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Ausgangslage

Besonderheiten der Promotionsverfahren in den Ingenieurwissenschaften beachten

Bild: Thomas Kölsch / pixelio.de
Bild: Thomas Kölsch / pixelio.de

 

Die deutsche Promotion zum Doktor-Ingenieur ist international hoch angesehen. Dies beruht besonders auf der Fähigkeit der promovierten Ingenieurinnen und Ingenieure, technischwissenschaftliche Probleme an der Grenze des aktuellen Erkenntnisstandes eigenständig zu lösen und darüber hinaus Ingenieurteams auch bei komplexer Aufgabenstellung zum Erfolg zu führen. Diese Fähigkeit erwerben sie während der Promotionsphase, in der sie lernen, eigenständig Forschungsprojekte durchzuführen.


Die ingenieurwissenschaftliche Promotion findet in der Regel im Rahmen einer Berufstätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität statt. Die Ingenieurpromotion im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses ist ein besonderer deutscher Weg, der sich von dem System anderer Länder unterscheidet. Die zeitlich befristeten Stellen
werden als Planstellen oder Drittmittelstellen eingerichtet. Die für die spätere berufliche Tätigkeit wichtigen Kompetenzen werden sozusagen durch „Training on the Job“ durch die Mitarbeit in der Lehre, die laufenden Aktivitäten des Instituts oder Lehrstuhls und durch die Bearbeitung und das Management von Forschungsvorhaben erworben. Der besondere Doktorandenstatus
erfordert, dass hierin die Durchführung des eigenen Promotionsvorhabens eingebettet ist. Ein solches Promotionsvorhaben dauert etwa 5 Jahre.


Die Promotion als Stipendiat, zumeist als Mitglied eines Graduiertenkollegs oder einer Graduate School, ist im Ingenieurbereich selten anzutreffen. An einigen ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten wird eine Art Mischform von Graduiertenkolleg und der traditionellen, in enger Bindung an den Betreuer gestalteten Promotionsphase verfolgt. Die Promotion über eine Mitgliedschaft
in einem Graduiertenkolleg oder einer Graduate School soll dabei die  Vermittlung überfachlicher Kompetenzen sowie eine hohe Selbständigkeit und Eigenverantwortung sicherstellen.

 

Über die Hochschulen hinaus ist auch die Industrie am Erhalt der traditionellen Promotion interessiert, wünscht sich aber zugleich eine Verkürzung der Promotionsphase.


Manche forschungsstarken Fachhochschulen streben mittlerweile zunehmend ein eigenes Promotionsrecht an. Motivation dafür sind neben eigenen strategischen Zielen der Fachhochschulen die im Einzelfall immer noch großen Hürden ihrer hochqualifizierten Master-Absolventen bei der Promotion an einer oder zusammen mit einer Universität.

 
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