VDI-Fachbereich Ressourcenmanagement in der Energie- und Umwelttechnik
Gremien zum Wirtschaften in Kreisläufen - Recycling:
Recycling elektrischer und elektronischer Geräte
Vorsitzender des Gremiums: Dr.-Ing. Ralf Brüning, Brake
Das Gremium erarbeitet die Richtlinienreihe VDI 2343 "Recycling elektrischer und elektronischer Geräte".
Ziel ist es, praxistaugliche und rechtskonforme Handlungsempfehlungen für das Recycling elektr(on)ischer Geräte zu geben. Die Richtlinienreihe behandelt in 7 Blättern die Gesichtspunkte Demontage, Logistik, Aufbereitung, Verwertung, Vermarktung und ReUse.

- Die Struktur der Blätter der Richtlinienreihe

- Quelle: Dr.-Ing.Ralf Brüning, Brake
Das Blatt 1 "Grundlagen und Begriffe" (Ausgabe Mai 2001) benennt die Ziele und Zielgruppen der Richtlinienreihe und erläutert die Fachbegriffe. Es gibt eine Übersicht über die rechtlichen Rahmenbedingungen des Recyclings elektr(on)ischer Geräte. Dabei legt es besonderes Gewicht auf die Produktverantwortung der Hersteller und erläutert ökonomische, ökologische und technische Bewertungsverfahren.
Das Blatt 2 "Logistik" (Ausgabe Februar 2010) analysiert die unterschiedlichen Einsatzfelder von Hol- und Bringsystemen und gibt eine Übersicht und Bewertung der Transport- und Ladehilfsmittel für die technische Realisierung der Entsorgungslogistik. Ein Großteil der Gesamtkosten beim Recycling elektr(on)-ischer Altgeräte entfällt auf die Logistik, die ein großes Potenzial zur Kostenminimierung beinhaltet. Neben den Belangen der Wirtschaft und des Rechts spielt die Ökologie eine entscheidende Rolle. Besondere Herausforderungen bestehen in der Vielfalt der Elektro(nik)altgeräte, in der Vielzahl der potenziellen Anfallstellen, in der Wahl der Rücknahmesysteme und in der Koordinierung der Logistikschnittstellen. Das Blatt „Logistik“ behandelt die komplexen Zusammenhänge innerbetrieblicher und externer Logistik. Externe logistische Aufgaben können nur erfüllt werden, wenn die Infrastruktur es ermöglicht, die Altgeräte durch vernetzte Sammel-, Lager- und Transportsysteme kostenoptimiert in geforderter Qualität, in optimaler Menge und rechtzeitig an den richtigen Ort zu bringen.
Das Blatt 3 "Demontage" (Ausgabe April 2009) behandelt die Möglichkeiten und Einsatzgebiete der manuellen, teilautomatisierten und/oder vollautomatisierten Demontage elektr(on)ischer Altgeräte. Ziel ist es, unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Aufwand und Nutzen ein wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen. Die Richtlinie gibt Hilfestellung bei der Entscheidung zwischen der Aufbereitung eines kompletten Gerätes, der Demontage von wieder-/weiterverwendbaren Baugruppen oder der Bildung von Fraktionen zur Verwertung.
Seit Januar 2012 ist das Blatt 4 "Aufbereitung" verfübar. Es beschreibt die Charakteristika und Einsatzgebiete verschiedener Aufbereitungstechniken wie mechanische Zerkleinerungstechniken, Klassier- und Sortierverfahren. Von den mechanischen Zerkleinerungstechniken analysiert die Richtlinie das Brechen, das Mahlen, das Schreddern und das Schneiden. Ferner stellt sie von den Klassierverfahren die Sieb- und Stromklassierung vor und geht unter den Sortierverfahren auf die elektromagnetische, elektrostatische und Dichtesortierung ein. Die Richtlinie ersetzt den Entwurf von Januar 2011 und die Fassung von November 1999.
Noch in Vorbereitung sind Folgeblätter der Richtlinienreihe VDI 2343 "Recycling elektrischer und elektronischer Geräte":
Das Blatt 5 "Verwertung" wird auf die energetische, die werkstoffliche und die rohstoffliche Verwertung der in einem Gerät enthaltenen Materialien eingehen. Zunächst muss geprüft werden, ob ein Gerät vollständig oder in einzelnen Bauteilen wieder verwertet werden kann. Wenn dies nicht möglich ist, muss die Verwertung der eingesetzten Materialien angestrebt werden. Für die so gewonnenen Stofffraktionen müssen – abhängig vom gewählten Verfahren – bestimmte Randbedingungen eingehalten werden, die den betrieblichen Aufwand in der jeweiligen Verwertungsanlage maßgeblich bestimmen. Die Richtlinie wird zeigen, wie die einzelnen Stofffraktionen wirtschaftlich von Schadstoffen gereinigt und verwertet werden können, ohne die Umwelt zu belasten.
Das Blatt 6 "Vermarktung" wird beschreiben, wie die Wertstoffe aus Altgeräten wieder verfügbar gemacht werden können. Es gibt Recyclingbetrieben konkrete Handlungsempfehlungen für die Vermarktung/Beseitigung von Eisenmetallen, Nichteisenmetallen, Kunststoffen, Glas, Bildröhren und Stoffen mit Gefährdungspotenzial für die Umwelt.
Das Blatt 7 '"ReUse" wird die Bedingungenuntersuchen, unter denen es sinnvoll ist, ein Produkt zu verwerten oder wieder zu verwenden. Damit vor allem kleine und mittlere Betriebe Fehlinvestitionen vermeiden und neue Rationalisierungs- und Investitionspotenziale erschließen können, wird die Richtlinie konkrete Handlungsanweisungen und Empfehlungen geben. Sie wird zu beachtende rechtliche, technische, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte des Verwertens oder Wiederverwendens erläutern und Mindeststandards und Begriffe eindeutig definieren. Ab Februar 2013 wird das Blatt "ReUse" verfügbar sein.
Automobilverwertung; Qualität von Kfz-Gebrauchtteilen
Vorsitzender des Gremiums: Dipl.-Ing. Gerhard Witte, Langenfeld
Gebrauchte Kfz-Ersatzteile, die wiederverwendet werden sollen, erzielen beim Endverbraucher nur dann eine hohe Akzeptanz, wenn ihre Qualität nachprüfbar dokumentiert ist. Dazu müssen Bauteile und Baugruppen gleicher Art, aber von unterschiedlichen Hersteller- oder Fahrzeugtypen, eindeutig zu identifizieren sein. Dies ermöglicht die Richtlinie VDI 4080. Weiter legt sie in einer Tabelle Kriterien fest, nach denen sich gebrauchte Kraftfahrzeug-Bauteile aus Personenkraftwagen, Nutzfahrzeugen und Krafträdern nachvollziehbar prüfen und in drei Qualitätsklassen einordnen lassen.
Automobilverwertung; Trockenlegung und Vorbereitung von Kfz auf die Zerlegung/Demontage
Vorsitzender des Gremiums: Dipl.-Ing. Markus Geisbauer, Lüdenscheid
Der Ausschuss hat die gleichnamige Richtlinie VDI 4082 erarbeitet. Sie stellt die gesamten technischen Abläufe und die damit zusammenhängenden organisatorischen Maßnahmen in einem Automobilverwertungsbetrieb dar. Diese reichen vom Erfassen der Fahrzeuge über die Trockenlegung und Demontage von Stoffen und Teilen bis hin zur letztendlichen Verwertung der Restkarossen. Bei diesen Prozessen sind Belange der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes zu beachten, die die Richtlinie übersichtlich darstellt und beschreibt.
Aufgearbeitete Aggregate mit Schwerpunkt Motor
Vorsitzender des Gremiums: Dipl.-Ing. (FH) Günter Wolf, Heilbronn
Im Spannungsfeld zwischen der Automobilindustrie, den Reparaturbetrieben und den Endkunden ist es notwendig, den Begriff „aufgearbeitete Aggregate“ eindeutig zu definieren. Aktuell verwendete Begriffe wie „Austauschmotor“,“ instandgesetzter Motor“, „Tauschaggregat“ oder „generalüberholtes Aggregat“ zeigen die bisher herrschende begriffliche Unsicherheit. Die neue Richtlinie VDI 4084 „Aufgearbeitete Aggregate mit Schwerpunkt Motor“ soll hier für Abhilfe sorgen, indem sie die verschiedenen Begriffe spezifiziert und die Qualität der Aggregate beschreibt. Sie soll Herstellern, Sachverständigen, Verbraucherverbänden und Juristen in Garantie- und Rechtsfragen als Basis dienen.
Die Richtlinie VDI 4084 wird im Frühjahr 2013 wird als Entwurf vorliegen.
Planen, Errichten und Betreiben von Schrottplätzen; Anlagen sowie Einrichtungen zum Umschlagen und/oder Behandeln von Schrotten und anderen Materialien
Vorsitzender des Gremiums: Prof. Dr.-Ing. Uwe Görisch, Karlsruhe
Die Richtlinie VDI 4085 mit dem Titel „Planung, Errichtung und Betrieb von Plätzen zur Lagerung, Behandlung und Umschlag von Eisen- und Nichteisenschrotten sowie Abfällen (Schrottplätze)" ist seit Oktober 2009 als Entwurf erhältlich. Die verschiedenen Bundesländer wenden unterschiedliche anerkannte Regeln der Technik bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb von Schrottplätzen an. Daher kann es bei Genehmigungsverfahren zu Wettbewerbsverzerrungen kommen.
Die Vielzahl der existierenden Merkblätter, Richtlinien und Weisungen für die verschiedenen technischen Bereiche hat eine Überregulierung zur Folge. Hier leistet die neue VDI-Richtlinie einen Beitrag zur Deregulierung indem sie diese Vorschriften vereinheitlicht.
Richtlinie VDI 4085: Planung, Errichtung und Betrieb von Schrottplätzen
Zur Richtlinie VDI 4085 ist ein Buch erschienen, das unter der folgenden Adresse zum Preis von 69,90 je Exemplar (zzgl. Mwst. und Versand) bestellt werden kann:
VU Meynen
Postfach 1153
65331 Eltville
Telefax: 06123/9238-216




