Bezirksverein Leipzig
Arbeitskreis Senioren
Leitung:
Dr.-Ing. Helmut Bärthel
Kontakt:
Egelstraße 7
04103 Leipzig
Tel.: +49 (0) 341 - 4 62 30 00
Fax: +49 (0) 341 - 4 62 30 01
E-Mail: H.Baerthel@t-online.de
E-Mail: sen@vdi-leipzig.de

- Foto: Dr.-Ing. Helmut Bärthel
Über den Arbeitskreis
Die aus verschiedensten Berufen, mit unterschiedlichen Abschlüssen und Erfahrungen aber auch Erwartungen im Arbeitskreis mitwirkenden Senioren begegnen im Rahmen ausgewählter Veranstaltungen mit technischen, wirtschaftlichen und kulturellen Inhalten interessanten regionalen und überregionalen Themen.
Arbeitsschwerpunkte
- Die Senioren kontaktieren technisch, wirtschaftlich und kulturell interessante Themen und Projekte im Rahmen von exkursiven Unternehmensbesuchen sowie Besuchen verschiedenartigster Einrichtungen zu Bildung, Gesundheit und Kultur. Neben Besuchen in mittleren und großen Unternehmen sind Handwerksunternehmen eine wichtige Zielgruppe.
- Bisherige Kontaktziele waren u. a. Werkzeugmaschinenbauer in Chemnitz, Instrumentenhersteller in Markneukirchen, neue Klinikeinheiten in Leipzig, der Landtag zu Dresden, die Deutschen Werkstätten Hellerau GmbH, das Bauhaus zu Dessau aber auch die Anna Amalia Bibliothek zu Weimar einschließlich des neuen Bücherkubus.
- Zum Programm gehören ebenso eine Kontakt- und Informationsbörse zu Fach- und Berufsstandsfragen.
- Die informative Kooperation mit den Arbeitskreisen im Bezirksverein Leipzig sowie Arbeitskreisen im mitteldeutschen Raum rundet das Programm ab.
Über den Arbeitskreisleiter
Berufliche Tätigkeit:
- Diplomstudium an der Sektion Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen, Bereich Betriebsgestaltung der TU Dresden
- Gruppenleiter für Technologische Betriebsprojektierung im Ingenieurbüro TAKRAF Leipzig
- Assistent und Promotion an der Technischen Universität Dresden
- Abteilungsleiter für Planung und Projektierung von Fertigungssystemen im Kombinat „7. Oktober“ Berlin, Außenstelle Leipzig
- Langjähriges aktives Mitglied der Kammer der Technik
Ab 1990:
- Beratungstätigkeit, Fachgebiet Instandhaltung (freiberuflich)
- Projektierungstätigkeit im norddeutschen Raum (freiberuflich)
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Fachhochschule Wildau, Fachgebiet Technologietransfer
- Mitarbeiter im Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung Halle/Saale, Fachgebiet Unternehmensnetzwerke
VDI-Tätigkeit:
- Gründungsmitglied der Wiedergründung des Vereins Deutscher Ingenieure in Leipzig 1990
- 1990/91: Leitung des Arbeitskreises Produktionstechnik im BV Leipzig
- Bei Zielinteresse gemeinsame Exkursionsorganisation mit dem Arbeitskreis Verfahrenstechnik Mitteldeutschland
- Übernahme des Arbeitskreises Senioren im BV Leipzig - Sommer 2007
Veranstaltungen des Arbeitskreises Senioren
können Besichtigungen, Exkursionen, Vorträge, Führungen, Vorlesungen und Fachgespräche sein. Sie werden vom Arbeitskreisobmann im Sinne einer detaillierten Gesamtvorbereitung geplant.
Im Ergebnis liegt ein Veranstaltungsplan vor. Dieser enthält in der Internetfassung Thema, Ort und Termin der Veranstaltung im Sinne einer Vorinformation. Ausführliche Daten enthält ein halbjährlich erscheinender Ablaufplan, der den Senioren und allen interessierten Teilnehmern per Post zugesendet wird.
Vorschau Exkursionen 2013
Kontakt: H.Baerthel@t-online.de / sen@vdi-leipzig.de
Thema | Ort | Termin |
Die Theaterwerkstätten | Leipzig | 19. Februar 2013 |
DB Baustelle an der Strecke Berlin-Nürnberg | Kalzendorf | 20. März 2013 |
Musikinstrumentenbau | Markneukirchen | 16. April 2013 |
Ein Kurbad im Vogtland stellt sich vor | Bad Elster | 14. Mai 2013 |
Van de Velde in Bürgel (Ausstellung im Museum) + Töpferei in Dornburg / Jena-ausgewählte Gebäude zeigen wir ihnen | Bürgel und Jena
| 11. Juni 2013 |
Rückblick auf die Exkursionen 2012
Im Jahr 2012 haben die Senioren folgende Exkursionen durchgeführt:
- Leipzig – das St. Georg Klinikum wird 800 Jahre alt
- Halle – die Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Pompeji-Nola/Herculaneum-Katastrophen am Vesuv“
- Potsdam – Der botanische Garten an der Maulbeerallee und das Orangerieschloß
- Beelitz-Heilstätten
- Berlin – Botanischer Garten in Berlin-Dahlem und Besuch der ehemaligen königlichen Gärtnerlehranstalt gleich gegenüber
- Chemnitz – UNION Werkzeugmaschinen GmbH und am Nachmittag die Villa Esche, ein Werk Henry van de Veldes
- Leipzig – die Alte Messe, Planung und Gestaltung, Nutzungsschwerpunkte, Standpräsentation sowie kleiner Rundgang
Der aufmerksame Leser wird erkennen, dass auch unter geographischen Aspekten eine bodenständige Gruppe unterwegs ist. Es sind Menschen, überwiegend zwischen 60 und 80 Jahren alt, interessiert oder/und neugierig – beiden Gruppen kann geholfen werden und sie beginnen und beenden das Jahresprogramm in Leipzig, machen erst einmal einen kleinen Schritt nach Halle an der Saale, bevor sie in die Fremde ziehen, also nach Potsdam, Beelitz und Berlin und kehren über einen Trip nach Chemnitz zurück in heimatliche Gefilde.
Eben dieser Leser wird auch sehen, dass sich unter thematischen Aspekten ein Feld öffnet, dass man schlechthin gar nicht erwartet hat, vielleicht dachte man im ersten Moment mehr an die landauf-landab noch immer dominanten Kaffeefahrten mit Kultureinlage – aber, das Programm der VDI-Senioren umfasst eine Themenpalette, die 2012 von folgenden Schwerpunkten gekennzeichnet wurde:
8oo Jahre Klinikum St. Georg - 800 Jahre heilen, pflegen und betreuen
Am 29. März 2012 besuchte der Arbeitskreis Senioren des VDI Bezirksvereins Leipzig das Klinikum St. Georg im Rahmen einer Exkursion. Grund: St. Georg – einst kleines Hospital, heute medizinisch-soziales Zentrum feiert 800. Geburtstag. Im Jahr 1212 eröffnet das erste Leipziger Hospital seine Türen, um Kranke zu pflegen, Pilger zu beherbergen und Obdachlosen Asyl zu gewähren. 800 Jahre später – die Unternehmensgruppe St. Georg, bestehend aus dem Klinikum St. Georg gGmbH, fünf Tochtergesellschaften und dem Städtischen Klinikum „St. Georg“ in Leipzig als Eigenbetrieb der Stadt Leipzig. Unsere Begehung des Standortes Eutritzsch konzentrierte sich auf die letzten 100 Jahre vom beginnenden 20. Jh. bis zum beginnenden 21. Jahrhundert. Schwerpunkt der Betrachtungen sind die Jahre seit dem Ende des 2. Weltkrieges, was auch durch die Alterstruktur der beteiligten Ingenieure, Diplomingenieure und Hochschullehrer sowie deren Ehefrauen gestützt wird. Nicht nur der Slogan „800 Jahre Krankenhaus St. Georg in Leipzig“ auch Veröffentlichungen in kommunalen Printmedien bewirkten ein aufkommendes Interesse am Thema. Bei älteren Menschen ist das Interesse an medizinnahen Themen sehr differenziert in Abhängigkeit eigner Erfahrungen (auch in der neuesten Zeit) zu erkennen. Unsere Senioren haben sich um das Thema nicht gerade beworben, dieser und jener war auch schon einmal Patient im Georg aber die Erinnerungen aus vergangener Zeit erzeugen natürlich auch positive Neugier nach erfolgten Veränderungen.-
Ich selbst habe als AK-Obmann des VDI das Angebot der St. Georg Unternehmensgruppe zum Besuch von Veranstaltungen, Vorträgen, der Ausstellung „800 Jahre Krankenhaus St. Georg in Leipzig“ mit Publikation zur Ausstellung, Führungen und dgl. aus Anlaß des 800. Geburtstages interessiert aufgenommen. Sowohl in der Eutritzscher Straße als auch in der Alten Börse erlebte ich interessante und informative Vorträge, Führungen und eine Buchpräsentation. Die Veröffentlichungen zum Thema 800 Jahre Krankenhaus St. Georg in Leipzig wurden im hauseigenen Magazin „StippVisite“, Ausgaben Herbst und Winter 2011, in der Leipziger Volkszeitung vom 17./18. März 2012 und dem Amtsblatt vom 7. Januar 2012 ergänzt. Thematisch interessant ist auch die Patientenbroschüre Auflage 1 . 05/2008, ebenso das wunderbar handliche Büchlein „1212 – 2012 Krankenhaus St. Georg in Leipzig – Eine Zeitreise“ mit informativer und anschaulicher DVD beiliegend. Natürlich gehörte die Hompage des Klinikums zu einem immer wieder aufgerufenen „Nachschlage“- Medium.
Die Abt. Unternehmenskommunikation des St. Georg hat die Führung in zwei Gruppen für uns organisiert, Wunschschwerpunkte meinerseits lagen in der Funktionskette Aufgaben – Funktionen – Struktur – Gebäude, die Veränderungen über der Zeitachse und unter Beachtung sich entwickelnder Technik und neuer Technologien – hier bezogen auf den Standort Eutritzsch. Wunsch und Wirklichkeit waren auch diesmal ein wenig auseinander, das Klinikum ist gerade auch ausgehend von seiner Aufgaben- und Gebäudestruktur, letztere beginnend mit dem Architekten Scharenberg und endend mit den Häusern 20/21 durch interessante Lösungen charakterisiert. Die erste Hälfte des 20. Jh. hatte noch immer einen Ganzteil anderer Aufgaben, da auch das Krankheitsprofil ein anderes war, so erforderten u. a. die beiden Weltkriege ein verändertes Behandlungsprofil. - Freundlicherweise erläuterte uns Frau Dr. Hanschke, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme, Aufgaben und Struktur ihres Hauses. Insgesamt zeigte sich, auch auf der Grundlage einer zeitlich notwendigen Begrenzung, dass eine Führung durch ein solches Areal einer Menge vorbereitende Gedanken bedarf, aus dem Stand gelingt dies nur begrenzt. Die Exkursionsteilnehmer haben das Gesagte und Gezeigte aufmerksam aufgenommen, haben die Möglichkeit Fragen zu stellen genutzt und möchten sich hier schon einmal bedanken.
Die Führung begann im Haus 15, führte durch die Wandelhalle in das historische Badehaus (im Gebäude 3), danach zum Haus 20 und weiter in nördlicher Richtung, vorbei an Haus 8, den Häusern 22 und 11 zum Haus 9.
Einige meiner Fotos ergänzen diesen Exkursionsbericht.
Wichtige Quellen wurden im Absatz 2 dieses Berichtes genannt, das Ganze erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzt sei die Jubiläumsausstellung „800 Jahre St. Georg in Leipzig“ in Haus 15, die mittels Dokumenten und Aufzeichnungen, Geräten, Instrumenten, Modellen und medizinischen Publikationen Wissenswertes über Standorte und Aufgaben anspricht.
Dieser Bericht wurde unter Zuhilfenahme verschiedener Quellen erstellt. Bericht und Fotos: H. Bärthel
Die Exkursionsteilnehmer bedanken sich sehr herzlich bei den organisierenden und durchführenden Personen des Klinikum St. Georg für eine informative Führung.
Dr.-Ing. Helmut Bärthel
Obmann des AK Senioren
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H.Baerthel@t-online.de
sen@vdi-leipzig.de
Pompeji-Nola-Herculaneum / Katastrophen am Vesuv und Wörlitzer Park
Ausstellungen gehören zum Programm unseres Arbeitskreises, so wählte ich Halle aus. Das Leitthema war Pompeji-Nola-Herculaneum / Katastrophen am Vesuv. Die Ausstellung folgt dem Konzept, über mehrere Jahrtausende den Menschen, richtiger ihren Spuren zu folgen – im Besonderen unter den Einflüssen der Vulkanausbrüche. Tolle Exponate, so z. B. die berühmten Fresken des so genannten Gartenzimmers begeistern die Besucher. Ich habe kurz danach im Gartenreich Dessau-Wörlitz die Insel Stein und die Villa Hamilton mit den drei frühklassizistischen Räumen besucht. Es war eine thematische Abrundung, die für Jedermann interessant sein könnte. Also ein Tipp für einen Ausflug nach Wörlitz.
Potsdam
Der botanische Garten der Universität Potsdam besteht aus zwei Teilen. In diesem Areal an der Maulbeerallee befindet sich südlich der Allee der Botanische Garten mit vielen Gewächshäusern und dazu die Villa Persius, die Villa Kache (ehemaliges Hofgärtnerhaus) und das Botanische Institut. Nördlich der Alle gingen wir durch den Paradiesgarten mit dem Stipadium, den Pergolen, der Wasserkaskade, einer insgesamt faszinierenden Gartenarchitektur. Und wer hats` gemacht? Natürlich die besten Architekten und Baumeister Preußens: Karl Friedrich Schinkel und nach ihm Ludwig Persius.Am Nachmittag gingen wir hinauf zum Orangerieschloss und folgten einer Führung im Innern des Gebäudes.
Beelitz Heilstätten
An einem sonnigen Junitag brachte uns der Bus nach Beelitz-Heilstätten. Die Kurzgeschichte dazu lautet: Ende des 19. Jh. und zu Beginn des 20. Jh. war Berlin nicht nur Regierungssitz, es war auch die Stadt mit den meisten Tbc-Kranken. In den Hinterhöfen der Arbeiterwohnquartiere herrschten Armut und Tbc – ein Zustand, der durch eine zunehmende Verstärkung auf Veränderung drang, auch bei der herrschenden Klasse. So wurden Investoren gefunden und in den Jahren bis 1920 entstand eine Heilstättenanlage erster Klasse, eingebettet in einen Park und die Patienten konnten genesen und waren ein Stück weit glücklich.
Nach dem 3. Reich und russischer Nutzung bis 1994 verließen die Besatzer die Anlage (das größte russische Klinikum außerhalb der eigenen Landesgrenzen) in funktionsfähigem Zustand. Danach herrschte das Desinteresse der Bundesregierung / Ministerium für Gesundheit und die Anlage verfiel.
Im Rahmen unserer Führung sahen wir einen sehr kleinen sanierten Gebäudekomplex, sehr viele Gebäude, die auf Sanierung warten und auch Gebäude mit noch immer vorhandenen Bombenschäden. Der Zustand der Anlage ist so extrem verkommen und durch Vandalismus gezeichnet, dass bei den Teilnehmern Unverständnis und Trauer dominierten. Aber auch die Erkenntnis, dass zuerst einmal die etwa 300 Kassen in der Bundesrepublik versorgt und bezahlt werden müssen.-
Insgesamt eine sehr informativ geführte Besichtigung – nur vergessen wir die Bilder nicht, wobei Ruinen, die sich die Natur allmählich zurückerobert noch die besten Bilder sind.
Botanischer Garten Berlin-Dahlem und königliche Gärtnerlehranstalt
Das zweite Halbjahr 2012 begann im September mit dem Besuch des Botanischen Gartens in Berlin-Dahlem. Dazu möchte ich ergänzen, dass auf Grund des „grünen Interesses“ der Senioren wir auch schon im Botanischen Garten in Leipzig waren und nun eben nach Potsdam der „Vorzeige“-Garten in Dahlem. Insgesamt ein interessanter und vielseitiger geführter Rundgang, neben unendlicher Pflanzenvielfalt tolle Hausarchitekturen und die Gesamtgestaltung beeindruckend.
Dank einer TV-Sendung „Gartenzeit“ hatte ich erste Informationen für den Kontakt zur Königlichen Gartenakademie, nur schräg gegenüber des Botanischen Gartens. Die Leiterin dieser Anlage hat das Gartenhandwerk erlernt und in England studiert und gearbeitet, bevor sie diese ehemalige Königliche Gärtnerlehranstalt, besser das, was noch davon übrig war, kaufte und mit einem starken Team Gartenplanung für Jedermann betreibt. In der Gärtnerei kann man nicht nur diverse Pflanzen sehen, anfassen und sich über Einsetzbarkeit beraten lassen, es sind beispielsweise auch Wegeflächen mit verschiedenen Steinen und Strukturen zu sehen. Auch Platzbedarfe von Büschen und Stauden, ihre bevorzugten Standorte und Eignungen kann man erfragen. Es gibt Fachgespräche, Tagungen und Lehrgänge. Insgesamt überdurchschnittlich interessant, als Balkonbesitzer würde ich dort nebenan gern sofort einziehen. – Die Frauen und Männer mit dem grünen Daumen waren durchaus von diesem Ziel begeistert, ich schließe mich gerne an, vom Planer erwartet man das wohl auch.
UNION Werkzeugmaschinenbau / Villa Esche
Der Oktober erbrachte eine Kombination aus Stahl und Kunst, ein Verbindung, die ich schon mehrfach praktiziert habe. Am Vormittag besuchten wir das Unternehmen UNION Werkzeugmaschinen GmbH Chemnitz, hörten ein Vortrag des Chefkonstrukteurs und folgten im Anschluss seiner Führung durch die Produktionsanlagen. Für mich als Absolvent der Sektion 14 der TU Dresden ein Heimspiel. Wann sieht man z. B. in dieser verständlichen und klaren Form die Montage von bis zu 6 m hohen Vertikal-Bearbeitungszentren? Und was mir immer wieder auffällt, auch unsere Frauen sind aufmerksam dabei – Hochachtung. Bei derartigen Exkursionszielen wird nicht Alltägliches gezeigt aber ganz gleich ob Auffrischung, Ergänzung oder neu, für interessierte Teilnehmer ergibt so ein Tag einen Wissenszuwachs, großartig!
Mittelpunkt des Nachmittags war eine geführte Besichtigung der Villa Esche, ein Auftrag des Chemnitzer Fabrikanten Esche an den Architekten Henry van de Velde. Alle Exkursionsteilnehmer kennen Henry van de Velde aus unserer Exkursion nach Weimar, einige haben die Villa sicherlich schon einmal gesehen oder eine Veranstaltung besucht (meine Frau und ich u. a. für eine Lesung von Gido Mann). Leider ist sie ist das einzige Velde-Denkmal in Sachsen.
Leipzig - Alte Messe
Die letzte Exkursion am 6. November fand im Bereich der Alten Leipziger Messe statt. Bereich deshalb, weil wir den Vortrag von Herrn Bogen (wep) im einem Raum der BioCity gehört haben. Inhaltlich standen die Themen: wie plant man ein solches Gelände für die Zukunft? welche Nutzungsarten stellt man sich vor? kann man auf Gebäudedimensionierung und –gestaltung Einfluss nehmen? was wurde bisher erreicht? welche Erfahrungen gibt es und wie wird die Planung weiter gehen? Es war ein Einblick in Planungsarbeit, die man nicht nur mit Wissen und der Kenntnis ökonomischer Bedingungen sondern auch mit unendlichem Gefühl für den möglichen zukünftigen Nutzer, seine Branche, seine Kraft oder auch seine Probleme mitbringen sollte. Die Alte Messe ist zu 60% neu belegt, soeben beginnen die Bauarbeiten für den neuen PORTA – Standort. Der anschließende Rundgang führte auch in den russischen Pavillon, ein Gebäude nicht ganz unproblematisch zu nutzen, gar zu verkaufen. Der Gebäudekomplex der Institute, gleich anschließend an den Deutschen Platz, zeigt, unabhängig ob Fraunhofer oder andere Firmen: die gehören zusammen, hier gibt es einen unsichtbaren roten Faden. Dieser rote Faden heißt Forschung, Vorsprung, Voraussetzungen für die industrielle Nutzung, zum Nutzen der Menschen, Arbeitsplätze mit Qualifikation – und das in Leipzig auf dem Gelände der Alten Messe.
Veranstaltungsplan 2011
T H E M A | O R T | T E R M I N |
Neue Messe Leipzig | Leipzig | 09. Februar 2011 |
KPM-Welt und Neues Museum | Berlin | 16. März 2011 |
Halko, Dom und Domschatz | Halberstadt | 13. April 2011 |
SITEC Chemnitz, DAETZ Lichtenstein | Chemnitz, Lichtenstein | 11. Mai 2011 |
Ofenfabrik Velten und Kloster Lehnin | Velten, Lehnin | 08. Juni 2011 |
Botanischer Garten Leipzig | Leipzig | 16. Juni 2011 |
Landesausstellung Naumburg und Schulpforte | Naumburg | 14. September 2011 |
ITIV Greiz und Bauerfeind Zeulenroda | Greiz, Zeulenroda | 04. Oktober 2011 |
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig | Leipzig | 08. November 2011 |
Interessenten, die nicht zum Bezirksverein Leipzig gehören, sind herzlich eingeladen und werden je nach Möglichkeit berücksichtigt.
Anfragen richten Sie bitte an Herrn Dr. Bärthel, Daten siehe oben.
Veranstaltungsberichte 2011
Neue Messe Leipzig
2 Monate vor ihrem 15. Geburtstag, am 09. Februar 2011, besuchen die Senioren des VDI im Rahmen einer Architektur- und Geschichtsführung die Neue Messe Leipzig
Ganz kurz zur Entstehung und zum Architekten. Am 12. April 1996 wurde die Neue Messe in Leipzig eingeweiht. Der Kommentar des Architekten Volkwin Marg vom Architekturbüro Gerkan, Marg & Partner (gmp) in Hamburg: „Archi-tektur und Struktur sind als ästhetische Einheit konzipiert – Architekt, Ingenieur und Industrie entwickeln gemeinsam die Gestalt.“
Der Architekt verwirklicht das Schinkelsche Motto: „in der Kunst muss der Gedanke verwirklicht werden / Einfachheit und Verständlichkeit sind notwendige Bedingungen“.
Volkwin Marg schafft in Verbindung mit seiner langjährigen Erfahrung einen für Leipzig und seine Messetradition geradezu revolutionären Neubau. Man schreibt u. a.: „Mit dieser Architektur unternimmt Volkwin Marg den Versuch, die Balance zwischen Natur, Technik und Kunst, zwischen Gestaltsetzung und Gestaltfindung neu zu definieren und wiederherzustellen. Sein Ziel ist die Rückgewinnung der Einheit von Landschaftsgestaltung, Städtebau, Gartenkunst, Architektur, Ingenieurkunst und bildenden Künsten – eine interdisziplinäre architektonische Synthese im Sinne eines Gesamtkunstwerkes. Die Architektur der Neuen Messe Leipzig macht so die Einheit von Tradition und Moderne selbstverständlich, sie ist erfahrbares Zeugnis einer Ingenieur-Baukunst am Ende des 20. Jahrhunderts.“-
Als wir nach etwa zwei Stunden den Rundgang beenden herrscht eine so freudige Grundstimmung (trotz laufen, laufen, laufen), dass man annehmen kann, diese Menschen kommen von einer Feier. Das Gebäudeensemble wirkt dank seiner klaren Raumstruktur und viel natürlichem Licht positiv auf die Menschen zurück.- Leider eine der wenigen Leipziger „Baulösungen“, die durch ihre innere Aufgabenrealisierung, ihre funktionale Struktur und ihre architekto-nische Lösung Menschen begeistern. Ich aber denke daran, dass Volkwin Marg u. a. auch den neuen Berliner Haupt-bahnhof geplant und gebaut hat und die Sanierung des Olympiastadions in Berlin seine Aufgabe war – irgendwann müssen wir dahin.-
Dank Herrn Dr. Friedel und Kollegin für eine sehr informative Führung. Text und Fotos H. Bärthel.
Dr. Helmut Bärthel
Obmann des AK Senioren
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Berlin: Königlich-Preußische Porzellanmanufaktur und Neues Museum
Teil 1: Königlich-Preussische Porzellanmanufaktur KPM
Am 16. März 2011 fahren die VDI-Senioren von Leipzig nach Berlin: Wir erleben Produktion und Kunst, eine Fabrik und ein Museum.
Der Vormittag galt der Königlich-Preußischen Porzellanmanufaktur KPM in der Wegelystraße und am Nachmittag war das Neue Museum auf der Museumsinsel unser Ziel. Man kann sagen: ein Programm der besonderen Art, denn zum einen kennen viele Berliner ihre 1757 gegründete Manufaktur selbst noch nicht und zum anderen ist das mit unendlichen Bemühungen, viel Sachverstand, einer Menge Geld und einem erfahrenen Architekten mit starkem Team wieder entstandene Neue Museum wahrlich „auferstanden aus Ruinen“. Ein spätes aber starkes Signal an unser Bewusstsein.-
Zunächst aber zu KPM. Nachdem wir als Arbeitskreis schon Kahla und Weimar in Produktion und Präsentation erleben durften – und Meißen für 2012 auf dem Programm steht, haben wir es als Freude empfunden, dass König Friedrich der Große im Jahr 1763 die Manufaktur vom Berliner Kaufmann Johann E. Gotzkowsky abgekauft hat und damit seinem lang gehegten Wunsch nach eigener Porzellan-herstellung realisierte. Er hat seinem repräsen-tativen Porzellan die Kraft seiner Macht „verliehen“ und es kam gut an. Schon Wilhelm C. Wegely hat von 1751 bis 57 an den Vorarbeiten für eine solche Manufaktur gearbeitet. Dabei half, daß, wie man so sagte, der König sein bester Kunde war, er hatte großen Bedarf. Das Ganze begann u. a. mit der Ergänzung Meißner Tafelservices, die als Kriegsbeute aus dem siebenjährigen Krieg mitgebracht worden waren zusammen mit Meißner Fachkräften und ihren Erfahrungen und so konnte die KPM vorwärts arbeiten.- Damals ging es in diesem Krieg um Land, Macht und Porzellan, dazu die nötigen Fachkräfte und deren Erfahrungen – ich bin für Porzellan.-
Unser Weg der Besichtigung führte uns zunächst durch Räume voller Schaustücke, unter anderen durch die Zepterrotunde mit Karl Friedrich Schinkels Sternenhimmel in der Kuppel, den er für Mozarts Zauberflöte entworfen hatte. In der Ringkammerofenhalle wurden wichtige Entstehungsschritte des Porzellans anschaulich präsentiert. Ganz nebenbei: diese Halle gehörte zu dem Sanierungs- und Umbauprogramm (2001 – 2003), welches vom Architekturbüro gmp in Hamburg geplant und ausgeführt wurde (u. a. auch Berlin Hbf. und Leipziger Messe).-
Nach Rücksprache mit den Teilnehmern der Gruppe 2 bleibt nur, mich für die außerordentlich fachkundige und hochinteressante Führung zu bedanken.-
Wir verlassen die Manufaktur und essen nicht mit sondern bei den 12 Aposteln Mittag.
Teil 2: Das Neue Museum auf der Museumsinsel
Der Nachmittag führte uns zum Neuen Museum von Friedrich August Stüler.1843-1859 nach seinen Plänen erbaut, 1943/45 schwer zerstört, 1986 wird der Wiederaufbau durch die DDR geplant und begonnen, die Wende brachte neue Gedanken, neue Machtverhältnisse und eine veränderte Finanzierung. Bezogen auf das Neue Museum leider auch eine unendliche Diskussion über die Art und Weise des Wiederaufbaues. Tatsächlich, beinahe 10 Jahre nach der Wende, beginnt der Wiederaufbau im Sinne einer ergänzenden Wiederherstellung (Gesamtbauzeit 1999 bis 2009). Der englische Architekt David Chipperfield und sein Partner Julian Harrap bauen ein neues Neues Museum. Es paaren sich eine gefühlvolle Rekonstruktion im Sinne des Bewahrens noch vorhandener Bausubstanz und das sorgsame Hinzufügen neuer Elemente im Sinne der Vervollständigung des Ganzen. Auch für ein Museum gilt: Die Aufgaben, die Funktionen und die davon abgeleiteten Strukturen bestimmen den Raum, das Gebäude.-
In Zukunft wird es wieder ein Schinkelsches Altes Museum und ein Stüler-/Chipperfieldsches Neues Museum mit eindeutigen Aufgabenzuordnungen und Inhalten geben – wunderbar.-
Natürlich kann auch eine 2-Stunden-Führung diesen Reichtum an Architektur und Sammlungen nicht erfassen. Und wenn das Interesse da ist oder nun geweckt wurde, wird man auch wieder kommen, zudem ist Literatur vorhanden und nicht vergessen möchte ich die Film-Dokumentationen zu Wiederaufbau und Einrichtung - Dank für alles.
Leider war unsere Führung nicht optimal. Der Weg irgendwie festgelegt und bei den Erläuterungen zu viel Meinung des Führenden. Das ist unglücklich, denn der Kunstlaie sieht nicht nur, er lernt auch dazu. Ich denke, der Besucher sollte drei Dinge mitnehmen (können). Erstens: Stülers Neues Museum, Gebäude und Inhalt in seiner Zeit. Zweitens: die Reste nach der Zerstörung und die Chipperfieldsche Gesamtlösung. Drittens: die pflegliche Rekonstruktion und das Ergebnis an Beispielen einschl. ausgewählter Sammlungsbeispiele.
Text und Fotos: H. Bärthel
Dr.-Ing. Helmut Bärthel
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