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VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik

14.01.2019
Wiedereröffnung
 

Eisenbahntechnischen Lehr- und Versuchsanlage an der RWTH Aachen

Die umgebaute Modellbahn ELVA erstreckt sich über mehrere Ebenen.  (Bild: Peter Winandy)

Die umgebaute Modellbahn ELVA erstreckt sich über mehrere Ebenen. (Bild: Peter Winandy)

Am 27. November 2018 veranstaltete der Lehrstuhl für Schienenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der RWTH Aachen im Rahmen eines Festkolloquiums die Wiedereröffnung der ELVA (Eisenbahntechnische Lehr- und Versuchsanlage). Unter den Festgästen waren u. a. der Staatssekretär im Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Dr. Hendrik Schulte, der Rektor der RWTH Aachen, Herr Prof. Ulrich Rüdiger, der Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen, Herr Prof. Markus Oeser, sowie Partner aus der Wirtschaft, Politik und Universitäten.

 

Der Lehrstuhl für Schienenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen arbeitet vorrangig in den drei Forschungsbereichen der Eisenbahnbetriebswissenschaft, Eisenbahnsicherungstechnik sowie Verkehrswirtschaft. Ein Schwerpunkt liegt in der Schnittstelle zwischen der Eisenbahnsicherungstechnik und dem Bahnbetrieb. Um die Abhängigkeiten der Sicherungstechnik auf den Betrieb realitätsnah vermitteln zu können, betreibt der Lehrstuhl seit den 1960er Jahren ein Eisenbahnbetriebsfeld, die sogenannte Eisenbahntechnische Lehr- und Versuchsanlage (ELVA). Aufgrund des Alters der Modellanlage nahm der Wartungsaufwand an den Fahrzeugen und der Infrastruktur immer mehr zu. Zusätzlich ist die Anlage in einem nicht mehr existierenden Maßstab gebaut worden, so dass keine Ersatzteile angeschafft werden konnten.


Nach der Berufung von Prof. Nils Nießen als Inhaber des Lehrstuhls im Oktober 2013 wurde mit den Planungen für den Umbau der ELVA begonnen. Ende 2015 begann der Abbau der veralteten Modellbahntechnik. Für die neue Modellbahnanlage wurden auf mehreren Ebenen mehr als 1.200 Meter Gleis im Maßstab Spur H0 (Maßstab 1:87) verlegt. Da der Längenmaßstab 1:200 ausgewählt wurde, entspricht die Streckenlänge einem über 100 Kilometer langen Netz. Die ursprünglich sieben Originalstellwerke sind auch weiterhin Bestandteil der ELVA, vier mechanische Stellwerke, zwei elektromechanische Stellwerke sowie ein Relaisstellwerk. Darüber hinaus wurde die Anlage durch ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) der Bauform ZSB 2000 ergänzt. Durch das moderne Stellwerk ließen sich fünf weitere Betriebsstellen in die ELVA integrieren. Zusätzlich wurde ein Schattenbahnhof mit 15 Gleisen gebaut, in dem die Züge eine Warteposition einnehmen, nachdem sie aus dem betrachteten Bereich ausgefahren sind und bis sie wieder zum Einsatz kommen.


In Verbindung mit dem ESTW wurde die ELVA um ein Ks-Mehrabschnittssignal der Firma Scheidt & Bachmann ergänzt. Dieses Signal erweitert die bereits vorhandenen Signale. Alle Signale sind an die Stellwerke angeschlossen und repräsentieren jeweils ein Signal auf der Modellanlage.


Am 27. November 2018 veranstaltete der Lehrstuhl im Rahmen eines Festkolloquiums die Wiedereröffnung der ELVA. Hierzu folgten etwa 150 Gäste der Einladung. Unter den Festgästen waren u. a. der Staatssekretär im Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Dr. Hendrik Schulte, der Rektor der RWTH Aachen, Herr Prof. Ulrich Rüdiger, der Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen, Herr Prof. Markus Oeser, sowie Partner aus der Wirtschaft, Politik und Universitäten. Nach mehreren Vorträgen über die aktuellen Entwicklungen im Eisenbahnsektor wurde die ELVA mit der ersten offiziellen Zugfahrt wiedereröffnet. Für die erste Zugfahrt wartete im Bahnhof M-dorf ein abfahrbereiter ICE auf seine Ausfahrt. Dazu wurde der Signalhebel umgelegt, wodurch sich anschließend der Zug unter Beobachtung der in die ELVA eingeladenen Sponsoren in Bewegung setzte.


Zukünftig wird die ELVA weiterhin für die Lehre sowie Aus- und Weiterbildungskurse genutzt werden. Zusätzlich steht die ELVA nun auch für Forschungsprojekte zur Verfügung.

 

Ihr Ansprechpartner im VDI e.V.:
Dipl.-Ing. Simon Jäckel
VDI-Fachbereich Bahntechnik 
Tel. +49 211 6214-535
Fax +49 211 6214-97535
E-Mail: jaeckel@vdi.de

 

 

 

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