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07.04.2017
Neues VDI-Projekt für Chancengleichheit
 

VDI-EnablING: Vielfalt in der Nachwuchsförderung

VDI-Nachwuchsangebote: Bekommen alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen?  (Bild: M. Kumar/ VDI)

VDI-Nachwuchsangebote: Bekommen alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen? (Bild: M. Kumar/ VDI)

Spaß und Interesse an Technik wächst durch Eigenantrieb, Vorbilder oder Angebote. Doch werden alle Kinder und Jugendlichen gleich gut darin gefördert? Das neue Projekt „VDI-EnablING“ überprüft die Nachwuchsaktivitäten des VDI auf Chancengleichheit. Ziel ist es, Zugangshürden für den Nachwuchs mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Schichten abzubauen. Das Projekt wird von der Stiftung Mercator unterstützt und läuft drei Jahre.

 

Aktuell haben in Deutschland ein Drittel der Kinder und Jugendlichen einen Migrationshintergrund – Tendenz steigend. Schätzungen zur Folge werden im Jahr 2020 bereits 50 Prozent der unter Fünfjährigen einen Migrationshintergrund haben. Grund genug sich anzuschauen, ob der VDI adäquat alle Zielgruppen bei der Talentförderung anspricht. Aktuell fördert der VDI mit einer durchgehenden Strategie den Nachwuchs vom Kindergarten bis zum Berufseinstieg. 

Eine Onlinebefragung tausender Eltern der VDIni-Club-Kinder, jugendlicher Mitglieder der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN sowie VDI-Mitglieder, die studieren oder Berufseinsteiger sind, zeigt: Ein Viertel der Teilnehmer hat einen Migrationshintergrund. Die Eltern stammen vor allem aus Osteuropa, der Türkei sowie Mitteleuropa. „Der Großteil weist eine hohe Bildungsmotivation auf und stammt aus Familien mit einer hohen Bildungsaspiration“, sagt Tina Schaafs, Projektleiterin von VDI EnablING. „Mehrheitlich verfügen die Eltern über eine gute Schulbildung, Abitur und Studium.“

Die Befragung zeigt auch: Es sind meist die Eltern, die zur Teilnahme an den VDI-Nachwuchsformaten anregen. Bei Eltern mit Migrationshintergrund, aus bildungsferneren Schichten oder ohne Studienabschluss sind jedoch die Höhe der Kostenbeiträge und eine fehlende Auseinandersetzung mit dem Thema Förderangebote die größten Bremsen für eine Teilnahme ihrer Kinder. Grundsätzlich wird die Informationssuche zu den VDI-Angeboten als auch der Anmeldeprozess von den Teilnehmern und den Eltern aber als problemlos eingestuft.

Wenn der Nachwuchs einmal in eines der Projekte gefunden hat, zahlt sich das aus: „Besonders erfreulich ist, dass das Interesse an Technik und Naturwissenschaften der Kinder und Jugendlichen durch die Teilnahme an den VDI-Angeboten mehrheitlich gleich geblieben oder gestiegen ist. Unter den Teilnehmern mit Zuwanderungsgeschichte ist dieses sogar noch stärker gestiegen. Rund 90 Prozent der jugendlichen Zukunftspiloten planen, zukünftig ein Studium oder einen Beruf mit technischem bzw. naturwissenschaftlichem Bezug aufzunehmen“, so Schaafs.

Die Nachwuchsprojekte zu sichten und die Teilnehmer und Eltern zu befragen, waren die ersten Schritte im Projektplan. Nun arbeitet das Projektteam um Tina Schaafs gemeinsam daran, die Zugangshürden anzubauen, um noch vielfältigere Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Studierenden anzusprechen. „Wir möchten unsere Projekte stetig weiterentwickeln“, so Schaafs. „Es ist uns wichtig über die Möglichkeiten und die Bedeutung von Förderangeboten für den an Technik interessierten Nachwuchs zu informieren. Wir denken auch schon konkret über Kooperationen mit Kitas, Schulen und weiteren Bildungspartnern nach.“
 

Ihr Ansprechpartner im im VDI:
Stephan Berends

Telefon: +49 211 6214-276
Telefax: +49 211 6214-156
E-Mail: presse@vdi.de