VDI-Gesellschaft Produktion- und Logistik (GPL)
VDI und DVS bringen die Rapid Manufacturing Community zusammen

VDI und DVS koordinieren Aktivitäten (Quelle: RTC Duisburg, Fotograf: Ralf Schneider, rasch.multimedia)
Der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) und der DVS - Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. stehen seit Jahren im engen Austausch über die jeweiligen Aktivitäten auf dem Gebiet der Additiven Fertigungsverfahren. Nun haben VDI und DVS vereinbart, die additiven Fertigungsverfahren gemeinsam noch intensiver zu fördern, indem sie die jeweiligen Aktivitäten koordinieren und gemeinsame Projekte durchführen.
Vor rund zwei Jahrzehnten ist die Technologie der additiven (generativen) Fertigung unter dem Namen „Rapid Prototyping“ bekannt geworden. Mittlerweile erreichen die additiv gefertigten Bauteile mechanische Festigkeiten, eine Oberflächengüte und eine Reproduzierbarkeit bei der Herstellung, die den direkten Einsatz als verkaufsfähige Produkte ermöglichen.
Dabei bieten additive Fertigungsverfahren gegenüber konventionellen Verfahren oftmals erhebliche Zeit- und Kostenvorteile:
- Die Durchlaufzeit von der Produktidee bis zum fertigen Produkt kann drastisch verkürzt werden.
- Die Fertigung von produktspezifischen Werkzeugen und Formen entfällt.
- Die Lagerhaltungskosten können durch Produktion „on-demand“ minimiert werden.
- Der Ausgangswerkstoff wird größtenteils zur Bauteilherstellung verbraucht. Es fallen keine Späne, Reststücke und so weiter an.
Dabei ergeben sich neue gestalterische Freiheiten bei der Konstruktion der Bauteile. Extremer Leichtbau oder höchste Bauteilkomplexität sind mit additiven Fertigungsverfahren möglich. Hieraus ergeben sich vielfältige Branchen übergreifende Einsatzmöglichkeiten, zumal das Fertigungsverfahren für Kunststoffe und metallische Werkstoffe genutzt werden kann.
„Rapid Prototyping“ ist heute kein passender Begriff mehr für additive Fertigungstechnologien. Abhängig von Branche und eingesetztem Werkstoff sind heute eine Vielzahl von Bezeichnungen für diese Fertigungstechnologie gebräuchlich: FDM (Fused Deposition Modeling), generative Fertigung, Lasersintern, Strahlschmelzen, 3-D-Druck und Rapid Manufacturing sind nur einige Beispiele. Die Produktionsverfahren, die hinter den verschiedenen Namen stehen, mögen sich in einigen Parametern voneinander unterscheiden, doch einer gemeinsamen Herausforderung muss sich die gesamte Branche stellen: Sie muss als Fertigungstechnologie allgemein anerkannt, beachtet und bei der Produktplanung berücksichtigt werden. Das heißt, sie muss den Weg in die breite Anwendung finden.
Bei diesem Ziel unterstützen VDI und DVS die Anlagenhersteller, die Fertiger und die Produktplaner umfassend.
- Mit den Richtlinien zu den additiven Fertigungsverfahren beschreibt der VDI den Stand der Technik dieser Fertigungsverfahren. Die Richtlinien ermöglichen es, sich schnell, umfassend und fachlich fundiert über die Chancen, die das Fertigungsverfahren bietet, zu informieren. So werden in der Richtlinie VDI 3405 Blatt 1erstmals die Ergebnisse eines Ringversuchs veröffentlicht, bei dem typische mechanische Kennwerte für additiv gefertigte Kunststoffbauteile ermittelt wurden, die in vielen Anwendungen abgefragt werden.
- Im VDI-GPL Fachausschuss 105 „Rapid Prototyping / Rapid Manufacturing“ treffen Experten aus Hochschulen und Forschungsinstituten, von Anlagenherstellern, Fertigungsdienstleistern, Rohstoffherstellern und Endanwendern zusammen. Die Erarbeitung der VDI-Richtlinien zum Thema ist die zentrale Zielsetzung dieses Ausschusses.
- Die Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS fördert die additiven Fertigungsverfahren in seinem Fachausschuss 13 „Rapidtechnologien“. Im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung befasst sich der Fachausschuss mit Forschungsfeldern, die die gesamte Prozesskette betreffen, inkl. Vor.- und Nachbehandlung. Dabei stehen die Technologieentwicklung, die Steigerung der Akzeptanz zur Nutzung dieser Technologie bei kmU und die Schaffung neuer Anwendungsbereiche im Vordergrund.
Die Zielsetzung ist, Forschungsbedarf im Hinblick auf die Qualifizierung für die Serienfertigung von Endprodukten zu ermitteln, den Handlungsbedarf in der Aus- und Weiterbildung abzufragen sowie die Standardisierung und Normung mit zu berücksichtigen. In diese technisch wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeit müssen Unternehmen, Forschungsinstitute, Bildungseinrichtungen und Organisationen aktiv einbezogen werden. - Im Ausschuss für Bildung des DVS werden in der Fachgruppe 4.13 praxisnahe Ausbildungskonzepte für additive Fertigungsverfahren erarbeitet und weiter entwickelt. Angeboten werden zurzeit die DVS®-Lehrgänge „Fachkraft Rapid Manufacturing mit generativen Fertigungsverfahren - Fachrichtung Kunststoff“ und „Fachkraft Rapid Manufacturing mit generativen Fertigungsverfahren - Fachrichtung Metall“.
- Alle VDI und DVS Gremien sind eng mit einander vernetzt. Sie bieten einen intensiven Gedankenaustausch zwischen Wissenschaft und Industrie, zwischen Hersteller und Kunden, zwischen Anlagenbauern und Konstrukteuren. Von diesem Gedankenaustausch profitieren die ehrenamtlichen Mitglieder nicht nur persönlich, sondern auch die Unternehmen und Einrichtungen, für die sie arbeiten.
- VDI und DVS werden zusammen mit den Akteuren der additiven Fertigungsverfahren eine Roadmap für die Weiterentwicklung und langfristig Etablierung der Technologie erarbeiten. Dazu werden über gemeinsame Aktivitäten wie Workshops, Podiumsdiskussionen und Branchenbefragungen branchenspezifische Zukunftsszenarios zur Entwicklungen der additiven Fertigungsverfahren herausgearbeitet, Potentiale und Visionen entwickelt sowie die wirtschaftliche und technische Bedeutung und Handlungsbedarfe dargestellt. Die Roadmap unterstützt und fördert die Akzeptanz der additiven Fertigungsverfahren bei Entscheidungsträgern in Unternehmen, Politik, Forschung und in der Öffentlichkeit.
Interessierte Fachleute sind eingeladen, die Erarbeitung der Roadmap zu unterstützen.
Bei Rückfragen Ansprechpartner im VDI:
VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik
Fachbereich Produktionstechnik und Fertigungsverfahren
Dr.-Ing. Erik Marquardt
Telefon: +49 211 6214-373
Telefax: +49 211 6214-97 373
E-Mail: marquardt@vdi.de
- Zugehörige Dateien
2012-12_Flyer_Initiative_VDI_und_DVS_Additive_Fertigung.pdf314 K
- Relevante Links
- www.vdi.de/gpl
- www.die-verbindungs-spezialisten.de

