KRdL-Expertenforum Emissionshandel

Ca. 60 Experten diskutierten über den Sachstand und die Entwicklung des Europäischen Emissionshandels (Bild: VDI).
Auf dem 13. KRdL-Expertenforum Emissionshandel, das am 15. November 2012 im Bundesumweltministerium (BMU) in Bonn stattfand und unter dem Motto „Emissionshandel – Quo Vadis?“ stand, diskutierten ca. 60 Experten über den aktuellen Sachstand und die zukünftige Entwicklung des Europäischen Emissionshandels (ETS). Herr Prof. Neukirchen führte wie gewohnt als Vertreter der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN durch die Präsentationen und die anschließenden Diskussionen.
.Die anwesenden Experten wurden von Vertretern der Arbeitsgruppe "Emissionshandel zur Bekämpfung des Treibhauseffektes" (AGE) unter Federführung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die aktuellen Entwicklungen der anstehenden 3. Handelsperiode (HP) und mögliche Szenarien für die Zeit nach der 3. HP informiert. Hierbei standen vor allem folgende Themen im Vordergrund der Diskussionen:
- Versuch der Stärkung des ETS durch Back-Loading / Set-Aside;
- Wechselwirkungen des ETS mit dem EEG (Strompreiskompensation);
- zukünftige Akkreditierung der Verifizierer;
- Bedeutung von planbaren Randbedingungen und eines globalen Ansatzes um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
Ein Überblick über die Entwicklungen des globalen Kohlenstoffmarkts zeigte u. a. folgende Tendenzen auf:
- Rückgang der Bedeutung des Clean Development Mechanism (CDM);
- Zukunft für Joint Implementation (JI) ungewiss;
- unklare Perspektive für New Market Mechanisms (NMM);
- steigende Bedeutung nationaler Projekte;
- Aufkommen bilateraler Mechanismen;
- steigende Bedeutung des Linkings von Märkten.
Auch Vollzugsfragen des Emissionshandels kamen nicht zu kurz. Ein Vertreter der DEHSt berichtete über aktuelle Fragen und Entwicklungen beim Vollzug des Monitorings, wie z. B.
- den erweiterten Anwendungsbereich in der 3. HP,
- die geänderten Anforderungen der neuen Monitoring-Verordnung,
- neue komplexe Zuteilungsregeln für Bestandsanlagen und „Neue Marktteilnehmer“,
- geänderte Zuständigkeiten in Deutschland und
- das einheitliche Unionsregister.
Sein Fazit: Der Vollzug des Emissionshandels wird deutlich komplexer und aufwendiger.
Darüber hinaus berichtete der Vorsitzende des durch die EU Kommission mandatierten Normungsprojekts „Development of technical standards in the field of greenhouse gas emissions“ über dessen Zielsetzung und den aktuellen Stand der Bearbeitung.
Fachauskünfte zum Expertenforum erteilt:
Herr Dipl.-Ing. Peter Plegnière
Telefon: +49 211 6214-552
E-Mail: plegniere@vdi.de

