Richtig angepackt wird die Digitale Transformation zum Jobmotor für Deutschland

Die Aussicht auf die zunehmende Digitalisierung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche ist bei vielen Menschen mit Unsicherheit und Ängsten verbunden. Befürchtet werden das „Verpassen des digitalen Anschlusses“, der Verlust des Jobs auf Grund von fortschreitender Computerisierung und Automatisierung sowie sich rasant ändernde Qualifikationsanforderungen. In der ZukunftsMonitor-Umfrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von 2017 gaben fast 60 Prozent der Befragten an, sie seien überzeugt, dass durch Digitalisierung und Roboter mehr Jobs verlorengehen, als geschaffen werden. Auch einige Studien wie etwa die des schwedisch-britischen Autorenduos Carl Benedict Frey und Michael Osborne von der Universität Oxford prognostizieren den massenhaften Wegfall von Arbeitsplätzen durch die Digitale Transformation. Aber kann man derartigen Prognosen Glauben schenken?

 

Der Blick in die Wirtschafts- und Industriegeschichte stimmt optimistisch: Weder die vergangenen drei industriellen Revolutionen, noch andere disruptive technologische Veränderungen haben gesamtwirtschaftlich zu höherer Arbeitslosigkeit geführt, obwohl neue Technologien die Produktivität in ihren Bereichen jeweils um ein Vielfaches gesteigert haben. Anstelle einer anfänglich befürchteten Vernichtung kam es lediglich zu einer Verschiebung von Jobs. Arbeitsinhalte und Tätigkeitsprofile haben sich durch Technologiesprünge teils massiv verändert: Einige Aufgaben – insbesondere körperlich schwere, monotone oder gesundheitlich belastende – konnten von Maschinen übernommen werden, neue entstanden. 

 

Und auch der nächste Technologiesprung, die Digitalisierung, ist ein Versprechen für neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen, innovative digitale Geschäftsmodelle und neue Märkte. All dies eröffnet Chancen für neue Wertschöpfung und damit neue Tätigkeitsfelder. Die Digitale Transformation wird zwar in Frage stellen, wie wir arbeiten, nicht jedoch dass wir arbeiten. Entscheidend wird die Frage der Anpassungsfähigkeit: Veränderte Qualifikationsanforderungen disruptiver Technologien und neuer Geschäftsmodelle verlangen von uns, Routine zu verlassen, neue Fähigkeiten hinzuzulernen und Kenntnisse zu erweitern. Das betrifft nicht nur jedes Mitglied der modernen Wissensgesellschaft im Allgemeinen, sondern uns Ingenieure im Besonderen.