VDI- Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Gebäudeautomation in der TGA
Gebäudeautomation - Raumautomation - Assistenzfunktionen zum Wohnen
Der VDI-Fachbereich TGA ist Herausgeber von drei Regelwerken, deren Abgrenzung nachfolgend beschrieben wird.
Die Funktionalität eines Raumes wird maßgeblich von seiner technischen Ausstattung un deren Automation bestimmt. Diese beeinflussen sein Verhalten hinsichtlich Energiebedarf, Komfort, Wohlbefinden, Sicherheit und damit auch "Produktivität" seiner Nutzer.
Die Richtlinie 3813 "Raumautomation" legt die Funktionen der Raumautomation fest - Gewerke übergreifend - als Grundlage für eine einheitliche Planung und Ausführung auf Basis einer durchgängigen Beschreibungssystematik. Die Beschreibung erfolgt dabei unabhängig von Technologien. Die technologische Umsetzung kann - je nach Projektanforderung un dem Stand der Technik - nach wirtschaftlichen, technischen oder strategischen Kriterien erfolgen. Die Richtlinie hilft dem Planer bei der Spezifikation der Anforderung gegenüber ausführenden Firmen und Geräteherstellern, und zwar sowohl für das einzelne Projekt als auch für die Produktentwicklung. Es ist davon auszugehen, dass bei konsequenter Anwendung der Richtlinie durch die Standardisierung von Prozessen, Software und Tools die Wertschöpfung der beteiligten Unternehmen steigen und die Investitions- wie auch die Betriebskosten der Bauherren sinken werden.
Weil es derartige Spezifikationen bisher nicht gab, haben Hersteller von Produkten, Interessengruppen unterschiedlicher Kommunikations- bzw. Bus-Systeme für die TGA, Planungsbüros oder auch ausführende Firmen sich - je nach Philosophie - Ihre eigenen "Standards" geschaffen und diese in Projekten eingesetzt.
Im Gegensatz hierzu sind wesentliche Funktionen der Automation von Anlagen der TGA (Anlagenautomation) weltweit seit Einführung der Regelwerke VDI
3814 bzw. ISO 16484 für die Gebäudeautomation einheitlich spezifiziert.
Zur Realisierung vollständiger Gebäudeautomationslösungen ist eine Abstimmung der Vorgaben und Empfehlungen beider Richtlinien erforderlich. Dies betrifft insbesondere die Kommunikation zwischen der Raumautomation und der jeweils für die Medienbereitstellung erforderliche Anlagenautomation sowie die Integration in die Managementsysteme.
Die Koordination der Gebäudeautomation einschl. der Raumautomation mi den klassischen TGA-Gewerken (HLSE) sowie zunehmend technisierten Baugewerken (z.B. Fenster/Fassaden/Sonnenschutz/Schließsysteme,...) erfordert eine besondere Qualifikation bei der Objektplanung (gem. Honorarordnung der Architekten und Ingenieure) oder den Einsatz eines Integrationsplaners. Einzelheiten dazu finden sich in VDI 3814 Blatt 5.
Die Automation von Funktionen in Wohngebäuden ist häufig analog zu den Aufgaben der Raumautomation aus VDI 3813 und der Anlagenautomation aus VDI 3814. Dabei steht jedoch die Schaffung von Assistenzfunktionen im Vordergrund. Die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Zielsetzungen werden in der Richtlinie VDI 3812 dargestellt. Die Richtlinie VDI 3812 setzt dabei auf die klassische Elektroinstallation von Wohngebäuden auf. Es werden Prozesse unterstützt, die speziell auf Wohngebäude fokussiert sind.
Richtlinien:
- Richtlinie VDI 3812/1 - Assistenzfunktionen zum Wohnen - Bedarfsermittlung für Elektroinstallation und Gebäudeautomation
- Richtlinie VDI 3813/1 - Raumautomation - Grundlagen
- Richtlinie VDI 3814/1 - Gebäudeautomation (GA) - Systemgrundlagen
- Richtlinie VDI 3814/2 - Gebäudeautomation (GA) - Gesetze, Verordnungen, Technische Regeln
- Richtlinie VDI 3814/3 - Gebäudeautomation - Hinweise für das Facility Management
- Richtlinie VDI 3814/4 - Weißdruck 08.2003 - Gebäudeautomation (GA) - Datenpunktlisten und Funktionen - Beispiele
- Richtlinie VDI 3814/5 - Weißdruck 01.2000 - Gebäudeautomation (GA) - Hinweise zur Anbindung von Fremdsystemen durch Kommunikationsprotokolle
- Richtlinie VDI 3814/6 - in Bearbeitung - Gebäudeautomation - Darstellung von Steuerungsaufgaben
Richtlinienreihe VDI 3814 "Gebäudeautomation"


