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Speichertechnologien:

knipseline / pixelio.de
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1.    Da es bisher an einer Marktstruktur für Energiespeicher fehlt, wird der zügige Aufbau eines Energiespeichermarktes im Hinblick auf einen umfangreichen Einsatz von Wind und Solarstrom gefordert. Weiterhin müssen Finanzierungsanreize gesetzt werden, um Investitionen in Energiespeicher zu erhöhen. Durch den Einsatz im Markt können die Energiespeichertechnologien weiterentwickelt und deren Investitions- und Betriebskosten durch Lernkurveneffekte gesenkt werden.
Die Schaffung eines Energiespeichermarktes ist für die Erreichung der Grundlastfähigkeit der EE unabdingbar, da Energiequellen wie z. B. Windenergie und Photovoltaik nicht durchgehend Strom erzeugen können. Das Entstehen eines Energiespeichermarktes könnte auf verschiedene Arten vorangetrieben werden:

a.    Bereitstellung von Fördermitteln, die als Pönale von fossilen Kraftwerksbetreibern gezahlt werden.
b.    Jeder Kraftwerksbetreiber muss abhängig von der Größe seines Kraftwerksparks (und evtl. vom Verhältnis fossil zu erneuerbar) Speicherkapazitäten bereitstellen.
c.    Bei einem Neubau langsam regelbarer fossiler Kraftwerke müssen gleichzeitig Energiespeicher gebaut werden.
d.    Benötigte Energiespeicher werden von den Netzbetreibern bzw. der Bundesnetzagentur ausgeschrieben und über eine Umlage über alle Kraftwerksbetreiber nach Kraftwerksparkgröße und Energiemix finanziert.

e.    Förderung des Aufbaus von Energiespeicherkapazitäten durch die Verabschiedung eines Erneuerbare-Energien-Speichertechnologien-Gesetzes, wie im Abschnitt rechtliche Rahmenbedingungen gefordert

f.     Auch den Betreibern von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien könnte die Pflicht auferlegt werden, durch den Aufbau von Energiespeicherkapazitäten für eine Vergleichmäßigung der Einspeisung von Strom ins Stromnetz zu sorgen

2.  
 Insbesondere sehr schnell reagierende Speicher zur Erfüllung von Systemdienstleistungen in Verbindung mit Photovoltaikanlagen sind dringend nötig, sowie größere bis sehr große Energiespeicher um tägliche, wöchentliche und saisonale Schwankungen auszugleichen.

3.    Die Einführung dezentraler, möglichst unabhängiger Kraftwerkskombinationssysteme wird stark befürwortet. Hierbei können Batterie-, Wasserstoff-, EE-Methan-, Pump- und Druckluftspeicher sowie flexible Geothermie-, Biomasse- und Müllkraftwerke ein sich selbst regulierendes System bilden.

4.    Der weitere Ausbau der Entkopplung von Wärme- und Stromproduktion in KWK-Anlagen durch kostengünstigere thermische Speicher (z. B. Warmwasserspeicher) muss vorangetrieben werden.

5.    Große Energiespeicher für den Ausgleich saisonaler Schwankungen sind bei einer zu hundert Prozent auf Erneuerbaren Energien basierenden Stromversorgung notwendig. Hierfür werden Wasserstoff und EE-Methan empfohlen, die auch zur Bereitstellung von Wärme und als Treibstoff geeignet sind.

6.  
 Das Erstellen eines nationalen Speicherkatasters zur energetischen Nutzung des tieferen Untergrundes (so wie es derzeit von der BGR  erstellt wird) wird unbedingt empfohlen. In einer Nutzungsregelung der begrenzten Kapazitäten sollte der großtechnischen Energiespeicherung (H2 / EE- Methan, Druckluft) bzw. dem Anlegen intereuropäischer und nationaler strategischer Reserven Vorrang vor z. B. CCS gewährt werden.

 
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