Emscher-Lippe Bezirksverein
Exkursion des Ingenieurkreises Bocholt/Borken zur Firma Byk GmbH, September 2008
Das Unternehmen wurde im Jahr 1873 von Dr. Heinrich Byk am Bodensee gegründet. Bereits 1962 wurde das Werk nach Wesel (Stadtmitte) verlagert. Heute hat das Unternehmen weltweit vier Produktionsstandorte mit insgesamt 1140 Mitarbeitern (davon ca. 648 im Werk Wesel) und einem Jahresumsatz von rund 445 Millionen Euro.
Das Unternehmen Byk gehört heute zur „ALTANA-Gruppe“, die in Kürze ihre Hautverwaltung vom Standort Bad Homburg nach Wesel verlagert.
Die Firma Byk produziert als Chemieunternehmen primär Additive und hat bei vielen Produkten eine weltweite Markführung.
Additive sind Zusatzstoffe (max. 1 % des Endproduktes) für die Herstellung von Lacken, Druckfarben und Kunststoffen. Sie dienen zur Optimierung des Produktions-Prozesses und zur Qulitätssteigerung des Endproduktes.
Bei der Besichtigung der Produktionsanlagen, unter der Führung von H. Hübner (Laborbereich Kunststoffe), haben wir den gesamten Materialfluss sowie die verfahrenstechnischen-Anlagen gesehen. In dem Bereich werden diverse Rohstoffe zu fast 400 verschiedenen Endprodukten (Jahresaustoß ca. 65.000 t) verarbeitet.
Neben den Produktionsanlagen (z. B. Rektoren, Kesseln, Kontrollsysteme) waren auch die betriebsinternen Transportsysteme bemerkenswert. Das Händeln von Paletten für Transportbehälter (z. B. Fässer) erfolgte u. a. mit mannlosen lasergesteuerten Hubfahrzeugen.
Im Hinblick auf den Arbeits- und Umweltschutz gibt es ein sehr umfangreiches Be- und Entlüftungssystem in der Produktion. Der Frischluftstrom beträgt ca. 460.000 m³/h und die abgesaugte z.T. kontaminierte Abluft wird in einer Thermischen- Nachverbrennung zur Energierückgewinnung genutzt.
Außerdem haben wir einen Einblick in den umfangreichen Laborbereich (ca. 60 Mitarbeiter) am Standort Wesel bekommen. Beim Rundgang unter Leitung von Fr. Weber (Laborbereich Farben) wurde einige Labors aus dem Forschungs-, Service- und Qulitätsbereich besichtigt. Neben den speziellen Analyse- und Prüfgeräten (z.B. Gaschromatografen, Korrosionsautomaten, Oberflächenprüfgeräte) befinden sich in den Labors auch diverse Anwendungsgeräte (z. B. Foliengießmaschinen, Spritzgussmaschinen, Beschichtungsanlagen).
Allein für den Forschung- und Entwicklungsbereich wendet das Unternehmen Byk ca. 7 % seines Jahresumsatzes auf!
Zum Abschluss der dreistündigen Byk-Betriebsbesichtigung bedankte sich H. Hülser im Namen der Teilnehmer, des REFA-Bezirksverbandes und des VDI-Ing-Kreises bei Fr. Weber und H. Hübner für die sehr ausführliche und informative Führung.
Ein Resümee dieser Veranstaltung ist, dass man als Unternehmen nur mit 1 % der Endprodukte 100 % Erfolg haben kann.
(Bericht von Prof. Dr.-Ing. Olaf Just, Leiter des Ingenieurkreises Bocholt/Borken)



