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VDI 3812 Blatt 1 - Projekt Automationsfunktionen für Wohngebäude

Auf einen Blick

Englischer Titel
Home Automation
Mögliches Erscheinungsdatum
2021-05
Herausgeber
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
Autor
VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Zugehörige Handbücher
Kurzreferat

Der Richtlinienausschuss VDI 3812 erarbeitet ein Baukastensystem von Automatisierungsfunktionen, aus dem Tausende häufig gebaute Wohnraumtypen planerisch zusammengestellt werden können. Damit sollen aus einfachen Checklisten in wenigen Minuten vollständige Ausrüstungskonzepte generierbar sein.

In den drei Blättern der Richtlinienreihe VDI 3813 entstanden in den letzten Jahren bereits beispielgebend für die Raumautomation (Schwerpunkt Zweckbau) weitreichende Planungsgrundlagen. Ergebnis war ein semantischer Baukasten, aus dem ca. 8.000 unterschiedliche, häufig vorkommende Raumtypen zusammengestellt werden können. Dazu wurde ein formales Beschreibungsmittel (Verknüpfung von Funktionsbausteinen) benutzt, das einerseits allen Praktikern bekannt ist und andererseits ein hohes Maß an Eindeutigkeit aufweist. Bauherrenwünsche und resultierende Planervorgaben lassen sich dadurch ebenso unmissverständlich dokumentieren, wie die Angebote in Form von Hardware- und Softwareprodukten. Damit deckt die VDI 3813 bereits ca. 60 Prozent der im Smart Home üblichen Funktionalität in hoher Beschreibungsqualität ab und es liegt nahe, auch die restlichen 40 Prozent in gleicher Qualität zu ergänzen.

Im neuen Richtlinienausschuss VDI 3812 erarbeiten nun Produkthersteller, Gebäudeausrüster, Betreiberfirmen und Dienstleister diese fehlenden 40 Prozent nach der aus der VDI 3813 bewährten Methodik. Unter den vielen Aspekten der breit gefächerten Begriffe „Smart Home“ bzw. „AAL“ (Ambient Assisted Living) soll der Schwerpunkt hierbei auf fest mit dem Bauwerk bzw. der Haustechnik verbundenen Funktionen liegen. Gegenstand sind beispielsweise wohnungstypische Rauch- und Brandmeldetechnik, Schließ- und Türkommunikationstechnik, Einbruchsmeldung und Verbrauchszähler. Aber auch alle zunehmend wichtigen Funktionen der Senioren- und Pflegeassistenz wie Erkennung von Vitalfunktionen, Gefahren (Sturz/Hilflosigkeit), Fehlverhalten im Haushalt sowie die von der Wohnung zu leistenden Unterstützungsfunktionen, etwa Orientierungshilfen bei Demenz, Alarm-Eskalationsketten, Notabschaltung von Technik, Zutritt für Rettungskräfte usw., sollen ähnlich präzise beschrieben werden wie in der VDI 3813. Sie werden dadurch für Rechner verständlich und einer wissensbasierten, automatisierten Planung (Digitalisierung, Building Information Modeling (BIM)) zugänglich.

Die Arbeit soll auf Grundlagen der bereits seit Jahren existierenden Fassung der VDI 3812 „Assistenzfunktionen zum Wohnen – Bedarfsermittlung für Elektroinstallation und Gebäudeautomation“ (März 2010) aufbauen, in der viele für das Smart Home mögliche Assistenzfunktionen aus den Bereichen Barrierefreiheit, Bedienkomfort, Sicherheit und Ressourceneinsparung in einer verbalen bzw. tabellarischen Form als Planungsgrundlage zusammengestellt wurden. Ebenso erfolgt eine Synchronisation mit den parallel laufenden Arbeiten an der VDI 3814, die die o.g. Methodik auf die Primär- und Verteilanlagen im Zweckbau erweitert.

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Bild: baranq/Shutterstock.com