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VDI-EE 3819 Blatt 5 - Projekt Brandschutz auf Parkflächen und Ladebereichen für Elektrofahrzeuge; Empfehlungen für Bestands- und Neubauten

Auf einen Blick

Englischer Titel
Fire protection in parking and charging areas for electric vehicles; Recommendations for existing and new buildings
Mögliches Erscheinungsdatum
2022-11
Herausgeber
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
Autor
VDI-Fachbereich Bautechnik
Zugehörige Handbücher
Kurzreferat

Im Zuge der auf Bundesebene verfolgten Energie- und Verkehrswende sollen erneuerbare Energien die bisherigen konventionellen fossilen Energieträger nachhaltig ersetzen. Aus diesem Grund müssen neue Speicherkonzepte und intelligente Energienetze entwickelt und bedarfsgerecht und praxistauglich auf die unterschiedlichen technischen Infrastrukturen übertragen werden.

Auch in der Fahrzeugindustrie werden Fahrzeuge mit alternativen Antriebsarten entwickelt und zugelassen. Nach erfolgter statistischer Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden beispielsweise im Jahr 2018 insgesamt 36.062 Fahrzeuge mit ausschließlichem Elektroantrieb neu zugelassen, während im Jahr 2020 bereits 194.163 und bis August 2021 insgesamt 203.040 Neuzulassungen für Elektrofahrzeuge erteilt wurden, Tendenz steigend.

Währenddessen bringt das verabschiedete Gesetz zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität (GEIG) zudem auf bundespolitischer Ebene den expliziten Wunsch zum Ausdruck, vermehrt Fahrzeuge mit Elektroantrieben zuzulassen und die dafür erforderliche technische Infrastruktur herzustellen.

Die damit verbundene fortschreitende Entwicklung und Einführung von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten bringt es mit sich, dass derartige Fahrzeuge auch zunehmend auf Parkflächen innerhalb und außerhalb von Gebäuden vorzufinden sein werden. Bisherige Brandereignisse im In- und Ausland führen seitdem in der Fachwelt zu kontroversen Diskussionen über das tatsächliche Gefahrenpotenzial während eines Brandereignisses und der Geeignetheit der den Feuerwehren zur Verfügung stehenden Einrichtungen und Anlagen zur Brandbekämpfung. Auch die mediale Aufbereitung derartiger Brandereignisse führt zu einer differenzierten Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit.

Aus diesem Grund bedarf es eines objektiven und auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen basierenden technischen Regel, in der umfassende Handlungsempfehlungen für Betreibende von Ladestationen für Elektrofahrzeuge innerhalb und außerhalb von Gebäuden gegeben werden. Dabei soll der Blick für die Materie aus einem objektiven Blickwinkel geschärft und bauliche, anlagentechnische und organisatorische Maßnahmen gleichermaßen auf ihre Praktikabilität hin bewertet werden. Dabei fließen die Belange des abwehrenden Brandschutzes in die Bewertung mit ein. Die sich aus der Fahrzeugtechnik bzw. den Speichermedien ergebenden Gefahrenpotenziale sollen in dieser Expertenempfehlung gebündelt und ausgewertet werden, um aus diesen Rückschlüssen belastbare, konkrete und maßvolle Präventions- und/oder Gefahrenabwehrmaßnahmen ableiten zu können. Ziel ist es daher, die Parkflächen innerhalb und außerhalb von Gebäuden und baulichen Anlagen für die stark ansteigende Zahl von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zugänglich und sicher zu gestalten.

Diese VDI-Expertenempfehlung gibt Hinweise zur brandsicheren Gestaltung von Parkhäusern, Tiefgaragen sowie Parkplätzen im Freien für Neubauten. Für Bauwerke im Bestand liefert die VDI-Expertenempfehlung Hinweise zur Anpassung.

Auch soll diese VDI-Expertenempfehlung als Bezugsquelle für Entscheidungen von Genehmigungsbehörden und Brandschutzdienststellen gemäß der landesrechtlichen Vorschriften nutzbar sein, um über die Zulässigkeit von Elektrofahrzeugen auf Parkflächen im Einklang mit den bauordnungsrechtlichen Vorschriften entscheiden zu können.

Diese VDI-Expertenempfehlung richtet sich an Planungsbüros, Parkflächenbetreibende, Immobilien-verwaltende, Feuerwehren, Städte und Gemeinden sowie allgemein Bauherrinnen und Bauherren.

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