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VDI 6000 Blatt 3 - Projekt Sanitärräume; Bedarf und Ausstattung; Arbeitsstätten

Auf einen Blick

Englischer Titel
Sanitary facilities; Demand and furnishing; Workplaces
Mögliches Erscheinungsdatum
2022-12
Herausgeber
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
Autor
VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Zugehörige Handbücher
Kurzreferat

Die Richtlinie beschreibt die Grundlagen der Sanitärraumplanung hinsichtlich der Bedarfsermittlung und der Ausstattung von Sanitärräumen in Arbeitsstätten. Dies betrifft: Mindestanzahl von Sanitärobjekten, Ausstattung der Räume, Platzbedarf (Bewegungs- und Verkehrsflächen und -räume), Anforderungen an übrige Haustechnik, Hygieneanforderungen. Die Überarbeitung soll die Richtlinie an den aktuellen Stand technischen Wissens anpassen. Die Struktur der Richtlinienreihe VDI 6000 wird dahingehend aktualisiert, dass VDI 6000 Blatt 1 alle generischen Aspekte enthält und in den Folgeteilen nur noch diejenigen Aspekte dargestellt werden, die für das jeweilige Thema (z. B. Wohnungen und Hotels) spezifisch sind. Wiederholungen zwischen den Blättern sollen weitestgehend vermieden werden.

FAQ

Antwort:

Grundlegend ist das Konzept der Bewegungsfläche: Es ist die zur Benutzung eines Objekts nötige Fläche. Die Bewegungsfläche darf in keinem Fall verkleinert werden, da dann per Definition die Benutzung des Objekts nicht mehr uneingeschränkt möglich wäre. Die Bewegungsfläche darf im Normalfall nicht mit der Verkehrsfläche überlappen. Der Wohnungsbau ist hier ein Sonderfall. Da dort als Grundannahme von einer Einzelnutzung ausgegangen wird, darf dürfen die Flächen überlappen.
Nach Feurich/Kühl, "Grundlagen der Sanitärtechnik" (ISBN 978-3-88382-087-3), Arbeitsstättenrichtlinie und Meinung des Ausschusses VDI 6000 ist die Mindestbewegungsfläche vor dem WC 600 mm x 800 mm. Das bedeutet, dass in einer WC-Kabine vor dem WC mindestens 600 mm Platz sein muss. Ohne Kabine haben wäre dort die gegenüberliegende Wand. 600 mm Abstand sind also zulässig, aber nicht besonders komfortabel. Daher empfiehlt Feurich/Kühler 750 mm. Das haben wir übernommen und für gegenüberliegende Gegenstände vorgesehen.
Ihre letzte Frage ist rechtlicher Natur; diese können wir nicht beantworten. Grundsätzlich empfehlen wir, in Zweifelsfällen von der Möglichkeit (bzw. Pflicht) des Planers von Hinweisen an den Bauherrn Gebrauch zu machen und mit dem Bauherrn eine Lösung explizit zu vereinbaren und diese Übereinkunft zu dokumentieren.

Antwort:

(Geringe) Abweichungen im Bestand sind aufgrund baulicher Gegebenheiten mitunter nicht vermeidbar, siehe dazu auch Entwurf VDI 6000 Blatt 1, Ausgabe 2018-09, Abschnitt 7. Entscheidend ist letztendlich, ob das fertige Produkt die Schutzziele erfüllt und gebrauchstauglich ist. Sinnvollerweise sollte der Auftraggeber auf Abweichungen (in Textform, damit Sie den Hinweis dokumentieren können) hingewiesen werden.
Das gilt für beide Fragen, wobei die Abweichung in der Tiefe der WC-Keramik unseres Erachtens eher nicht als "gering" zu werten ist. Hier wäre das kleinere Übel abzuwägen: ca. 10 cm Verlust an freiem Raum vor dem WC gegenüber möglichen Einschränkungen in der Nutzung des barrierefreien WC durch mobilitätseingeschränkte Personen. Auch hier empfiehlt es sich, mit dem Auftraggeber einen Konsens über die letztendlich zu wählende Lösung zu suchen und diesen zu dokumentieren.

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