Direkt zum Inhalt

Innovationsforum Zerspanungstechnologie vom 04.06.2019

Rund 180 Fachleute aus Unternehmen und Wissenschaft waren gekommen, um sich beim Innovationsforum Zerspanungstechnologie in Tuttlingen zu informieren.

Innovationsforum Zerspanungstechnologie in Tuttlingen: „Zerspanen bleibt maßgebliche Fertigungstechnologie“

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, der Technologieverbund TechnologyMountains und das Kompetenzzentrum für Spanende Fertigung an der Hochschule Furtwangen (KSF-Institut) hatten zum Innovationsforum Zerspanungstechnologie in die Stadthalle Tuttlingen eingeladen. (Die  Hochschule Furtwangen und KSF sind  Kooperationspartner vom VDI BV Schwarzwald ). Dort referierten und diskutierten mehr als 180 Teilnehmer über wegweisende Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Ideen in der Zerspanungstechnologie.

„Wir alle wissen, dass unsere Zerspanungsbranche vor einigen Herausforderungen steht, über die wir hier auf diesem Forum reden müssen“, sagte IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd in ihrer Begrüßungsansprache. Diese Herausforderung fokussiert sich vor allem im Systemwandel in der Automobilindustrie. Hakenjos-Boyd ist sich sicher, dass sich der Markt in Richtung Elektromobilität verschiebt – aber auch, dass die weltweite Nachfrage nach Hybrid- und Verbrennungsmotoren steigen werde. Deshalb fordere sie Technologieoffenheit bei der Entwicklung neuer Antriebe. „Wir lehnen es ab, sich jetzt schon einseitig auf den elektrischen Antrieb festzulegen.“ Insgesamt zeigte sich die IHK-Präsidentin zuversichtlich, was die regionale Zerspanungsindustrie anbelangt. „Ich bin mir sicher, dass unser Know-how in der Präzision künftig mehr denn je gefragt sein wird. Zerspanen bleibt maßgebliche Fertigungstechnologie.“ Dr. Harald Stallforth, Vorstandsvorsitzender des Technologieverbundes TechnologyMountains, bezeichnete die Zerspanungsbranche sogar als den Wirtschaftsmotor der Region schlechthin; der zwar traditionell anmuten würde, jedoch ein hoch innovativer Bereich sei.

Prof. Konrad Wegener, Institutsleiter an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, sprach über die notwendige Koexistenz von subraktiver und additiver Fertigung: Denn die Additive Fertigung sei ein Urformverfahren, das erst durch die Nachbearbeitung funktionale Oberflächen und geometrische Genauigkeit erhalte. „Die additiven Fertiger denken, dass die Teile automatisch fertiggestellt aus der Maschine kommen. Dem ist aber nicht so“, erklärte er dem Fachpublikum. Die Lösung sei eine Kombiproduktion aus dem Aufbauen von Bauteilen mit additiver Fertigungstechnologie und dem Abschleifen: So entstehe ein Hybridbauteil.

Um moderne Zerspanungstechnologien ging es bei dem Ausblick von Prof. Bahman Azarhoushang. Er präsentierte seine Forschungsergebnisse zur Hochgeschwindigkeitszerspanung: Demnach sei die Schnittgeschwindigkeit der wichtigste Parameter bei der Zerspanung hinsichtlich Leistung, Kosten, Produktivität, Energie- und Ressourceneffizienz sowie der Werkzeugstandzeit. „In Zukunft werden noch höhere Schnittgeschwindigkeiten bei den Zerspanungsprozessen eingesetzt“, blickte der Leiter des KSF-Instituts in die Zukunft.

Abgerundet wurde das Forum durch eine begleitende Ausstellung, in welcher 20 Unternehmen ihr Know-how in der Zerspanungstechnik anschaulich präsentierten und die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken einluden. „Wir freuen uns sehr, dass sich das Innovationsforum Zerspanungstechnologie als Plattform etabliert hat, um Kontakte mit Geschäfts- und Entwicklungspartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu knüpfen“, resümieren die drei Veranstalter.

 

Medieninformation Nr. 89/2019 Ihr Ansprechpartner: Christian Beck, Pressesprecher, Telefon: 07721 922-174, Fax: 07721 922-198