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11.07.2018
VDI-Empfehlung zur Berufsbezeichnung „Ingenieur“
 

Wo Ingenieur drinsteckt, muss auch Ingenieur draufstehen

Der VDI empfiehlt das Tragen der Berufsbezeichnung "Ingenieur". (Bild: Photo by Caleb Woods on Unsplash)

Der VDI empfiehlt das Tragen der Berufsbezeichnung "Ingenieur". (Bild: Photo by Caleb Woods on Unsplash)

Bei vielen Absolventen der Ingenieurwissenschaften besteht Unsicherheit bezüglich der Berechtigung zum Tragen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“. Der VDI Verein Deutscher Ingenieure schafft Abhilfe und fasst die wichtigsten Fakten kurz zusammen.

 

Der VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V. empfiehlt Absolventen technisch-ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge, die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ nach außen zu kommunizieren, z. B. in Briefköpfen, auf Visitenkarten und in E-Mail-Signaturen. Der VDI empfiehlt darüber hinaus, die Bestätigung der Berechtigung zum Tragen der Berufsbezeichnung „Ingenieur" durch die Hochschulen auf den Abschlussurkunden aktiv einzufordern.


Grund für diese Empfehlungen sind regelmäßige Anfragen an den VDI Verein Deutscher Ingenieure bezüglich der Berufsbezeichnung „Ingenieur“. Viele Absolventen sind verunsichert, weil die Hochschulen die vorhandenen Möglichkeiten zum Hinweis auf die Berechtigung zum Tragen der Berufsbezeichnung auf den Abschlussurkunden nicht nutzen.


In den Ingenieurgesetzen der einzelnen Bundesländer ist seit den 1970er Jahren explizit geregelt, wer sich Ingenieur nennen darf. Während beim akademischen Grad „Diplom-Ingenieur“ die Beziehung zwischen Hochschulabschluss und Berufsbezeichnung klar erkennbar war, ist infolge des Bologna-Prozesses ein hohes Maß an Verunsicherung bezüglich der Rechtslage entstanden.


Daher hier kurz die zentralen Punkte:

  • Grundlage für die Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ ist in allen Bundesländern der Abschluss eines grundständigen technisch-ingenieurwissenschaftlichen Studienganges an einer anerkannten staatlichen oder privaten Hochschule in Deutschland.
  • Einer darüber hinausgehende Anerkennung, z. B. durch eine Kammer, bedarf es nicht. Diese ist nur bei Abschlüssen, die außerhalb Deutschlands erworben wurden, notwendig.
  • Die Berechtigung zum Tragen der Berufsbezeichnung in einem Bundesland bedeutet, dass sich die Person in allen Bundesländern „Ingenieur“ nennen darf.

 

Da die deutsche Ingenieurausbildung nach wie vor ein sehr hohes Ansehen in der Welt genießt, fordert der VDI Verein Deutscher Ingenieure von den Hochschulen in Deutschland, die bestehenden Möglichkeiten zum Hinweis auf die Berechtigung zum Tragen der Berufsbezeichnung auf den Abschlussurkunden zu nutzen und damit einen Beitrag zu Klarheit und Transparenz zu leisten.

Ihr Ansprechpartner im VDI:

Dr. Thomas Kiefer

Beruf und Gesellschaft
kiefer@vdi.de
+49 211 6214 305