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VDI 6023 - Zurückgezogen Hygienebewußte Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von Trinkwasseranlagen

Auf einen Blick

Englischer Titel
Hygienic aspects of the planning, design and installation, operation and maintenance of drinking water supply systems
Erscheinungsdatum
1999-12
Zurückziehungsdatum
2006-07
Ersatzdokument
Herausgeber
Bauen und Gebäudetechnik
Autor
Technische Gebäudeausrüstung
Zugehörige Handbücher
Seitenanzahl
40
Erhältlich in
Deutsch, Englisch
Kurzreferat

Das Dokument gibt weitere Hinweise zu bestehenden relevanten Normen für die Planung, Errichtung, Inbetriebnahme, Nutzung, Betriebsweise und Instandhaltung von Trinkwasseranlagen auf Grundstücken und in Gebäuden.

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Preis
110,60 EUR inkl. MwSt.
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FAQ

Antwort:

Bei dieser Frage stand leider zunächst eine falsche Antwort. Wir bedauern das, aber man lernt ja bekanntlich nie aus.
Die 30 s sind keine Hygieneanforderung. Sie kommen aus DIN 1988 und DIN EN 806. Tatsächlich darf kaltes Trinkwasser NIE (mit drei Großbuchstaben, also wirklich nie!) über 25 °C sein, auch nicht in den ersten paar Sekunden der Entnahme. Legionellen vermehren sich in warmem Wasser nämlich auch in kleinen Volumina ziemlich schnell. Wenn tatsächlich die ersten paar Meter Leitung in der Wand so warm werden, kommt es mitunter zu Verkeimungen an vielen endständigen Stellen in einer Trinkwasser-Installation.
Tatsächlich kommt es bei längerer Entnahme v. a. im Bestand zu einem Temperaturverlauf, der bei moderaten Temperaturen beginnt, solange das Wasser aus der gedämmten Einzelzuleitung), der dann ansteigt, wenn das Wasser aus der Etagenverteilung und den Steigsträngen und Technikzentralen kommt.
Was bedeutet das nun? Die letzten paar Meter Leitung sind den Raumlasten ausgesetzt, was beispielsweise in einer Backstube oder einem Schwimmbad bedeutet, dass die Wand ziemlich warm werden kann. Planerisch ist dann eine hinreichende Dämmung vorzusehen, die bei bestimmungsgemäßer Entnahme keine Überschreitung der 25 °C mehr erwarten lässt. Daher muss im Raumbuch die Nutzung hinreichend präzise beschrieben sein und UsI und Verbraucher stehen nebeneinander in der Verantwortung (Details je nach Vertragslage), eine dauerhaft dieser Nutzung entsprechende Entnahme sicherzustellen.
Was aber, wenn auch das nicht mehr ausreicht, z. B. im Sommer, wenn wir über Wochen hinweg hohe Temperaturen haben? Dann gilt immer noch, dass das kalte Trinkwasser maximal 25 °C warm werden darf. Das lässt sich dann nur noch über eine erhöhte Entnahme erreichen. Alternativ könnte man analog zur Heißwasser-Zirkulation über eine gekühlte Kaltwasser-Zirkulation nachdenken. Diese bringt jedoch (beispielsweise durch Taupunktunterschreitungen und Kondenswasserbildung) neue Probleme mit sich. Das Thema bleibt also spannend. 

Antwort:

Nur mittelbar. Letztendlich ist der Schutz des Trinkwassers Thema der DIN EN 1717, die in VDI 6023 in Bezug genommen wird. Das Wasser im Kühlschrank muss vom Trinkwassernetz getrennt werden. Gekühltes Wasser ist schon Flüssigkeitskategorie 2 nach DIN EN 1717. Dann ist ein prüfbarer Rückflussverhinderer Typ EA (Der formal auch mögliche EB als Stand-alone-Sicherungseinrichtung ist praktisch nur in Wasserzählern, ansonsten nur in Sicherungskombinationen, z. B. Typ HD üblich.) Sollte jedoch in dem Kühlschrank ein Ultrafilter mit Maschenweite kleiner 80 Mikrometer installiert sein, ist der Filter selbst ein Risiko der Flüssigkeitskategorie 5, da er Keime anreichern wird. Dann wäre in der Tat zur Absicherung ein freier Auslauf nötig. Daher sollte man überlegen, ein solches Filter ggf. auszubauen und dann einen Rückflussverhinderer Typ EA zu installieren.

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