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Pressemitteilung VDI Trendforum BW bei Festo

Katrin Schütz-Staatssekretärin Wirtschaftsministerium BW (Bildrechte: Württembergischer Ingenieurverein)

Mit Bionik in die autonome Zukunft

[Ostfildern]Von der Natur abgeschaute Autonome Systeme und Künstliche Intelligenz werden die Technik von morgen prägen. Für die Experten auf dem VDI-Trendforum bei FESTO in der Technologiefabrik Scharnhausen ist dieser Technologiesprung eine Chance für die Wirtschaft in Baden-Württemberg.

Autonome Systeme sind das Generalthema des 2. VDI-Trendforums Baden-Württemberg, das in diesem Jahr an 5 Industriestandorten stattfindet und zusätzlich als Livestream ins Internet übertragen wird. Die Startveranstaltung bei der FESTO AG & Co. KG war der Inspiration von intelligenten technischen Systemen durch die Bionik gewidmet.

Baden-Württemberg hat beste Voraussetzungen, um von der Digitalisierung von Technik im Weltmarkt zu profitieren. „Autonome Systeme ermöglichen völlig neue Produkte, die untereinander und mit Menschen interagieren können“ – so Katrin Schütz, Staatssekretärin des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, in ihrer Keynote. Stärken sollen aus Sicht der Landesregierung gebündelt werden und das Denken in Ökosystemen der Innovation wie z. B. regionale Digital Hubs, geförderte Vorhaben, KI-Mittelstandsprogramm mit regionalen KI-Laboren erfolgen. Biointelligente Systeme ermöglichen bahnbrechende Innovationen. Es geht, so Schütz,  darum, die Chancen rechtzeitig zu erkennen und daraus die Potentiale zu erheben, um Wertschöpfung und Arbeit im Land zu sichern.

Wilhelm Bauer, Hochschullehrer an der Universität Stuttgart, VDI-Landesvorsitzender und Leiter des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation sieht dazu gute Ansätze im  Kompetenzzentrum Biointelligenz in der Region Stuttgart, das die Steigerung von nachhaltiger Produktion und Lebensweise durch biointelligente Wertschöpfung zum Ziel hat.

Elias Knubben sieht die Inspiration von Festo bei intelligenten Lösungen für autonome Systeme durch die Natur. Viele der technisch umgesetzten Beispiele können Schlüssel zu kommenden komplett autonomen Systemen darstellen. Der Einfluss von künstlicher Intelligenz auf die Fortentwicklung der Robotik schätzt Jan Seyler von Festo als gravierend ein. KI wird die Produktion bei vorausschauender Wartung, der Entdeckung und Bewertung von Anomalitäten, bei komplexen Datenanalysen, in der Optimierung der Lieferkette, bei der Produktionsplanung und der Prozesssteuerung revolutionieren.

Für Jürgen Beyerer, Karlsruher Hochschullehrer und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung hat tiefes neuronales Lernen, die neuen Möglichkeiten für KI, über subsymbolische Ansätze und Bioinspiration von biologischen Gehirnen erst möglich gemacht. Die Zukunft wird darin bestehen, symbolische und subsymbolische Ansätze dabei sinnvoll zu kombinieren.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass eine schnelle Umsetzung von autonomen Systemen zu erwarten sind, v.a. in lebensfeindlichen Umgebungen wie der Tiefsee oder im Weltraum, wo bei großen Distanzen mit großen Totzeiten in der Kommunikation zu rechnen ist. Softwarekompetenz kommt dabei die Schlüsselfunktion bei den Ressourcen zu. „Es gibt zu wenige, die das können“, so Beyerer,“wir müssen auch zukünftig im Ausland entsprechende Fachleute akquirieren.“ Aus Sicht von Seyler liegt der wirtschaftliche Erfolg in der geschickten Kombination von Lösungen und nicht in den Optimierungen von bereits erfolgreichen Beispielen anderer. Deutlich wurde, dass der in Deutschland hochgehaltene Datenschutz nicht unbedingt ein Nachteil für die Entwicklung und Vermarktung von solchen Systemen ist, sondern sogar in vielen Ländern mit Policies tatsächlich sogar ein Wettbewerbsvorteil sein kann. In der Produktion werden autonome Systeme eine individualisierte Automatisierung ermöglichen. Die Speed Factory von Adidas ist ein solches Beispiel, welche die Fertigung nahe zum Kunden bringt und damit auch die Aufnahme von Innovationsimpulsen seitens der Kunden selbst ermöglicht.

Bauer betont die Notwendigkeit intensiver agiler Kooperationen zwischen den Technikdisziplinen, den Unternehmen und der Forschung. „Über die Schaffung von agilen Plattformen in der Industrie wird es gelingen, auch zukünftig erfolgreich in den weltweiten Märkten tätig zu sein.“

 

 

Ansprechpartner ViSdPR
VDI Landesverband Baden-Württemberg:

Dr.-Ing. Paul Martin Schaefer
Telefon: 0711 13163-12
E-Mail: schaefer@vdi-suedwest.de

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