Konflikte im Immissionsschutz richtig lösen

Abgebildete Personen v.l.n.r.: Dipl.-Ing. D. Mannebeck, Dipl.-Geogr. D. Jansen, Dipl.-Ing. M. Bloser, Prof. Dr. M. Dombert, MinR Dr. Ch. Sangenstedt (Bild: A. Pellegrino)
Am 27. November 2012 fand das KRdL-Expertenforum „Konfliktmanagement im Immissionsschutz am Beispiel von Gerüchen – Die neue Richtlinie VDI 3883 Blatt 3“ beim Bundesumweltministerium in Bonn statt. Herr Dr. Eckehard Koch, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW, Düsseldorf, der die Veranstaltung moderierte, begrüßte etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft und Verwaltung.
Im Einführungsvortrag "Richtig streiten über Standortkonflikte" stellte Frau Ruth Hammerbacher, Hammerbacher GmbH - Beratung & Projekte, Osnabrück, die allgemeinen Grundlagen und zentrale Faktoren für eine erfolgreiche Kommunikation vor. Herr Dr. Helmar Hentschke, Dombert Rechtsanwälte, Potsdam, zeigte anschaulich auf, wie Unternehmen im Genehmigungsverfahren Gestaltungsspielräume nutzen können und ein - unter Einbeziehung der Öffentlichkeit - offensives, strategisch geplantes Genehmigungsmanagement gestalten können.
Eine Einführung und Übersicht zur neuen Richtlinie VDI 3883 Blatt 3 „Wirkung und Bewertung von Gerüchen; Konfliktmanagement im Immissionsschutz; Grundlagen und Anwendung am Beispiel von Gerüchen" gab Frau Dr. Kirsten Sucker, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA), Bochum. Die Richtlinie beschreibt Grundlagen und Anwendungsbeispiele von Verfahren zur Vermeidung, Entschärfung und Beilegung von Konflikten.
Wie betreiben unsere europäischen Nachbarn Konfliktmanagement? Diesen Blick über den deutschen Tellerrand gab Herr Andreas Aplowski, staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, anhand von Beispielen aus den Niederlanden, aus Frankreich und aus Österreich aus dem IMPEL-Projekt zum Nachbarschaftsdialog.
Neben der Vermittlung von theoretischen Grundlagen war es ein wichtiges Anliegen der Veranstaltung Praxisbeispiele für ein gelungenes Konfliktmanagement vorzustellen. Hierzu berichteten Anlagenbetreiber, Behördenvertreter und Gutachter von ihren Erfahrungen, wie Konflikte im Vorfeld vermieden oder bei vorhandenen Geruchsbelästigungen Konflikte beigelegt werden können.
Herr Dr. Christof Sangenstedt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Berlin, informierte über die Entwicklung der Öffentlichkeitsbeteiligung in Deutschland und den derzeitigen Stand der Überlegungen zur Partizipation der Öffentlichkeit aus Bundessicht.
Die abschließende Podiumsdiskussion, moderiert durch Herrn Marcus Bloser, IKU GmbH, Dortmund, widmete sich insbesondere den Fragen zum unmittelbaren Handlungs- und Regulierungsbedarf zur Öffentlichkeitsbeteiligung.
"Entscheidungen können heutzutage nicht mehr von oben diktiert werden. Wir brauchen Dialogkultur, Offenheit und Transparenz; wir müssen miteinander reden und gemeinsam Lösungen und Vereinbarungen finden." Mit diesem Schlusswort fasste Herr Dr. Eckehard Koch die gelungene Veranstaltung zusammen und dankte allen Beteiligten für ihr Mitwirken.
Herausgeber der Richtlinie VDI 3883 Blatt 3 „Wirkung und Bewertung von Gerüchen; Konfliktmanagement im Immissionsschutz; Grundlagen und Anwendung am Beispiel von Gerüchen“ ist die Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN. Die Richtlinie ist als Entwurf zum Preis von 90,70 EUR beim Beuth Verlag in Berlin in deutscher Fassung erhältlich. Einsprüche können bis zum 31.01.2013 geltend gemacht werden. Weitere Informationen und Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/richtlinien oder www.beuth.de möglich.
Fachauskünfte zur Veranstaltung und zum Themengebiet erteilt:
Dr. Isabelle Franzen-Reuter
Tel.: +49 211 6214-268
E-Mail: franzen-reuter@vdi.de
Nähere Informationen zum Thema „Luftreinhaltung“ können Sie unter krdl@vdi.de anfordern.
- Relevante Links
- www.vdi.de/3883

