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Einleitende Thesen:

Rainer Sturm  / pixelio.de
Rainer Sturm / pixelio.de

1.    Eine sichere Versorgung Deutschlands aus hundert Prozent erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2050 ist machbar. Entscheidend ist dabei die Nachhaltigkeit dieses Energiekonzeptes.

2.    Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und gesellschaftlicher Konsens in Bezug auf das zukünftige Energiesystem.

3.    Die „Evolution“ des deutschen Energiesystems hin zu einer nachhaltigen Versorgung ist zweifellos eine Herausforderung für alle: Politiker, Bürger und Ingenieure. Die hier erarbeiteten Thesen sollen für dieses Ziel bzw. diesen Prozess Leitlinien bieten, um die zu Recht in den Fokus gerückte Energiedebatte zu versachlichen anstatt zu emotionalisieren.

4.    Die vier Schlüsselbereiche auf dem Weg zum Ziel lauten:
•    Energieeffizienz
•    Intelligentes Energieerzeugungs- und Lastmanagement
•    Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz sowie
•    Öffentliche Akzeptanz

5.    Prinzipielle Offenheit gegenüber verschiedensten Energieerzeugungstechnologien ist wichtig, obwohl sich Deutschland für den Weg hin zu einem komplett nachhaltigen Energiesystem entscheiden sollte.  Als exportorientiertes Technologieland sollte Deutschland sowohl aus industriepolitischen als auch aus energiestrategischen Gründen immer verschiedenste Lösungsansätze in den wichtigsten Technologiebereichen verfolgen, um später Exportchancen nutzen und die bestmögliche Alternative auswählen zu können.

6.  
  Technologieoffenheit impliziert, dass weiterhin an der Verbesserung fossiler Technologien geforscht werden sollte. Eine Schwerpunktsetzung muss aber im Be-reich aller nachhaltigen Energietechnologien, insbesondere der Gas- und Erneuerba-ren Energietechnologien sowie, im Hinblick auf nukleare Technologien, auf der siche-ren Endlagerung von radioaktiven Stoffen erfolgen.

7.   
Für die CCS-Technologie sollten gesicherte rechtliche Rahmenbedingungen geschaf-fen werden, die die weitere Erprobung und den Einsatz dieser Technologie in Deutschland prinzipiell ermöglichen. Eine sonstige staatliche Förderung der CCS-Technologie sollte aber nach Überzeugung der Projektgruppe nicht mehr stattfinden.

8.  
  Es ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass Maßnahmen zum Umbau des Energiesystems so effektiv wie möglich wirken, sich möglichst nicht überschneiden und vor allem nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Maßgeblich sollte dabei stets die langfristige Ausrichtung auf Nachhaltigkeit sein.

9.  
   Eine Entscheidung, zu welchem Grade die Bioenergie zur Energieerzeugung Deutschlands beitragen soll, ist unerlässlich. Da Biomasse vorrangig zur Gewinnung von Treibstoffen für Flugzeuge und zur Grundstofferzeugung in der chemischen Industrie eingesetzt werden sollte, ist eine nationale Bioenergie-Strategie erforderlich.

10.    Im Rahmen der Anstrengungen, die zu hundert Prozent erneuerbare Energie-versorgung so kostengünstig wie möglich zu realisieren, ist eine gezielte Importstra-tegie für Erneuerbare Energien ebenfalls notwendig.

 

11.   Die Erreichung des Ziels „100 Prozent nachhaltige Energieversorgung 2050“ bedarf einer gewaltigen nationalen Anstrengung. Von Seiten der Politik ist ein natio-naler Aktionsplan vorzugeben, der u. a. auch Antworten auf die Frage entwickeln soll-te, wie viele fossile Kraftwerke noch gebaut oder modernisiert werden sollten, ohne dass der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien gefährdet wird. 

 
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