VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik
Studenten und Jungingenieure
GMA-Internet-Studienführer Mess- und Automatisierungstechnik
1. Allgemeine Informationen zum Studium
1.1. Die Hochschullandschaft
Die "Hochschullandschaft" in Deutschland ist vielgestaltig: unterschiedliche Arten von Hochschulen bieten differenzierte Ausbildungsprofile, inhaltliche Schwerpunkte und Abschlussmöglichkeiten. Dabei ist es keineswegs so, dass Sie als Abiturientin oder Abiturient für ein Technik-Studium auf Technische Universitäten festgelegt sind. Ein Studiengang an einer Fachhochschule oder einer Berufsakademie kann Ihren persönlichen Zielvorstellungen vielleicht besser entsprechen. Umgekehrt gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie Studierende mit Fachhochschulreife universitäre Abschlüsse erwerben können, z.B. ermöglichen immer mehr Universitäten auch Absolventen von Fachhochschulen unter bestimmten Voraussetzungen die Promotion.
Die sorgfältige Wahl der Hochschule und des für die angestrebte Berufstätigkeit richtigen Abschlusses wird sich für Sie in mehrfacher Hinsicht auszahlen. Erstens sichern Sie sich damit die Qualifikation, die Sie später tatsächlich benötigen werden. Zweitens können Sie wertvolle Zeit - und damit Geld - sowie Nerven sparen. Und drittens werden Sie einfach mehr Spaß am Studium haben, wenn Sie genau wissen, wofür Sie sich anstrengen.
1.2. Was beinhaltet das Studium der Automatisierungstechnik?
Bis zur Mitte der 70er Jahre lag das Hauptinteresse auf den Bereichen Messtechnik, Sensorik, Aktorik und Automatisierungsgeräte, deren Aufbau durch Mechanik, Elektrotechnik/Elektronik und Pneumatik geprägt war. Mit dem Aufkommen kostengünstiger Rechnersysteme hat sich die Orientierung der Automatisierungstechnik seit Mitte der 70er Jahre ausgeweitet. Heute werden Rechnersysteme in nahezu allen Automatisierungsgeräten und auch zunehmend in den Sensoren und Aktoren verwendet. Es entstanden komplexe verteilte Rechnersysteme, sog. Automatisierungssysteme bzw. Leitsysteme, die in der Lage sind, komplette Produktionsanlagen nahezu vollständig zu automatisieren. In diesen verteilten Rechnersystemen stehen heute die Informationsverarbeitung und die Kommunikation im Vordergrund. Mit diesem technologischen Wandel hat sich auch das Anforderungsprofil des Automatisierungsingenieurs verändert. Während früher überwiegend Mechanik-, Elektrotechnik- und Pneumatikkenntnisse gefordert wurden, sind es heute auch die Informatik- und Kommunikationskenntnisse, die einen Schwerpunkt im Wissen des Automatisierungsingenieurs ausmachen müssen.
1.3. Synonyme für den Begriff Automatisierungstechnik
Ausgehend von dieser Entwicklung siedelten sich die Studiengänge der Automatisierungstechnik in verschiedenen Hochschuldisziplinen an. Als Studiengangbezeichnung wurde, ebenfalls historisch bedingt, selten der Begriff Automatisierungstechnik verwendet, da dieser erst in den letzten 20 Jahren Bedeutung als Sammelbegriff gewonnen hat. Die alten Studiengangsbezeichnungen (z.B. Regelungstechnik oder Technische Kybernetik) werden nur langsam umgestellt, daher existieren heute einige Synonyme zu dem Begriff Automatisierungstechnik. Teilweise werden sie aber auch beibehalten, um zu signalisieren, dass sich der betreffende Studiengang mit einem Teilbereich der Automatisierungstechnik beschäftigt, und die Bezeichnung diesen Teilbereich treffender beschreibt (z.B. Regelungstechnik als Teilgebiet der Automatisierungstechnik). Bei der Auswahl eines Studiums der Automatisierungstechnik macht es also auch Sinn, sich solche Studienangebote anzuschauen, die zwar nicht mit Automatisierungstechnik überschrieben sind, aber Teilgebiete davon abdecken. Um Ihnen die Suche zu erleichtern, sind die häufigsten Synonyme und die Bezeichnungen der wichtigsten Teilgebiete der Automatisierungstechnik, die als Studiengänge in Deutschland angeboten werden, im Folgenden zusammengestellt:
• Automation,
• Prozessautomatisierung,
• Fertigungsautomatisierung,
• Gebäudeautomatisierung,
• Prozessleittechnik,
• Regelungstechnik
• Steuerungstechnik,
• Antriebstechnik,
• Messtechnik,
• Prozessmesstechnik,
• Fertigungsmesstechnik
• Kybernetik
1.4. Ansiedelung des Studiums zur Automatisierungstechnik
Die Hochschulen sind oft in so genannte Fachbereiche oder Fakultäten gegliedert, in denen in der Regel mehrere Studiengänge angesiedelt sind. Als Bezeichnungen der Fachbereiche werden daher oft Sammelnamen verwendet, in denen meistens kein Hinweis auf die Automatisierungstechnik enthalten ist.
Studiengänge können ihrerseits weiter untergliedert werden in so genannte Studien- bzw. Vertiefungsrichtungen. Es besteht damit auch die Möglichkeit, dass die Automatisierungstechnik nicht als Studiengang, sondern nur als Studien- bzw. Vertiefungsrichtung angeboten wird, und der Name des Studiengangs wiederum eine Sammelbezeichnung verschiedener Studienrichtungen darstellt.
Es existieren also die drei hierarchischen Ebenen
• Fachbereich (Fakultät)
• Studiengang
• Studienrichtung, Vertiefungsrichtung
Da die Automatisierungstechnik eine branchenübergreifende Wissenschaft darstellt, ist es manchmal nicht leicht, die richtigen Fachbereiche zu finden, die den Studiengang Automatisierungstechnik anbieten. Klassisch war sie in den Fachbereichen der Elektrotechnik oder des Maschinenbaus zu finden, heute bieten aber wesentlich mehr branchenorientierte Fachbereiche die Automatisierungstechnik als Studiengang oder Studienrichtung an. In folgenden branchenorientierten Fachbereichen finden Sie häufig Studiengänge oder Studienrichtungen der Automatisierungstechnik:
• Chemietechnik,
• Chemieingenieurwesen,
• Verfahrenstechnik,
• Fertigungstechnik,
• Anlagentechnik,
• Medizinische Technik,
• Umwelttechnik,
• Abfalltechnik, Entsorgungstechnik,
• Aerodynamik,
• Fahrzeugtechnik,
• Getriebetechnik,
• Klimatechnik, Klimaanlagen,
• Luft- und Raumfahrttechnik.
Gelegentlich finden Sie auch Studiengänge der Automatisierungstechnik in Fachbereichen, die sich mit Informatik- oder Kommunikations-Fragen beschäftigen, so z.B.
• Informationstechnik,
• Ingenieurinformatik,
• Technische Informatik,
• Praktische Informatik,
• Kommunikationstechnik.
2. Berufsbild
Bei der Darstellung des Berufsbilds ist sowohl die fachliche Richtung als auch die Art der Tätigkeit von Bedeutung. Zu beginn des Studiums werden Sie sich überwiegend fachlich orientieren, für die spätere Berufsausübung ist es allerdings wichtig, dass Sie sich Gedanken dazu machen, welche Art der Tätigkeit Sie übernehmen möchten. Sie können bei frühzeitiger Überlegung dazu vielleicht auch Ihr Studium etwas darauf einrichten.
Wenn Sie z.B. als Entwickler in der Automatisierungstechnik arbeiten möchten, so sind Sie in der heutigen Zeit meist darauf angewiesen, mehrere Programmiersprachen gut zu beherrschen. In der Messtechnik sollten Sie exzellente physikalische und ggf. chemische Kenntnisse besitzen.
Wenn Sie dagegen als Vertriebsingenieur arbeiten möchten, werden von Ihnen Kommunikationsfähigkeiten in hohem Maße gefordert. Dazu benötigen Sie neben einem soliden Wissensstand über die fachliche Materie gute Kenntnisse in Präsentationstechniken, in Fremdsprachen und ggf. in Projektmanagement-Techniken.
2.1 Forschung
Ingenieure in der Forschung erarbeiten neue technische Verfahren und Produkte. In der Grundlagenforschung sind sie in der Industrie, an Technischen Hochschulen und Universitäten sowie an Forschungsinstituten tätig. Angewandte Forschung betreiben vor allem Industrieunternehmen. Dabei gehen die Aufgaben auch über die Entwicklung einzelner Produkte hinaus. So muss die Forschungsabteilung im Unternehmen für die Richtung der technischen Entwicklungen Zielvorgaben erarbeiten und dabei auch die Marktsituation im Auge behalten.
Die Tätigkeit des Forschungsingenieurs lässt sich so beschreiben, dass Problemstellungen theoretisch aufbereitet und gelöst werden. Die Lösungen müssen in Experimenten und Simulationen überprüft werden. Erweisen sie sich als tauglich, muss der Forschungsingenieur Vorschläge entwickeln, wie das Ergebnis in ein Produkt oder in eine Dienstleistung umgesetzt werden kann - dabei muss er u.a. auch berücksichtigen, dass seine Technik umweltverträglich sein soll. Gemeinsam mit Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsstellen werden erste Testläufe organisiert. Die Arbeit wird in Forschungsberichten dokumentiert. Eine wichtige Rolle spielt auch die Zusammenarbeit mit anderen Forschungsstätten oder mit Hochschulen.
2.2 Entwicklung
Ingenieure in der Entwicklung bauen auf den Ergebnissen der Kollegen in der Forschung auf und setzen sie für praxistaugliche Produkte und Verfahren um. Ein erster Schritt ist es, ein Produkt, eine Anlage, ein System oder Verfahren so zu konzipieren, dass es wirtschaftlich ist - kaufmännische Überlegungen gewinnen an den Ausgangspunkten der Wertschöpfung an Gewicht. Auf der Basis von Prototypen werde die Ergebnisse aus der Forschung analysiert und so umgesetzt werden, dass sie für den Einsatz in der Praxis verwertbar werden und den Ansprüchen der Kunden genügen. Entwicklungsingenieure testen neue Entwicklungen im Labor und in der Praxis. Sie stimmen sich bei der Entwicklung von Produkten oder Systemkomponenten mit Kunden ab. Natürlich müssen sie auch den Einkauf dabei unterstützen, geeignete Zulieferer zu finden, die die benötigten Teile beschaffen können.
Gleichzeitig müssen die Arbeiten dokumentiert werden - auf ihrer Basis werden anschließend die Ingenieure in der Konstruktion und Fertigung tätig. Auch die Bereiche Marketing und Vertrieb brauchen diese Information.
2.3 Vertrieb und Marketing
Vertriebsingenieure sind das Bindeglied zwischen Unternehmen und Kunden. Sie verkaufen Sachgüter, technische Systeme, ganze Anlagen oder auch Dienstleistungen. Zunehmend werden einzelne Produkte exakt auf die Bedürfnisse eines Kunden abgestimmt - auch dafür ist der Vertrieb mitverantwortlich.
Ingenieure in Vertrieb und Marketing haben erheblichen Einfluss auf die Innovationen im Unternehmen. Schließlich sind sie es, die neue Produkte absetzen müssen. Sie haben zudem die besten Möglichkeiten, den Markt zu beobachten.
Parallel dazu entwickeln die Verkaufsspezialisten neue Strategien, um weitere Absatzmärkte zu erschließen und bestehende zu sichern. Neue Kommunikationstechniken haben zunehmende Bedeutung.
2.4 Projektierung
Die Arbeit von Projektingenieuren beginnt mit der Betriebsstudie oder einer Ausschreibung, beinhaltet die Planung bei fixen Kosten und endet mit der Inbetriebnahme, etwa einer Anlage oder Maschine. Sie koordinieren und kontrollieren komplette Projekte und müssen darauf achten, dass die Zusagen an den Kunden eingehalten werden. Gleichzeitig dürfen aber nicht die geplanten Kosten überschritten werden. Bei technischen Anlagen ist es häufig notwendig, Komponenten oder Teilsysteme völlig neu zu entwickeln, damit das Ergebnis den Anforderungen des Kunden entspricht. Der Projektingenieur ist also auch dafür zuständig, Innovationen mit auf den Weg zu bringen. Er muss die technische Anlage und ihre Funktionen detailliert beschreiben - das Ergebnis heißt Pflichtenheft.
Der verantwortliche Ingenieur gibt vor, wie das Projekt ausgeführt wird. Dabei muss er nicht nur technische und kommerzielle, sondern auch Umweltaspekte berücksichtigen. Es ist notwendig, dass er moderne Planungsverfahren wie CAD oder Netzplantechniken kennt. Projektingenieure bilden eine Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden, gleichzeitig koordinieren sie auch die Zusammenarbeit einzelner Abteilungen im Betrieb und müssen sich zudem darum kümmern, dass Zulieferer ihre Zusagen einhalten.
2.5 Montage und Inbetriebnahme
In der Montage und Inbetriebnahme arbeiten Ingenieure mit einzelnen Teilen von Anlagen - etwa mit Prozessrechnern, Antrieben oder Aggregaten - oder bauen komplette Produktionsanlagen auf. Ihre Aufgabe beginnt mit der Planung. Anschließend steuern und überwachen sie die Montage und müssen bei der Inbetriebnahme dafür sorgen, dass die fertig gestellte Anlage reibungslos funktioniert.
Dazu gehört natürlich auch eine Reihe von Testläufen inklusive Feinabstimmung, die anschließend für den Auftraggeber dokumentiert werden. Auch hier gilt: Materialien müssen wirtschaftlich und umweltverträglich eingesetzt werden. Zu den Aufgaben der Ingenieure in der Montage gehört auch die Planung des Personaleinsatzes vor Ort.
Die Anlagenbauer sind selten im Unternehmen beschäftigt. Gerade bei international tätigen Konzernen arbeiten sie auf Baustellen in verschiedenen Teilen der Welt.
2.6 Wartung und Instandhaltung
Maschinen oder technische Systeme arbeiten nur dann optimal, wenn sie regelmäßig gewartet werden. Ingenieure planen und organisieren die Instandhaltung. Technische Anlagen in Produktionsbetrieben brauchen ständige Pflege. Optimale Ergebnisse liefert die Wartung nur dann, wenn ihre Methode ständig überprüft und verbessert wird - auch hier sind die Technik-Spezialisten gefragt. Sie sind dafür zuständig, Lager-, Material- und Instandhaltungskosten kontinuierlich zu reduzieren - natürlich ohne die Funktionstüchtigkeit der Maschinen zu gefährden oder einzuschränken.
Auch wenn neue Anlagen gebaut werden, sind die Instandhalter gefragt. Sie müssen ihren Kollegen in der Entwicklung und Fertigung Hinweise geben, damit sie pflegeleichte Maschinen bauen, die mit wenig Aufwand möglichst lange arbeiten.
2.7 Der Ingenieur der Automatisierungstechnik in anderen Branchen (neu: Westerkamp)
Die Steuerung und Automatisierung von Funktionen z.B. in Geräten oder Maschinenteilen ist immer eine Aufgabe für die Mess- und Automatisierungstechniker, die in praktisch allen technischen Branchen häufig auftritt, z.B. in der Medizintechnik und in der Fahrzeugstechnik. Hier findet der Ingenieur der Mess- und Automatisierungstechnik seine Aufgaben häufig direkt am Produkt – Tätigkeiten in der Forschung und Entwicklung stehen hier im Vordergrund.
3. Hochschularten
Bei der Auswahl eines geeigneten Studiums ist es nicht nur wichtig, dass Sie den richtigen Studiengang auswählen, sondern auch den Typ der Hochschule für das Studium. In Deutschland existieren für das Studium der Automatisierungstechnik drei verschiedene Hochschultypen, die unterschiedliches Gewicht auf die theoretische und die praxisorientierte Ausbildung legen. Für die Ausbildung im technischen Bereich wird entsprechend der Aufgabenstellung unterschieden zwischen:
• Technischen Universitäten bzw. Technischen Hochschulen und Gesamthochschulen
• Fachhochschulen
• Berufsakademien
3.1 Universitäten und Technische Hochschulen
Besonders geeignet sind Unis und Technische Hochschulen für all jene, die gern forschen, die Wissenschaft mögen sowie diszipliniert und methodisch arbeiten können, die ihr Lernen gut selbst organisieren können und frei über mögliche inhaltliche Kombinationen entscheiden wollen. Technische Grundlagenkenntnisse und theoretisches Wissen werden betont. Das Grundlagenstudium ist häufig noch relativ trocken und ähnelt sich in den verschiedenen Disziplinen sehr stark. Zwar klingen die Namen einzelner Studiengänge gleich, aber die Universitäten selbst variieren auch in ihrem Angebot – ein Blick in die Fächerkataloge lohnt sich also schon früh. Welche Vorlesung oder Übung man besuchen will, muss jeder selbst entscheiden, denn man kann sich das notwendige Wissen auch aus Büchern aneignen. Sehr wichtig ist es, Praktika in der Industrie einzuplanen, denn jeder künftige Arbeitgeber schätzt solche Erfahrungen. Die Regelstudienzeit der Diplomstudiengänge beträgt 9 bis 10 Semester, einen Bachelor-Abschluss bekommt man schon nach 6 bis 7 Semestern.
3.2 Fachhochschulen
Wer mehr Wert auf anwendungsbezogenes Wissen legt, lieber einem strukturierten Lehrplan folgt, eine überschaubare und planbare Studienzeit bevorzugt und kleine Arbeitsgruppen schätzt, ist an einer Fachhochschule (FH) gut aufgehoben. Der persönliche Kontakt zu den Professoren ist hier meist besser als an den Universitäten. Die praktische Ausbildung steht im Vordergrund, die technische Anwendung ist wichtiger als wissenschaftliche Forschung. Praktika sind fest im Lehrplan vorgesehen, häufig wird eines schon bei Studienbeginn vorausgesetzt. Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester. Die Eintrittsgehälter von FHAbsolventen sind niedriger als von Universitätsabgängern, aber dafür sind sie früher im Beruf.
3.3 Duale Studiengänge
Wen es noch schneller in die berufliche Praxis drängt, findet heute noch eine weitere attraktive Variante: Hochschulen und Wirtschaft haben die so genannten dualen Studiengänge entwickelt. Dabei sind die Ausbildung in der Wirtschaft und das Studium eng miteinander verzahnt, so dass man in relativ kurzer Zeit eine attraktive Qualifikation in Theorie und Praxis erwerben kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man von Anfang an Geld verdienen kann und eine Jobgarantie für später hat. Die Organisation ist unterschiedlich: Das Studium ist entweder im regelmäßigen Wechsel in die berufliche Ausbildung integriert oder mit einer Teilzeittätigkeit kombiniert. Die Studienphase kann aber auch auf eine abgeschlossene Berufsausbildung folgen. Informationen dazu gibt es im Internet unter http://www.dualesstudium.de/ und unter http://www.think-ing.de/ auf der Serviceseite in der Rubrik Download.
3.4 Berufsakademien
Alle, denen ein Studium zu theoretisch ist, die aber mehr wollen als eine klassische Lehre, sind in Berufsakademien gut aufgehoben. Sie basieren auf dem dualen Ausbildungsprinzip, der praktische Unterricht wechselt sich also mit dem Lernen an einer Akademie ab. Den Ausbildungsvertrag schließt man mit einem Unternehmen ab. Man erwirbt nicht, wie an Universitäten und Fachhochschulen, einen akademischen Grad, sondern einen staatlichen Abschluss.
4. Studienabschlüsse
Früher war das Diplom der Standardabschluss eines Ingenieurstudiums. Nach dem Grundstudium befähigt die bestandene Vordiplomprüfung zum Hauptstudium, das man mit der Diplomarbeit abschließt. Dieses System wird aber bald der Vergangenheit angehören. 1999 beschlossen die europäischen Wissenschaftsminister in der „Bologna-Erklärung“, einheitliche und somit vergleichbare zweistufige Studienstrukturen zu schaffen: durch die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen nach angelsächsischem Vorbild. Seit 2002 wird das Modell der gestuften Studiengänge in Deutschland an Universitäten und Fachhochschulen regulär angeboten, bis 2010 soll es spätestens flächendeckend eingeführt sein.
Der Bachelor ist mit 6 bis 8 Semestern der schnellste Abschluss, der zum Ingenieurberuf qualifiziert. Die jetzt kürzeren Studienzeiten sind nicht nur aus Finanzierungsgründen attraktiv. Wer den Bachelorgrad erreicht hat, kann sich auch entscheiden, ob ein sofortiger Start ins Berufsleben lockt oder ob es reizvoll ist, noch ein Masterstudium anzuhängen. Man kann damit besser auf die aktuelle Arbeitsmarktlage reagieren.
Nach dem Bachelor-Abschluss bieten sich dann viele Vertiefungen in den Master-Studiengängen an, die in der Regel vier Semester dauern. So kann man im gleichen Fach (etwa Maschinenbau) weitermachen, aber auch Kombinationen mit anderen Ingenieurwissenschaften wählen (wie etwa Mechatronik). Ebenso ist es möglich, den Master in einem anderen Fach zu machen, etwa nach einem Ingenieurstudiengang ein Aufbaustudium zum Master of Business Administration, MBA, zu absolvieren. Man kann auch zuerst einmal ein bisschen Berufspraxis schnuppern, bevor man sich wieder auf die Hörsaalbank setzt. Die Kultusminister der Länder haben in einem Beschluss festgelegt, dass die Bachelor- und die Master-Abschlüsse der Universitäten und Fachhochschulen formal gleichgestellt sind. Es ist also möglich, mit einem Bachelor-Abschluss der FH an eine Uni zu gehen, ohne dass es formale Hinderungsgründe gibt. Dennoch werden die Hochschulen in Zukunft immer häufiger ihre Studenten selbst aussuchen, aber dann fallen zumindest die bisherigen formalen Probleme weg.
Einen Nachteil für Studienanfänger hat allerdings diese Mammutreform: In der derzeitigen Übergangsphase herrscht an vielen Hochschulen noch leichtes Durcheinander. Man sollte sich aber davon nicht irritieren lassen, denn die Hochschulen werden immer stärker ihr Profil den Studieninteressierten erklären und um sie werben. Aber wer die Wahl hat, hat die Qual. Das gilt nicht nur für das Studienfach, sondern auch für den Hochschultyp.
Weitere Informationen und FAQs hier.
5. Studiengänge
Für die Suche nach Studiengängen verweisen wir an dieser Stelle auf die Suchmöglichkeiten unter http://www.studienwahl.de/. Tragen Sie in dem folgenden Feld den Begriff Automatisierungstechnik oder eines der unter 1.3 angegebenen Synonyme ein.
6. Weiterführende Informationen und Links
www.vdi-campus.de
Allgemeine Informationen zum Studium
www.vdi-monitoring.de
Statistiken rund um Bildung und Arbeitsmarkt
http://www.hochschulkompass.de/
Datenbank mit allen deutschen Studiengängen
http://www.think-ing.de/
Seite der Initiative THINK ING zum Ingenieurberuf
www.abimagazin.de
Mit einem Schwerpunktmagazin über Ingenieure
http://www.wege-ins-studium.de/
Allgemeine Infos rund ums Studium
www.stern.de/studienfuehrer
Studienführer mit Jobampel
http://www.studienwahl.de/
Tipps rund ums Studium
http://www.dashochschulranking.de/
Ranking der Studiengänge mit auswählbaren Kriterien In Chancen im Ingenieurberuf, Das VDI-Bewerbungshandbuch finden sich viele Informationen, für Absolventen
7. Literatur
Ingenieurstudium - Das VDI Magazin für Abiturienten, zu beziehen über http://www.think-ing.de/
becom@Ing - die VDI Broschüre für Schüler wendet sich an Schüler bis zur 12 Klasse und bietet einen ersten Einblick in den Ingenieurberuf
Beide Publikationen sind zu beziehen über den VDI
„Das Ingenieurstudium“ von Klaus Henning und Joerg E. Staufenbiel, 7. Auflage 2005/2006, Staufenbiel Institut für Studien- und Berufsplanung GmbH ist im Buchhandel erhältlich

