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29.10.2012
Strelizienblüte als bionisches Vorbild
 

VDI verleiht International Bionic-Award der Schauenburg-Stiftung

Der Stifter des International Bionic-Award Marc Georg Schauenburg (Mitte) mit den Preisträgern und Mitgliedern der Jury, Frau Prof. Antonia Kesel, Hochschule Bremen, und Herrn Prof. Thomas Speck, Universität Freiburg (Bild: Woppowa/VDI)

Der Stifter des International Bionic-Award Marc Georg Schauenburg (Mitte) mit den Preisträgern und Mitgliedern der Jury, Frau Prof. Antonia Kesel, Hochschule Bremen, und Herrn Prof. Thomas Speck, Universität Freiburg (Bild: Woppowa/VDI)

Entwicklung eines Sonnenschutzsystems, das auf dem Klappmechanismus der Strelitzienblüte basiert, mit 10.000 Euro prämiert: Der International Bionic-Award der Schauenburg-Stiftung geht in diesem Jahr an ein 6-köpfiges Team aus Süddeutschland. Julian Lienhard und Simon Schleicher, Universität Stuttgart, Simon Poppinga und Dr. Tom Masselter, Universität Freiburg sowie Lena Müller und Julian Sartori vom Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf, erhielten den Preis am 26.10.2012 in Bremen für die Entwicklung eines bio-inspirierten neuartigen Sonnenschutzsystems für Gebäudefassaden am Vorbild der Strelitzienblüte.

 

Der International Bionic-Award 2012 der Schauenburg-Stiftung im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft wurde vom VDI Verein Deutscher Ingenieur vergeben. Wir haben für Sie ein paar Impressionen der Verleihung im historischen Rathaus zu Bremen zusammengestellt.

 


Bei dem als Flectofin® zum Patent angemeldeten Mechanismus des Sonnenschutzsystems nahmen sich die Wissenschaftler das biologische Prinzip der gelenkfreien Klappmechanik der Strelitzienblüte zum Vorbild. Diese Technik nutzt die Pflanze zur Verbreitung ihrer Pollen. Die Forschungsidee und deren Umsetzung eröffnen vollständig neue Möglichkeiten der Außenverschattung von organisch geformten Bauwerken und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die technische Neuheit beim Flectofin® besteht darin, dass an die Stelle lokal angeordneter Scharnier-, Gelenkund Winkelverbindungen großflächige elastische Verformungen treten. Mit einer Reihe von außen angebrachten Flectofin®-Lamellen lassen sich Glaskuppeln wie beispielsweise der Reichstag in Berlin und andere komplexe Fassaden adaptiv verschatten und tragen so zur energieeffizienten Kühlung der Gebäude bei. Dieser Ansatz stellt eine gänzlich neue Interpretation beweglicher Konstruktionen dar.  Ihre Kinematik beruht nicht auf störanfälligen und wartungsaufwändigen Bauteilen, sondern auf der lokal angepassten Nachgiebigkeit ihrer Komponenten nach dem Vorbild der Natur.

 
Die Nachwuchsforscher überzeugten mit dieser Idee die internationale Experten-Jury. "Der diesjährige Preis zeigt in besonderem Maße, welche Erfolge durch interdisziplinäre Arbeit in einem kreativen Team erzielt werden können. Die Entwicklung vom biologischen Vorbild der Strelizienblüte bis zum marktfähigem Prototyp eines Beschattungssystems in nur zwei Jahren ist beeindruckend und hat sich im internationalen Wettbewerb durchgesetzt. Deshalb wird die Arbeit heute zu Recht ausgezeichnet", so Jurymitglied Prof. Dr. Antonia B. Kesel von der Hochschule Bremen. Gestiftet wurde der Preis von der Schauenburg-Stiftung im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft. "Mit der Schauenburg-Stiftung und dem Bionic Award fördern wir junge Menschen und unterstützen wissenschaftliche Innovationen. Interdisziplinäres Arbeiten und konstruktives Querdenken sind Grundvoraussetzungen in der Bionik und auch für Unternehmen die Basis des Erfolgs", sagt Marc-Georg Schauenburg, Sohn des Stifters des Bionic-Awards. Über die große internationale Resonanz auf die Ausschreibung des Nachwuchspreises freut sich auch Dr. Ljuba Woppowa, Geschäftsführerin der VDIGesellschaft Technologies of Life Sciences. "Das Thema Bionik birgt erhebliche Potentiale für Forschung und Wirtschaft. Gerade im Hinblick auf den Technologiestandort Deutschland wird die Bionik in Zukunft eine immer wichtigere Rolle einnehmen."


Die Preisverleihung fand im Rahmen des 6. Bionik-Kongresses statt. Bei der Veranstaltung kamen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um Projekte in allen Stadien der Entwicklung vorzustellen – von der Grundlagenforschung bis hin zu serienreifen, innovativen Produkten und Patenten.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. rer. nat. Ljuba Woppowa

VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences

Fachbereich Bionik

Postfach 10 11 39

40002 Düsseldorf

 

Telefon: +49 211 6214 314

Telefax: +49 211 6214 177

E-Mail: bionik@vdi.de

 

 

Über die Schauenburg-Stiftung
Seit 2008 wird der Bionic Award von der Schauenburg-Stiftung gestiftet. Diese wurde 1986 von Hans-Georg Schauenburg, dem Gründer der seit über 50 Jahren in Mülheim an der Ruhr tätigen Schauenburg Gruppe, ins Leben gerufen und wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft treuhänderisch verwaltet. Die weltweit agierende Schauenburg Gruppe unterstützt über die Schauenburg-Stiftung vor allem wissenschaftliche Vorhaben auf den Gebieten der Ingenieur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, darüber hinaus fördert sie junge Menschen bei ihrer beruflichen Ausbildung.

 
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