VDI-Gesellschaft Produktion- und Logistik (GPL)
Zwei neue Richtlinien zum Thema "Tiefbohren" erschienen
Der GPL-FA106 „Präzisions- und Tiefbohren“ hat sich die Aufgabe gestellt, die verschiedenen Bohrverfahren zu behandeln. Den Schwerpunkt bilden dabei Verfahren, deren Arbeitsprinzipien qualitativ hochwertige und ggf. von den Dimensionen her anspruchsvolle Bohrungen ermöglichen (z.B. Einschneidenreiben, Wendelbohren mit Sonderwerkzeugen, Tiefbohren, Bohren mit Sonderwerkzeugen). Zum Thema „Tiefbohren“ hat der Fachausschuss 2 neue Richtlinien erstellt, die als Entwurf im September 2012 erscheinen:
VDI 3211 "Tiefbohren auf Bearbeitungszentren"
Das Tiefbohren auf Bearbeitungszentren ergibt sich aus der Zielvorstellung nach einer Komplettbearbeitung von Bauteilen in möglichst einer Aufspannung und durch den Wunsch den Einsatz von Sondermaschinen zu vermeiden. Grundsätzlich gibt es für vorhandene Bearbeitungszentren häufig die Option, diese für das Tiefbohren nutzbar zu machen. Die Tiefbohrverfahren stellen jedoch spezielle Anforderungen an die einzusetzende Werkzeugmaschine und das eingesetzte Bohrverfahren, die der Anwender berücksichtigen muss.
Die Richtlinie VDI 3211 gibt eine Übersicht der Anforderungen, die bei Verwendung der jeweiligen Tiefbohrverfahren auf Bearbeitungszentren zu beachten sind. Dazu werden zunächst die Tiefbohrverfahren vorgestellt. Es folgt eine Beschreibung der Bearbeitungszentren die zum Tiefbohren verwendet werden. Anschließend werden die besonderen Anforderungen an Werkzeug und Maschine für das Tiefbohren auf Bearbeitungszentren vorgestellt. Weiterhin werden Hilfen zur Verfahrensauswahl und Richtwerte zur Bearbeitung angegeben.
VDI 3212 "Abnahmebedingungen für einspindlige und mehrspindlige Tiefbohrmaschinen"
In der Richtlinie VDI 3212 werden die Begriffe, Verfahren und Methoden zur Prüfung geometrischer Genauigkeitsmerkmale von Tiefbohrmaschinen definiert und beschrieben. Sie benennt die zu messenden Kenngrößen und gibt zugleich Empfehlungen über die einheitliche Form ihrer Darstellung.
Soll diese Richtlinie bei der Abnahme neuer Tiefbohrmaschinen zugrunde gelegt werden, so ist dies zwischen Hersteller und Besteller zu vereinbaren. Die Prüfergebnisse derartiger Untersuchungen sind ferner für die Arbeitsvorbereitung eine gute Grundlage zur Planung der Fertigung. Die beschriebenen Prüfverfahren sind in gleicher Weise zur Überprüfung von Tiefbohrmaschinen nach längerem Einsatz oder zur gezielten Schwachstellenanalyse beim Auftreten von fehlerhaften Teilen geeignet.
Herausgeber der beiden Richtlinien ist der Fachbereich Produktionstechnik und Fertigungsverfahren in der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik. Sie sind als Entwurf ab September 2012 in deutscher Sprache beim Beuth Verlag in Berlin (Telefon +49 30 2601-2260) zu einem Preis von
- 56,40 € (VDI 3211 „Tiefbohren auf Bearbeitungsmaschinen) bzw.
- 35,00 € (VDI 3212“Abnahmebedingungen für einspindlige und mehrspindlige Tiefbohrmaschinen)
erhältlich. Einsprüche sind bis 28.02.2013 möglich.
Ansprechpartner:
VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik
Fachbereich Produktionstechnik und Fertigungsverfahren
Josefa Wolf
Telefon: +49 211 6214-262
E-Mail: wolf@vdi.de
- Relevante Links
- www.vdi.de/3211
- www.vdi.de/3212
- www.vdi.de/gpl
- Online-Bestellung über:
- www.vdi.de/richtlinien oder www.beuth.de


