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Versorgungssicherheit:

Rainer Sturm  / pixelio.de
Rainer Sturm / pixelio.de

1.    Die Deckung der gesamten Energieversorgung Deutschlands durch heimische erneuerbare Energieressourcen (EE) ist nur möglich, wenn Effizienzmaßnahmen konsequent umgesetzt und die EE-Potenziale konsequent erschlossen werden.

2. 
   Die alleinige Deckung durch heimische EE ist jedoch nicht erstrebenswert, um (aus heutiger Sicht) ein kosteneffizientes und diversifiziertes Energiesystem zu etablieren.

3.    Für die langfristig sichere Stromversorgung in Europa sind eine gemeinsame Netzplanung und eine gemeinsame Überwachung auf europäischer Ebene zu etablieren

4.    EE sollten in Europa sowie im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA) als Verbund dort produziert werden, wo das entsprechende Potenzial am größten ist. Allerdings sind hier politische Randbedingungen in den entsprechenden Ländern zu beachten. Um langfristige Akzeptanz - in den produzierenden Ländern- und entsprechende Versorgungssicherheit zu garantieren, muss auch die Bevölkerung von den Maßnahmen profitieren.

5.    Der Transport sollte über ein verlustarmes Stromnetz erfolgen, welches die Orte der EE-Produktion mit den Orten des größten Verbrauchs verbindet (Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnologie).

6.    Die heimischen EE sollten dennoch eine maßgebliche Rolle bei einer künftigen nachhaltigen Energieversorgung spielen, um Abhängigkeiten zu begrenzen und einen schnellen Ausbau gewährleisten zu können.

7.    Für die Einbindung von Windenergieist ein forcierter Ausbau des innerdeutschen Nord-Süd-Übertragungsnetzes entscheidend.

8. 
   Es muss außerdem eine klare Ausrichtung des fossilen Kraftwerkszubaus auf flexibel regelbare (gasbetriebene) Kraftwerke geben, um künftig mit den EE kompatibel zu sein.

9.    Die Politik sollte den Konflikt der  Betreiber von unflexiblen (fossilen) Grundlastkraftwerken, den Ausbau der EE aus Geschäftsinteresse zu verzögern, berücksichtigen und geeignete Maßnahmen/Pönalen einführen, um dem entgegenzuwirken:
o    Hier könnte die Idee der amerikanischen Renewable Portfolio Standards helfen, die bei Nichteinhaltung jedoch stärker sanktioniert werden sollten. Überträgt man die Idee der Renewable Portfolio Standards auf Deutschland, so schreibt man den Energieversorgern vor, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten Prozentsatz der Strom- und Wärmeversorgung aus Erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Diese Vorschriften wä-ren eine Ergänzung zur EEG-Gesetzgebung.
o    Des Weiteren könnte der Neubau von unflexiblen fossilen Kraftwerken mit Aufla-gen zur Bereitstellung von Speicherkapazitäten für EE verknüpft werden.

10.    Wichtig ist auch ein Ausbau von lokalen Erzeugungs- und Speichereinheiten im Mittel- und Niederspannungsnetz (vor allem im Süden Deutschlands) um benötigte Übertragungsnetzkapazitäten zu verringern.

11.    Für den auch künftig stabilen Betrieb des Stromnetzes bei verstärkter Integration der EE sind entsprechende Energiespeicher und Leistungselektronik zu entwickeln bzw. einzusetzen.

12.    Eine gesamtdeutsche Strategie zum Einsatz von Biomasse (Kraftstoffe, Strom, Wärme…) ist zwingend erforderlich. Für den Biomasseimport sollten strenge Nachhaltigkeitsstandards ausgearbeitet und angewendet werden.

13.    Die Sicherung der Brennstoffversorgung durch Konzepte zur regenerativen Erzeugung von Erdgas (EE-Methan) und/oder Wasserstoff ist erforderlich. Hier ist vor allem die Beimischung von Wasserstoff zu EE-Methan gegenüber einer ausschließlichen Erdgasnutzung im Verteilnetz wissenschaftlich weitergehend zu bewerten.

14.    Die Abhängigkeiten der Energieversorgung werden von heute über 75% Primärenergieimport deutlich sinken können. Die Importe werden sich aber von langfristig speicherbaren, fossilen Brennstoffen zu kurzfristig erzeugtem EE-Strom verändern.

 
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