Gründung oder Nachfolge?
In der Regel liegt dem Gründungswilligen eine neue Geschäftsidee, ein Produkt, Patent oder eine mit Differenzierungsvorteilen versehene Dienstleistung in irgendeiner Form vor. Nachdem die Machbarkeit durch eine Marktanalyse überprüft worden ist, kann mit der Umsetzung begonnen werden. Oftmals ist jedoch die Idee des Unternehmensgegenstandes schon am Markt in ähnlicher Form vorhanden. Um nun die Alleinstellungsmerkmale selbst mit einer Firma am Markt aufzubauen, benötigt man Zeit, eine gutes Marketingkonzept und gutes Personal, dass die Umsetzung überhaupt erst ermöglicht.
Warum also nicht über eine Nachfolge nachdenken? Der Faktor Zeit kann hierdurch schon wesentlich beeinflusst werden. Bedingt durch eine vorhandene Unternehmensstruktur, einen Kundenstamm sowie qualifizierte Mitarbeiter ist Umsatz bereits vorhanden, Liquidität fließt und somit kann die neue Geschäftsidee schneller auf den Markt transportiert werden.
Experten
Nachdem sich der Übergeber und Übernehmer auf einen Kaufpreis geeinigt haben, muss der Finanzierungsprozess angeschoben werden. Aber vorsichtig, es darf nicht mit dem Vorhaben begonnen werden. D.h. kein Kaufvertrag darf gezeichnet sein, man bedient sich im Vorfeld eines LOI – eines Letter of Intent. Nur durch diese Vorgehensweise verwirkt man nicht die Chance, später öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen zu können.
Auch muss eine Businessplanung erstellt werden. Finanzierende Banken wollen sehen, dass der Kapitaldienst durch das zu übernehmende Unternehmen erwirtschaftet werden kann. Immer häufiger ist hier ein Zeitraum von fünf und mehr Jahren in die fortschreibende Prognose mit aufzunehmen.
Empfehlenswert ist es, den dann folgenden Eintritt in das Unternehmen in Form einer To-Do-Matrix, unterteilt nach Tätigkeiten, handelnden Personen und unter Berücksichtigung einer Zeitschiene von ein bis zwei Jahren, zu erstellen. Hierdurch kann dem Scheitern der Unternehmensnachfolge weitestgehend entgegen getreten werden.

