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14.09.2017
Bundestagswahl 2017
 

VDI fragt Parteien: Nachhaltig planen und bauen

Bundestagswahl 2017: VDI fragt Parteien zur Energiewende (Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)

Bundestagswahl 2017: VDI fragt Parteien zur Energiewende (Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)

Der VDI hat die Parteien, die wahrscheinlich in den nächsten Bundestag einziehen, zu Themen wie u.a. Forschungsförderung, Energiewende, Energieeffizienz von Gebäuden, Digitalisierung und technischer Bildung befragt. Bis auf die AfD haben alle Parteien unsere Fragen beantwortet. Heute stellen wir die Antworten der Parteien auf unsere Fragen zum Themenfeld „Nachhaltig planen und bauen“ vor.

 

Nachhaltig planen und bauen

Gute Wohnstandards in nachhaltig und energieeffizient entwickelten Gebäuden sind wichtige Voraussetzungen für lebenswerte Städte und Gemeinden. Rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs entfallen auf die Klimatisierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden. Der Gebäudebestand kann nur dann bis Mitte des Jahrhunderts nahezu klimaneutral werden, wenn dessen Potenziale für den effizienten Umgang mit Energie gehoben werden. Aber auch Trends wie die Digitalisierung, der demografische Wandel, Barrierefreiheit und verbesserte Gesundheitsvorsorge beeinflussen das Leben in den Städten und Gemeinden. Die vollständigen Antworten der Parteien auf unsere Fragen finden Sie in unserer Rubrik "Publikationen".

 

Unsere wichtigsten Positionen zu nachhaltigen Gebäuden aus unserer Stellungnahme „Empfehlungen für die 19. Legislaturperiode“ haben wir hier zusammengefasst.

 

Gebäudeenergetik

Die in der Vergangenheit erreichten Fortschritte und Maßnahmen auf dem Gebiet der Gebäudeenergetik werden nicht ausreichen, um Deutschlands Effizienzziele zu erreichen. Der VDI empfiehlt der Politik daher, weiterführende Maßnahmen und Anreizsysteme – vor allem für Bestandsimmobilien zu schaffen, um diese Ziele doch noch zu erreichen. So fordert der VDI u. a. endlich wirksame steuerliche Abschreibungsmodelle für Energieeffizienzmaßnahmen im Bestand und Neubau sowohl für Wohngebäude als auch für Nichtwohngebäude. Die bestehenden Fördermaßnahmen müssen transparenter und wirtschaftlich attraktiver werden. Eine gesetzlich vorgegebene Mindestausstattung an Mess- und Anzeigegeräten zur Visualisierung des Energieverbrauchs von Gebäuden würde die Transparenz erhöhen und Bewohner bzw. Nutzer in die Lage versetzen, den Energieverbrauch bewusster zu steuern. Darüber hinaus empfiehlt der VDI einheitliche Qualitätsstandards für Energieberater in den Bereichen Bauen, Gebäudetechnik und Industrie.


Gesundheit und Hygiene in Gebäuden
Luftqualität in Innenräumen ist ein wesentlicher Faktor der Aufenthaltsqualität und Gesundheitsvorsorge. Sie darf sich durch die ungeeignete Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen nicht verschlechtern. Die entsprechenden Anforderungen der Musterbauordnung sind im Neubau, vor allem jedoch bei der Sanierung von Bestandsbauten umzusetzen. Neue Erkenntnisse über Schadstoffe in der gebauten Umwelt (asbesthaltige Fliesenkleber und Spachtelmassen) sind ebenfalls von hoher gesundheitlicher Relevanz. Um die Gefährdung durch PCB und Asbest zu minimieren, sind die entsprechenden Regelungen wie die Asbestrichtlinie und die Gefahrstoffverordnung zu novellieren.


Smart Cities
Immer mehr Menschen wollen im städtischen Umfeld leben und arbeiten. Darüber hinaus erfordert der demografische Wandel ein gesteigertes Maß an Barrierefreiheit sowohl in Gebäuden als auch im öffentlichen Raum. Der VDI empfiehlt, die Förderung der Umgestaltung von Wohnraum in barrierefreie Wohnungen enger mit der Förderung des energetischen Umbaus zu verknüpfen. Parallel dazu sollte die Förderung von Stadtumbauplänen immer mit einem verpflichtenden barrierefreien Stadtumbau verbunden werden.

 

Ihr Ansprechpartner im VDI:

Christian Krause, Public Affairs und Kommunikation

Leitung VDI-Büro Berlin

Telefon: +49 30 2759 5713

E-Mail: krause_c@vdi.de