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Ausgangslage

Mehr Mobilität der Studierenden ermöglichen

Bild: Jens Weisflog
Bild: Jens Weisflog

 

Der Bologna-Prozess zielt darauf ab, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen und die Mobilität von Studierenden und Lehrenden innerhalb dieses Raumes deutlich zu erleichtern. Dies schließt auch eine Erleichterung der Mobilität zwischen den Hochschultypen ein. Die Sammlung von Auslandserfahrung im Rahmen eines Studienganges - z. B. durch  Studiensemester oder ein Auslandspraktikum - ist erstrebenswert, wenn damit berufliche Chancen erhöht und spezielle Qualifizierungs- und Bildungsziele erreicht werden können. Hierzu zählen die Erfahrung und Reflexion anderer Wissenschafts- und Arbeitskulturen und die Verbesserung der
Fremdsprachenkompetenz.


Die Möglichkeit des Hochschulwechsels beim Übergang zwischen den Studienstufen (Bachelor -> Master) vergrößert das Angebot für die  Studierenden und erleichtert damit die Herausbildung individueller  Kompetenzprofile; zugleich fördert sie den Wettbewerb unterschiedlicher Studiengangsprofile. Die Mobilität beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ist hoch. Nach neuen Untersuchungen liegen die Übergangsquoten bei den Ingenieurwissenschaften mit am höchsten von allen Fächern: Danach wechseln 64 Prozent der Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen und 90 Prozent von Universitäten in ein Folgestudium. Ein nicht unerheblicher Teil der Bachelor-Absolventen an Fachhochschulen nimmt an Universitäten ein Masterstudium auf, ebenso aber auch umgekehrt.


Eine wesentliche Voraussetzung für die Steigerung der Auslandsmobilität ist die Transparenz der Studien- und Prüfungsleistungen. Um diese Transparenz zu erhöhen, sind Referenzrahmenwerke wie der EQR entwickelt worden. Deren Nutzung für die Anrechnung von extern erbrachten Leistungen ist für die meisten Hochschulen bislang noch Neuland. Mit der Anerkennung und Anrechnung von Studienleistungen, die an anderen Hochschulen bzw. im Ausland erzielt wurden, tun sich viele daher gegenwärtig noch schwer – vor allem dort, wo Lehrinhalte und nicht Lernergebnisse als ausschließlicher Maßstab für Vergleiche dienen. Dies führt vielerorts zu Klagen
von Studierenden über Probleme mit der Anrechnung von extern erbrachten Leistungsnachweisen und Zeitverluste im Studium.

 

Die Auslandsmobilität von Studierenden der Ingenieurwissenschaften ist weiterhin viel zu niedrig. So gehen nur 16 % der Studierenden für eine Zeit ins Ausland, an den Universitäten 18% und an den Fachhochschulen 14%. Damit haben die Ingenieurwissenschaften von allen Studiengängen die niedrigste Mobilitätsquote. Finanzielle Schwierigkeiten, zu enge Vorgaben und mangelnde Unterstützung der Hochschule erschweren das Zustandekommen von Auslandsaufenthalten.


Umgekehrt sind die Ingenieurwissenschaften in Deutschland für Ausländer besonders attraktiv. Während 17 % der deutschen Studierenden Ingenieurwissenschaften studieren, sind es 22 % der sogenannten Bildungsausländer, von den männlichen sogar 34 %.

 
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