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Bild: Gudrun Huneke

Sicher ans Ziel

Laut der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden im Jahr 2022 in Deutschland mehr als 2.300 Verkehrsunfälle direkt auf mangelnde oder unzureichende Ladungssicherung zurückgeführt. Diese Unfälle führen in zahlreichen Fällen zu schweren oder tödlichen Verletzungen und zudem verursachen sie erhebliche Sachschäden.

Diese belaufen sich laut Schätzungen weltweit auf bis zu 3 Milliarden Euro jährlich. Diese Zahlen verdeutlichen die immense Bedeutung einer korrekten Ladungssicherung, nicht nur zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, sondern auch zur Vermeidung von Personenschäden und der immensen wirtschaftlichen Verluste.

Darum ist die Ladungssicherung zur Schadensvermeidung ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung. Eine wirksame Ladungssicherung setzt voraus, dass das genutzte Transportfahrzeug genau wie die Ladung selbst für die entsprechenden Sicherungsmaßnahmen geeignet sind. Dazu gehören insbesondere geeignete Befestigungspunkte am Fahrzeug und der Ladung sowie die ausreichende Festigkeit der Ladung und zur Aufnahme der Sicherungskräfte.

 

VDI 2700 als anerkannte Regel der Technik gemäß § 22 StVO

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind hier klar: In Deutschland regelt § 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) die Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Sicherung von Ladungen. Verstöße gegen diese Vorschrift können nicht nur zu hohen Bußgeldern, sondern auch zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. Die Einhaltung anerkannter Regeln der Technik, wie der Richtlinienreihe VDI 2700, ist daher nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern auch ein entscheidender Faktor zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit.

Die VDI-Richtlinien zur Ladungssicherung bieten praxisnahe Lösungen, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten. Durch ihre umfassenden Anleitungen und Prüfmethoden stellen die Richtlinien sicher, dass Ladungen unter allen Verkehrsbedingungen sicher transportiert werden können – sei es bei Vollbremsungen, abrupten Ausweichmanövern oder unebenen Straßenbelägen.

Theoretische Grundlagen und praxisorientierte Beispiele

Die Richtlinienreihe VDI 2700 bietet nicht nur theoretische Grundlagen, sondern auch praxisorientierte Beispiele, die direkt in die tägliche Arbeit von Logistikern und Logistikerinnen und Transportunternehmen einfließen können. Darüber hinaus minimiert die Einhaltung der VDI-Richtlinien das Risiko von rechtlichen Konsequenzen und Haftungsansprüchen aufgrund mangelhafter Ladungssicherung.

Gute Gründe für eine fachkundige Ladungssicherung

  • Unfallvermeidung: Verhindert, dass Ladung verrutscht, kippt oder vom Fahrzeug fällt, was schwere Unfälle verursachen kann.
  • Schutz von Leben und Gesundheit: Reduziert das Risiko schwerer Verletzungen oder Todesfälle für Fahrer, Beifahrer und andere Verkehrsteilnehmer.
  • Erhaltung der Ladung: Schützt die transportierte Ware vor Beschädigungen und minimiert die Kosten für Ersatz und Reparaturen.
  • Haftungsvermeidung: Minimiert das Risiko rechtlicher Ansprüche und Bußgelder durch ordnungsgemäße Sicherung.
  • Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Verhindert hohe Geldstrafen und rechtliche Konsequenzen durch Einhaltung von Vorschriften zur Ladungssicherung.
  • Vermeidung von Betriebsunterbrechungen und Erhöhung der Betriebseffizienz: Reduziert das Risiko von Verzögerungen und Unterbrechungen in der Lieferkette.

Die 7 größten Todsünden der Ladungssicherung - Bloch erklärt

Bild: SpanSet

Ausbilder-Registrierung nach VDI 2700 Blatt 1

Die VDI-Ausbildung „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ vermittelt umfangreiches Wissen zur Ladungssicherheit und wie damit Schäden vermieden werden. Die Ausbildung besteht aus einer 4-tägigen Prüfungsvorbereitung und der Prüfung.

Termine zur Prüfungsvorbereitung und Prüfung               

Liste der registrierten Ausbilder

VDI-Podcast

Richtlinienreihe VDI 2700 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen"

Ergebnisse verfeinern 39 Ergebnisse
  • Richtlinie
    01.11.2004

    VDI 2700

    Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

    Zu den Details
  • P
    Richtlinie
    01.07.2027

    VDI 2700

    Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

    Zu den Details
  • Richtlinie
    01.06.2025

    VDI 2700a

    Ausbildungsnachweis Ladungssicherung

    Zu den Details
  • Ü
    Richtlinie | Mobilität
    01.05.2014

    VDI 2700 Blatt 1

    Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen - Ausbildung und Ausbildungsinhalte

    Zu den Details
  • Ü
    Richtlinie
    01.07.2014

    VDI 2700 Blatt 2

    Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen - Berechnung von Sicherungskräften - Grundlagen

    Zu den Details
  • E Entwurf
  • Ü Überprüft und bestätigt
  • ZA Zurückziehung angekündigt
  • Zurückgezogen
  • P Projekt

Fragen und Antworten zur Richtlinienreihe VDI 2700

Sie haben Fragen zur Richtlinienreihe VDI 2700? Dann nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Frage über unsere Internetseite zu stellen.

Die Inhalte von VDI-Richtlinien entstehen in Übereinstimmung mit der VDI 1000 und bilden den Konsens der Verkehrskreise ab. Sie gelten als anerkannte Regeln der Technik. Die Inhalte dieser FAQ dagegen sind rein informativ und haben nicht den Status anerkannter Regeln der Technik. Sie stellen insbesondere auch keine Rechtsberatung dar, sondern sollen als beispielhafte Fallbesprechungen Hilfestellungen für Richtlinienanwender geben. Sie können nicht die eingehende Rechtsberatung durch eine hierzu berufene Person ersetzen und sind nicht als zusätzliche oder über die Richtlinieninhalte hinausgehende Festlegungen zu verstehen.

FAQ VDI 2700

Antwort:

VDI-Richtlinien sind private technische Regelwerke und damit keine staatlichen Rechtsnormen. Sie werden weder als Gesetze noch als Rechtsverordnungen erlassen und entfalten keine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung. Ihre Anwendung ist grundsätzlich freiwillig.
Gleichzeitig stellen VDI-Richtlinien häufig anerkannte Regeln der Technik dar. Sie werden von unabhängigen, ehrenamtlich tätigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und öffentlicher Verwaltung, also einem pluralistisch zusammengesetzten Gremium, im Konsensverfahren erarbeitet und regelmäßig überprüft sowie fortgeschrieben. Dadurch spiegeln sie den jeweils gesicherten Stand der technischen Erkenntnisse und der bewährten Praxis wider und tragen daher die widerlegliche Vermutung ihrer Korrektheit in tatsächlicher Hinsicht mit sich, ähnlich eines Sachverständigengutachtens.
In zahlreichen Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften wird auf anerkannte Regeln der Technik Bezug genommen oder ausdrücklich auf technische Regelwerke – wie etwa VDI-Richtlinien – verwiesen. Ein konkretes Beispiel hierfür ist § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), der für die Ladungssicherung fordert, dass diese den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Technische Regelwerke wie VDI-Richtlinien dienen in diesem Zusammenhang als maßgebliche Orientierung zur Konkretisierung dieser gesetzlichen Anforderung.
In diesen Fällen erhalten die Richtlinien mittelbare rechtliche Bedeutung: Sie konkretisieren unbestimmte Rechtsbegriffe und dienen als allgemein anerkannter Maßstab für die ordnungsgemäße, sichere und fachgerechte Umsetzung gesetzlicher Vorgaben.
Durch diese Verweisungspraxis wird der Gesetz- und Verordnungsgeber entlastet, da detaillierte technische Anforderungen nicht unmittelbar in staatliche Normen aufgenommen werden müssen. Stattdessen können diese flexibel, praxisnah und dem technischen Fortschritt entsprechend durch private Regelsetzer wie den VDI entwickelt und fortgeschrieben werden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass VDI-Richtlinien keine staatlichen Regeln, wohl aber wichtige Referenzdokumente zur Konkretisierung gesetzlicher Anforderungen sind. Ihre Bedeutung ergibt sich nicht aus einer hoheitlichen Setzung, sondern aus ihrer fachlichen Anerkennung und ihrer Einbindung in das bestehende Regelungsgefüge. Sie haben nicht Rechts-, sondern Tatsachencharakter.

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Portraitfoto Dipl.-Ing. Simon Jäckel
Dipl.-Ing. Simon Jäckel

VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik