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Internationale Kooperationspartner

Internationale Akkreditierungskonferenz in Peking

VDI baut Brücken – Die Konferenz „Perspectives of Sino-German Cooperation in the Realm of Engineering Education and Accreditation” macht deutlich, wie wichtig eine internationale Zusammenarbeit bei der Ingenieurausbildung ist

Wer in Deutschland erfolgreich ein Ingenieurstudium absolviert hat, bemüht sich nicht selten auf der ganzen Welt um einen Arbeitsplatz. Und umgekehrt gilt: Viele im Ausland ausgebildete Ingenieure suchen in Deutschland eine Stelle. Doch stößt der Arbeitssuchende mit seinem nationalen Diplom möglicherweise schnell an Grenzen. Der ausländische Arbeitgeber erkennt den jeweiligen Abschluss nicht an, die Stelle kann nicht angetreten werden. – Diese Problematik mag veranschaulichen, welcher Gedanke hinter der Konferenz „Perspectives of Sino-German Cooperation in the Realm of Enginieering Education and Accreditation“ stand. Es ging um die Frage, wie eine deutsch-chinesische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Anerkennung von Studiengängen aussehen kann.

Gastgeber der zweitägigen Veranstaltung, die am 5. und 6. Dezember 2005 in Peking in den Räumen des Deutsch-Chinesischen Zentrums für Wissenschaftsförderung stattfand, waren der VDI, die deutsche Fachakkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik (ASIIN) sowie die beiden VDI-Kooperationspartner China Association for Science and Technology (CAST) und Chinese Academy of Engineering (CAE). Der DAAD und das Ministerium für Bildung der Volksrepublik China unterstützten die Konferenz.

VDI als Vermittler deutsch-chinesischer Beziehungen

Welche Bedeutung China für die deutsche Wirtschaft hat, wurde einmal mehr deutlich, als Anfang November 2005 deutsche Wirtschaftsvertreter mit dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao in Berlin zusammentrafen. Anlässlich des Deutschlandbesuchs des chinesischen Staatspräsidenten wurden immer wieder Wünsche laut, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu vertiefen.

Beim VDI laufe man mit solchen Forderungen offene Türen ein, wie Dr. Willi Fuchs, VDI-Direktor und amtierender FEANI-Präsident, in seiner Eröffnungsrede betonte. Er wies darauf hin, dass der VDI, ebenso wie andere europäische technisch-wissenschaftliche Vereine, schon seit Jahren intensive Partnerschaften mit den chinesischen Kollegen unterhielte. Speziell im Bildungsbereich sei „der VDI als Mediator zwischen Politik und Wirtschaft an der Mitgestaltung von Kooperationen beteiligt, indem er mit neuen Ideen zu Fragen der Ausbildung, Fort- und Weiterbildung der Ingenieure sowie der Akkreditierung neuer Studiengänge die Spitze der innovativen Entwicklungen besetzt und überall dort, wo es um die Zukunft des Ingenieurberufes als die eigentliche Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung geht, auch Trends setzt.“

So war der VDI Mitinitiator des BMBF-Projekts „Export Deutscher Studiengänge“, in dessen Rahmen etwa das deutsch-chinesische Hochschule-Projekt „Gemeinsam studieren – Gemeinsam forschen“ zwischen der RWTH Aachen und der Tsinghua Universität in Peking zustande kam. Zudem unterstützte der VDI den Aufbau der Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät an der Qingdao Universität für Wissenschaft und Technologie sowie die Errichtung der ersten Fachhochschule nach deutschem Muster an der Tongji Universität in Shanghai.

Gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen

Angesichts bereits bestehender Kooperationen standen sich die Konferenzteilnehmer daher nicht mehr als Fremde gegenüber. Und so nutzten mehr als einhundert Teilnehmer und Referenten aus Europa und China die exzellenten Möglichkeiten, sich zu Themen der Ingenieurausbildung auszutauschen. Vor allem Fragen ihrer Modernisierung standen im Mittelpunkt. Denn wie für kaum ein zweites Berufsfeld gilt für wissenschaftlich-technische Berufe: Sollen auch künftig hoch qualifizierte Ingenieure dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, muss sich deren Ausbildung an die sich stetig wandelnden Umweltbedingungen anpassen. Diese Aufgabe kann aber nur im internationalen Verbund gelöst werden. Die gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen, für die sich der VDI seit Jahren einsetzt, bildet in diesem Prozess einen wichtigen Schritt.

Aber auch wenn noch viel zu tun ist: Bereits jetzt gibt es Beispiele für die erfolgreiche Arbeit der ASIIN in der Volksrepublik China. So präsentierten Prof. Reinhard Völler von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und Prof. Zhang Minghao, Vizepräsident der University of Shanghai for Science and Technology, das gemeinsame Studienprogramm im Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik. Das Studienprogramm gilt als Pilotprojekt für gemeinsame Akkreditierungen durch die ASIIN und China. – „Die Entwicklung und Gestaltung der zukünftigen gemeinsamen Aktivitäten im Bildungsbereich und speziell im Bereich der Akkreditierung von Ingenieurstudiengängen, ist dem VDI aus vielerlei Gründen sehr wichtig, denn die bereits erzielten Ergebnisse in der bilateralen Zusammenarbeit haben einen wegweisenden Charakter und die gesammelten Akkreditierungserfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Industrie bilden hervorragende Voraussetzungen für eine zukünftige Zusammenarbeit mit unseren chinesischen Partnerorganisationen auf diesem für beide Länder so wichtigen Feld der Qualitätssicherung der Ausbildung der Ingenieure“, so Dr. Fuchs in seiner Abschlussrede vor den Konferenzteilnehmern.

Die Konferenz, da waren sich die deutsche und die chinesische Seite einig, habe dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Volksrepublik China zu intensivieren.

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