VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik
LED - Die unterschätzte Greentech Entwicklung
„Wir sind noch immer im Wandel.“ Mit diesen Worten eröffnete der Vorsitzende des VDI-Fachbereichs Optische Technologien, Herr Dr. Michael Kramer, die 10. VDI-Fachtagung „Innovative Beleuchtung mit LED“, die am 08. und 09. November 2012 in Düsseldorf stattfand.
Damit hat er genau die Stimmung der Teilnehmer getroffen: Die LED-Beleuchtungstechnik hat viel erreicht und ermöglicht schon heute wirtschaftliche, energieeffiziente Lösungen. Dabei gibt es von den Herstellern weiterhin neue Erfolgsmeldungen über Effizienzsteigerungen, kostengünstigere Fertigungsverfahren und neue Beleuchtungskonzepte. Die Branche analysiert die Einflussgrößen auf die Langlebigkeit einer LED-Leuchte immer detaillierter und kann so die Zuverlässigkeit in der Praxis weiter erhöhen. Prinzip bedingt hängen der Farbton und die Helligkeit einer LED von der Betriebstemperatur und dem Strom, mit dem sie betrieben wird, ab. Systematische Untersuchungen dazu existieren aber erst vereinzelt. Die Vielfalt technischer Regeln, die auf LEDs anwendbar sind, ist schwer überschaubar. Manche Vorschriften für Beleuchtungen die vor dem LED-Zeitalter verfasst wurden, schließen die LEDs praktisch aus, obwohl dies technisch unbegründet ist. Bei LED-Modulen, -Leuchten und -Lampen fehlen teilweise noch definierte Schnittstellen und allgemein anerkannte Spezifikationen.
Die LED wird als eine wichtige Greentech-Entwicklung auch die Halogenlampen und die bis dahin effizientesten Leuchtstofflampen ersetzen. McKinsey hat berechnet, dass durch den Ersatz bisheriger Leuchtmittel durch LEDs bis 2020 weltweit alleine 55 Atomkraftwerke abgeschaltet werden können. LED Beleuchtungen finden schon heute den Weg in die breite Anwendung. Die Deutsche Bahn rüstet die Beleuchtung von Bahnhöfen bereits systematisch auf LEDs um. Airbus baut den LED-Anteil in seinen Flugzeugen kontinuierlich aus und wird mit dem A350 XWB ein erstes Full-LED Flugzeug anbieten. LED-Beleuchtungen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Sporthallen zu Multifunktionshallen werden: Im Gegensatz zu den in Fußballstadien bisher gebräuchlichen Metalldampflampen lassen sich die LEDs dimmen und kurzfristig ein- und ausschalten. Damit kann das Licht akzentuiert dort eingesetzt werden, wo es gebraucht wird. Das wirkt stimmungsvoll und spart ganz nebenbei Energie. Auch Gebäudeplaner schätzen die LEDs wegen der vielfältigen Möglichkeiten für die Fassaden-, Innenraum- und Objektbeleuchtung. Farben und Helligkeiten können stimmungs- und situationsgerecht gewählt werden. Die Lichtquellen können in Fensterrahmen, Wänden und Fußböden integriert werden und schaffen so neue gestalterische Freiräume.
Damit ist die Prognose für die Zukunft der LED im Beleuchtungsmarkt eindeutig: Die LED wird die Lichtquelle der Zukunft sein. Das heißt aber auch, dass sich die Hersteller von Leuchten und Lampen radikal umstellen müssen: Ohne LED kein Geschäft. Das ist eine Herausforderung, der sich die mittelständischen europäischen Lampenhersteller stellen müssen. Sie müssen vom Verarbeiter von Metall und Kunststoff zum Anbieter einer elektronischen Systemlösung werden.
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