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04.10.2017
Vom "Schrauber" zum "Herr der Datenflut"
 

Berufsbild Betriebsingenieur verändert sich zukünftig

Das Berufsbild des Betriebsingenieurs wird sich in Zukunft ändern (Bild: VDI/Thomas Ernsting)

Das Berufsbild des Betriebsingenieurs wird sich in Zukunft ändern (Bild: VDI/Thomas Ernsting)

Um die Vorteile der Digitalisierung gewinnbringend nutzen zu können, wird der/die BetriebsingenieurIn zukünftig mehr AnalytikerIn als "SchrauberIn" sein. In Unternehmen sind BetriebsingenieurInnen an zentraler Stelle tätig und vor allem verantwortlich für den sicheren Betrieb der Anlagen und die Instandhaltung. Sie vereinen drei wichtige Aufgaben in einer Person: das Assetmanagement, die Planung von Anlagen sowie deren Instandhaltung. Betriebsingenieure sehen sich selber häufig noch als "Red Adair" der Produktion, sind eigentlich unabkömmlich und im Notfall, d.h. Produktionsausfall, immer als erste vor Ort.

 

Der/die BetriebsingenieurIn hat meist wenig Zeit, daher sind die kurzen Wege der unschlagbare Vorteil für die Regionalgruppen. Fortbildung direkt vor der eigenen Betriebs-Haustür – organisiert von seinesgleichen, so etwas findet man nicht häufig.

  

Die Bedeutung der Betriebsingenieure in der chemischen Industrie für den Produktionsstandort Deutschland wurde von den Führungspersönlichkeiten der VDI-Gesellschaft für Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC) schon früh erkannt. 2005 wurde die sogenannte VDI-Informationsplattform für Ingenieure in der Produktion innerhalb der VDI-GVC gegründet. Unter diesem Dach organisierten sich bis 2015 fünf Regionalgruppen vom "Bayerischen Chemiedreieck" über "Rhein-Main-Neckar", "Rhein-Ruhr" und "Mitteldeutschland"  bis zur Gruppe "Westfalen". Im Februar 2015 kam die sechste und bislang letzte Gruppe "Nord" hinzu. Aber auch in anderen Regionen Deutschlands, wo es eine ausreichende Dichte an Produktionsstandorten der Prozessindustrie gibt, soll es zukünftig Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch geben.

 

Im Rahmen der Umstrukturierung der VDI-GVC im Jahr 2013 unter der Federführung der neuen Geschäftsführerin Dr. Ljuba Woppowa wurde der großen Bedeutung der Betriebsingenieure konsequent Rechnung getragen und ein eigenständiger Fachbereich GVC03 "Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen" gegründet. Mit dem neuen VDI-Fachbereich hat die Berufsgruppe der Betriebsingenieurinnen und Betriebsingenieure erstmals und endlich eine fachliche Heimat gefunden.

 

Wichtigster Baustein des VDI-Fachbereichs "Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen" sind auch heute noch die Treffen der Regionalgruppen bzw. der neuen VDI-Arbeitskreise. Damit werden den Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Region an den wichtigen Chemie-Standorten Deutschlands kostenlose Fortbildungsveranstaltungen angeboten.

 

Ergänzt werden diese regionalen Aktivitäten durch die als Expertenforen durchgeführte "Jahrestreffen der Betriebsingenieure". Das nächste findet am 10. November 2017 in Frankfurt statt. Anmeldungen sind noch möglich.

 

Darüber hinaus hat die VDI-GVC in Zusammenarbeit mit dem VDI Wissensforum den ausgefeilten Zertifikatslehrgang "Betriebsingenieur VDI" mit vier Pflichtmodulen, die von erfahrenen Industrievertretern betreut werden und wichtiges Basiswissen aus der Praxis vermitteln, als gezielte Weiterbildungsmaßnahme für Ingenieure in der Produktion konzipiert und Anfang 2016 gestartet. Junge Ingenieurinnen und Ingenieure übernehmen immer früher die Verantwortung für ihre Anlagen und können deren bestmögliche Verfügbarkeit mangels Erfahrung nicht immer garantieren. Viele Kompetenzen des Berufsbildes Betriebsingenieur werden im Studium nicht behandelt.

   

Im Frühjahr 2016 hat sich erstmals ein VDI-Richtlinienausschuss gegründet, in dem die Betriebsingenieure ihre eigene technische Regel schreiben: VDI 2770 "Mindestanforderungen an digitale technische Herstellerinformationen für die Prozessindustrie". Die geplante Richtlinie VDI 2770 Blatt 1 soll zukünftig die Beschaffenheit von Herstellerinformationen hinsichtlich der Eigenschaften Struktur, Umfang, Inhalt und Datenformat vereinheitlichen.

 

"Digitale Instandhaltung", "Augmented Reality", "Remote Condition Monitoring": Mit diesen Schlagworten und den damit verbundenen hohen Erwartungen sieht sich der Betriebsingenieur von heute konfrontiert. Die Ausstattung von bestehenden Anlagen mit einer Vielzahl von Sensoren, die sofort erkennen, wenn es irgend­wo "unrund" läuft, hört sich einfach und plausibel an. In der Realität ist dies jedoch nicht so einfach, denn obwohl auch heute schon mit den vorhandenen Sensoren eine große Menge an Daten erzeugt wird, so ist doch die Interpretation dieser Daten die große Kunst.

 

Lesen Sie den ausführlichen Bericht auf der Internetseite von Chemmanager-online.

 

Ihre Ansprechpartnerin im VDI:

Dr. Ljuba Woppowa

VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik

und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC)

Telefon: +49 211 6214-266

Telefax: +49 211 6214-97266

E-Mail: gvc@vdi.de