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19.12.2017
Neue Richtlinie VDI 4255 Blatt 2
 

Bessere Luft im Stall

Richtlinie VDI 4255 Blatt 2 zeigt, wie ungesunde Emissionen im Stall und in der Abluft minimiert werden  (Bild: V. Kummer)

Richtlinie VDI 4255 Blatt 2 zeigt, wie ungesunde Emissionen im Stall und in der Abluft minimiert werden (Bild: V. Kummer)

In der Landwirtschaft gilt die Nutztierhaltung als der größte Emittent partikulärer Emissionen. Diese Emissionen treten vor allem bei der Stallhaltung von Geflügel und Schweinen auf, weniger bei der von Rindern. Die Luftqualität in den Ställen der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung kann bei den Tieren und bei den dort arbeitenden Menschen zu Atemwegserkrankungen führen. Auch kann es zu Anwohnerbeschwerden im Umfeld von Stallungen kommen. Die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) hat nun ihre Richtlinie VDI 4255 Blatt 2 überarbeitet mit dem Ziel, Emissionen durch geeignete Maßnahmen im Stall und in der Abluft zu mindern.

 

Die Luft in den Nutztierställen enthält eine Vielzahl von Luftverunreinigungen, die sowohl gasförmig (Ammoniak, Methan und Schwefelwasserstoff) als auch partikelförmig (anorganisch: Staub, organisch: Mikroorganismen) sein können. Bei Mikroorganismen (z. B. Pilzen, Bakterien) und deren Bestandteilen wird von Bioaerosolen gesprochen.


VDI 4255 Blatt 2 beschreibt Bioaerosolquellen und mögliche Minderungsmaßnahmen in der Landwirtschaft. Während im Pflanzenbau in der Regel eine flächenbezogene Betrachtung möglicher Emissionen im Vordergrund steht, ist eine quellenbezogene Beurteilung bei der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung durchaus möglich. Die Richtlinie bezieht sich insbesondere auf immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Tierhaltungsanlagen im Sinne der 4. BImSchV. Mögliche Bioaerosolquellen werden beschrieben, Minderungsmaßnahmen dargestellt und soweit wie möglich bewertet.

Während sich die Richtlinie VDI 4255 Blatt 2 ausschließlich mit Bioaerosolen befasst, werden andere Komponenten wie beispielsweise Ammoniak, Gerüche und Staub in der Richtlinie VDI 3894 Blatt 1 „Emissionen und Immissionen aus Tierhaltungsanlagen - Haltungsverfahren und Emissionen - Schweine, Rinder, Geflügel, Pferde“ behandelt.

Herausgeber der Richtlinie VDI 4255 Blatt 2 „Bioaerosole und biologische Agenzien - Emissionsquellen und -minderungsmaßnahmen in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung - Übersicht“ ist die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) - Normenausschuss. Die Richtlinie ist ab Dezember 2017 als Entwurf zum Preis von EUR 84,50 beim Beuth Verlag (Tel.: +49 30 2601-2260) erhältlich. VDI-Mitglieder erhalten 10 Prozent Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. Die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinie durch Stellungnahmen besteht durch Nutzung des elektronischen Einspruchsportals oder durch schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft. Die Einspruchsfrist endet am 28.02.2018. Weitere Informationen unter www.vdi.de/4255. 

Fachlicher Ansprechpartner im VDI: 

Dr.-Ing. Jochen Theloke

VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) - Normenausschuss

Telefon: +49 211 6214-369

Telefax: +49 211 6214-97369 

E-Mail: theloke@vdi.de