenschaftlichen Vertiefung im Rahmen eines nachfolgenden Masterstudiums werde das Niveau des früheren Dipl.-Ing. erreicht.

 

Durch die gleichen Abschlussbezeichnungen an Fachhochschulen und Universitäten wird die Gleichwertigkeit der unterschiedlichen Profile dokumentiert. Diese neue Situation hat sich aber zum Teil negativ auf das Verhältnis zwischen den beiden Hochschultypen ausgewirkt. Der politisch gewollte Wettbewerb zwischen Hochschulen führte oftmals zu neuem Konkurrenzverhalten zwischen Universitäten und Fachhochschulen mit zum Teil negativen Konsequenzen für die Studierenden.

 

Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Unterscheidung zwischen Universitäts- und Fachhochschul- Absolventen in der Industrie kaum getroffen wird. Zehn Jahre nach dem Examen arbeiten ca. 25 % der Absolventen von  Fachhochschulen und von Universitäten (ohne Promotion) in der Entwicklung und nur 2 % in der (Grundlagen-)Forschung. Nur Promovierte arbeiten häufiger in der (Grundlagen-)Forschung (13 %) und in der Entwicklung (30 %).


Während die Fachhochschulen früher allein in der Lehre tätig waren, hat dort in den letzten Jahren die Forschung immer stärker zugenommen. Durch die Erweiterung der Forschung - vielfach in Kooperationen mit KMUs - entwickeln sich die Fachhochschulen immer mehr zu Universities of Applied Sciences.

 
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