VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences
Wirkungen von gentechnisch veränderten Organismen auf Bodenorganismen

Richtlinie VDI 4331 Blatt 1: Monitoring der Wirkungen von GVO auf Bodenorganismen (Bildquelle: © M. Großmann / pixelio.de)
Die neue VDI-Richtlinie VDI 4331 Blatt 1 zum Monitoring der Wirkungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auf Bodenorganismen erscheint im Februar 2013 im Beuth-Verlag Berlin. Die Richtlinie stellt entsprechend der in der EU-Ratsentscheidung konkretisierten Überwachung hinsichtlich schädlicher Auswirkungen von GVO die Erfassung der Biodiversität im Freiland, die Ermittlung von Langzeiteffekten sowie die Einbeziehung höherer Skalenebenen (Landschaftseffekte) in den Vordergrund.
Im Rahmen der Richtlinienreihe VDI 4331 werden entsprechende methodenspezifische Richtlinienblätter für einen Einsatz im GVO-Monitoring veröffentlicht. Gemäß Richtlinie VDI 4331 Blatt 1 ist "Die Beobachtung und Bewertung ökologischer Wirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) auf relevante Schutzgüter und -ziele auszurichten." Zu diesen gehören u.a. die Erhaltung der natürlichen Bodenfunktionen und der Bodenbiozönose (Gemeinschaft von Organismen verschiedener Arten in einem abgegrenzten Lebensraum bzw. Standort).
Die Richtlinie gibt Kriterien für die Planung und Durchführung eines Monitorings der Bodenorganismen vor und bildet den Rahmen für methodische Anleitungen, die in den Richtlinien VDI 4331 Blatt 2 bis Blatt 7 beschrieben werden. (Blatt 7, GVO - Analyse mikrobieller Gemeinschaften und Nachweis transgener DNA, ist bereits im November 2011 erschienen, s.u.)
Ziel der Richtlinie VDI 4331 Blatt 1 ist es, geeignete Erfassungsmethoden vorzustellen und Entscheidungskriterien für eine sinnvolle Methodenauswahl zu liefern. Zu diesem Zweck werden Informationen über Bodentiere nach epigäischen (unmittelbar auf der Bodenoberfläche oder in der Streuschicht lebende Organismen) und endogäischen (im Mineralboden lebende Organismen) Arten unterteilt. Ihre ökologischen Eigenschaften und trophischen Positionen in der Lebensgemeinschaft werden beschrieben und Hinweise zur Bearbeitung gegeben. Anhand eines Entscheidungsbaums wird ein adäquates Vorgehen bei der Planung eines Monitorings ermöglicht.
Die Methoden dieser Richtlinie eignen sich insbesondere für den Einsatz im Rahmen der Planung und Durchführung eines anbaubegleitenden Monitorings der Umweltwirkungen von GVO und ebenfalls im Rahmen des Zulassungsverfahrens von GVO, für ein Bodenmonitoring nach dem Entwurf der europäischen Bodenrahmenrichtlinie und für weitere naturschutzfachliche Fragestellungen, die eine Erfassung und Bewertung der Veränderungen der Bodenbiodiversität oder Bodenfunktion erfordern.
Ab Februar 2013 ist die 71 Seiten starke Richtlinie VDI 4331 Blatt 1 im Entwurf (Gründruck) in deutsch/englischer Fassung zu einem Preis von 133,-- € beim Beuth-Verlag Berlin erhältlich. Einsprüche können online (s.u., relevante Links) bis zum 31.07.2013 eingereicht werden.
Fachlicher Ansprechpartner
Herr Dr. Follmann
VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)
Postfach 10 11 39
40002 Düsseldorf
E-Mail: biotechnologie@vdi.de
Tel.: 0211 / 6214-266
- Relevante Links
- Link zur Richtlinie: www.vdi.de/4331-1
- Einreichung von Einsprüchen unter: www.vdi.de/nc/technik/richtlinien/richtliniendetails/
- Gentechnik im VDI: www.vdi.de/gentechnik
- Link zur Richtlinie VDI 4331 Blatt 7: www.vdi.de/4331-7

