Direkt zum Inhalt

Soziale Innovation durch Engineering Diversity - Vortrag vom 14.09.2021

Carmen Leicht-Scholten

Es sind nicht mehr nur die mittelalten weißen Männer in blauen Hemden, die das innere und äußere Erscheinungsbild der Hochschulen ausmachen. Inzwischen sind Heterogenität und Vielfalt der Bevölkerung auch in Forschung und Lehre angekommen. Frau Prof. Leicht-Scholten von der RWTH Aachen berichtete für den VDI Bezirksverein Bremen von neuen Ansätzen im Bereich Engineering Diversity. Diplom-Ingenieurin Maike Sünert berichtete ergänzend aus ihrer beruflichen Praxis von den noch immer nicht überwundenen Vorurteilen gegenüber Frauen in technischen Berufen.
Die Corona-Situation hatte deutlicher als noch zuletzt wahrnehmbar gezeigt, dass eben nicht alle Menschen die gleichen Chancen und Bedingungen haben. Im Gegenteil wurde noch deutlicher, wie verschiedene Gruppen marginalisiert sind und bleiben, wenn Chancengerechtigkeit nicht aktiv hergestellt wird. Auch Hochschulen haben hier eine soziale Verantwortung, da sie über Forschung und Innovationen Gesellschaft mitgestalten und als Teil der Gesellschaft auch von ihr finanziert werden. Ansetzen kann der VDI bei den ethischen Grundsätzen des Ingenieurberufes, die vom VDI erstellt wurden. Auch die deutsche Akademie der Technikwissenschaften fordert ähnliche Kompetenzen von zukünftigen Ingenieur*innen. Um Handlungsoptionen für die sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen des ingenieurwissenschaftlichen Handelns zu haben. Es ist unumgänglich, dass sozial verantwortliche Technikwissenschaften auch Gender- und Diversity-Perspektiven in Forschung, Entwicklung und Ausbildung mit umfassen. Die RWTH Aachen hat durch Talentscouting und Hilfen beim Studienstart bereits neue Wege in diese Richtung beschritten. Die heterogene Zusammensetzung der Studierendenschaft bietet für die Zusammenarbeit in studentischen Gruppen und anschließend in der Forschung ein Potenzial für bessere Ergebnisse, wenn diese Heterogenität nutzbar gemacht wird. Dasselbe gilt für die Arbeit in kleinen und mittleren Unternehmen, da waren sich die Referentinnen einig. Mit anderen Worten, gemischte Teams funktionieren, allerdings bedarf es einer Moderation – Diversity muss gemanagt werden.

Diese Veranstaltung des VDI Bezirksverein Bremen wurde vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert im Rahmen des Programms "Demokratie leben!" für mehr Toleranz und Demokratie der Stadt Emden.

Bericht: Anja Riemer

Artikel teilen