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Technischer Wettlauf im Kalten Krieg

Technikgeschichtliche Tagung

Technikgeschichtliche Tagung (Bild: Siegfried Fries / pixelio.de)
Technikgeschichtliche Tagung (Bild: Siegfried Fries / pixelio.de) Bild: www.pixelio.de

 

In der Fortsetzung früherer Technikgeschichtlicher Tagungen zur Technikgeschichte in der Kaiserzeit, Weimarer Republik und im Nationalsozialismus widmete sich die Tagung 2012 der Technik im Kalten Krieg.

 

Die 45 Jahre vom Abwurf der Atombomben bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion sind als Epoche des Kalten Krieges in die Geschichte eingegangen. Sie war von der Konfrontation der beiden aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangenen Supermächte geprägt und fand in den Hochschulen, Forschungsanstalten und Fabrikhallen, aber auch in den Supermärkten, Küchen und Wohnzimmern statt. Neben dem Rüstungswettlauf – speziell zur Vorbereitung interkontinentaler Kriegsführung – setzten die Supermächte auf die Eroberung des Weltraums, um ihre technologische Überlegenheit zu demonstrieren.

Nie zuvor wurden in Friedenszeiten derartige Summen in die Rüstungsforschung investiert. Rüstung und Raumfahrt induzierten durchgreifende Technologieschübe, die sich bis in die alltägliche Techniknutzung auswirkten, wie die 1959 zwischen Nixon und Chrustschow in Moskau geführte Küchendebatte eindrucksvoll zeigt. Nicht zufällig warnte US-Präsident Eisenhower am Ende seiner Amtszeit 1961 so eindrücklich vor dem militärisch-industriellen Komplex.

Die Tagung konzentrierte sich auf die erste Phase des Kalten Krieges bis zum Ende der 1960er Jahre, die in der symbolträchtigen Mondlandung von 1969 gipfelte. Folgende Themenkomplexe standen im Vordergrund:

  1. Schon in der Entstehungsphase des Kalten Krieges begann der Wettlauf der Siegermächte um deutsche Experten, der als geistige Reparationsforderung begründet wurde. Mit dem „brain drain“ ging ein Technologietransfer einher, der den Verlauf von Technisierungsprozessen in vielen Bereichen beeinflusste
  2. Durch Wissenschaft und Technik kam es zur Verlagerung der politischen Systemauseinandersetzung in neue Räume. Zu denken ist hier an das „space race“, aber auch die technische Hochrüstung der privaten Haushalte (Massenmotorisierung, High-Tech-Küchen)
  3. Durchgreifende Technologieschübe wurden durch den Rüstungswettlauf ausgelöst. Hier wären zum einen die für den Kalten Krieg charakteristische Rüstungstechnik zu betrachten, zum anderen ihre Auswirkungen im Bereich ziviler Nutzung.
  4. Im geteilten Deutschland als Frontstaat des Kalten Krieges überformte die Blockbindung die nationalen Innovationssysteme. Durch die spezifischen Rahmenbedingungen bildeten sich auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“ charakteristische „Technikkulturen“ heraus.

Die Tagung hatte zum Ziel, die Technologieentwicklung während des Kalten Krieges bis 1970 in ihren wissenschaftlich-technischen, politischen und sozio-ökonomischen Wechselwirkungen zu diskutieren. Wie wirkten sich der politische Systemkonflikt auf die verschiedenen Bereiche der Technik, ihre nationalen Besonderheiten, ihre Institutionen und Organisationen von Forschung und Entwicklung aus? Nicht zuletzt induzierte die Technikentwicklung während des Kalten Krieges aber auch wesentliche Impulse zur Internationalisierung und Globalisierung.

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(Bild: VDI)
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Ihre Ansprechpartnerin zum Thema Technikgeschichte
Verein Deutscher Ingenieure e. V.
Fritz Neußer
Telefon: +49 211 6214-205
Telefon: +49 211 6214-148
E-Mail: neusser@vdi.de

Leitung Technikgeschichtliche Jahrestagung:
Dr. Lars Bluma
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum
E-Mail: lars.bluma@bergbaumuseum.de
Telefon: +49 234 5877-115
Telefax: +49 234 5877-111
Leiter des Forschungsbereichs Bergbaugeschichte im Deutschen Bergbaumuseum