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VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences

19.07.2017
Kick-off im VDI-Haus Stuttgart
 

BienABest: Schutz von Wildbienen

Das Projekt "BienABest" soll helfen, die Wildbienenbestände in Deutschland zu sichern, hier: braungefärbte Ackerhummel (Bild: Woppowa)

Das Projekt "BienABest" soll helfen, die Wildbienenbestände in Deutschland zu sichern, hier: braungefärbte Ackerhummel (Bild: Woppowa)

Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten stehen in Deutschland bereits auf der Roten Liste. Das Projekt "BienABest" soll helfen, dem Rückgang der Wildbienen Einhalt zu gebieten und die Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern. Die VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS) hat den Zuschlag für das Förderprojekt des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zur Förderung der Wildbienenbestände in Deutschland erhalten.

 

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks: "Unser Umgang mit der Natur hat massive Auswirkungen auf die Wildbienen: Es wird viel zu viel gemäht, gedüngt und gespritzt, ganze Lebensräume verschwinden. Mit den fehlenden Blüten nimmt auch die Nahrungsgrundlage für die kleinen Natur-Dienstleister ab. Wir brauchen darum dringend Projekte wie dieses, die den Wildbienen neuen Lebensraum geben. Denn Natur und Menschen sind dringend auf die Bestäuber angewiesen."

   

BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel: "Heute sind mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten in ihrem Bestand bedroht und werden deshalb in der Roten Liste Deutschlands geführt, mit steigender Tendenz. Hier muss dringend etwas geschehen. Deshalb freue ich mich, dass das neue Projekt beispielsweise mit der Entwicklung von Saatgutmischungen und der Erprobung und Anlage von Nahrungshabitaten – speziell für Wildbienen – versucht, wichtigen Ursachen für den Rückgang der Bienen entgegenzuwirken."

  

Wildbienen übernehmen eine Schlüsselrolle in der Bestäubung und erfüllen so eine wichtige Funktion im Ökosystem. Sie sichern die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Damit sind sie auch ein Garant für die Erzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und stellen damit eine bedeutende Ökosystemleistung zur Verfügung.

  

Der Projektname "BienABest" steht deshalb für „Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft“. Ein Kernstück von BienABest ist die Entwicklung eines Bestimmungsschlüssels. Dieser ermöglicht die Artbestimmung der Mehrzahl der Wildbienenarten direkt im Gelände. Das Besondere: Die Wildbienen können lebend bestimmt und anschließend wieder freigelassen werden. So sollen in Zukunft Aussagen über die Bestandsentwicklung getroffen werden können, ohne durch Entnahme in die Populationen einzugreifen.

 

Das Projekt wird auch Sachverständige ausbilden, die entlang der zu entwickelnden Methoden und Standards beraten und prüfen können. Die Ergebnisse dienen dann als wichtige Grundlage für den Schutz der Wildbienen. Die neuen Standards werden in vier VDI-Richtlinien festgeschrieben. Sie sind somit dauerhaft verfügbar und können deutschlandweit übertragen und auch für ein Monitoring genutzt werden.

 

Koordiniert wird das Projekt von dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI e.V.). Verbundpartner ist die Universität Ulm. Es handelt sich um ein Förderprojekt des Bundesamts für Naturschutz (BfN), das mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert wird. Weiterhin wird das Projekt finanziell unterstützt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG.

 
Hintergrund

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt 

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Informationen und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

  

Quelle: © BMUB

  

Ihre Ansprechpartnerin im VDI:

Dr. Ljuba Woppowa

VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)

Telefon: +49 211 6214-314

Telefax: +49 211 6214-97314

E-Mail: tls@vdi.de

 

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