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VDI 3959 Blatt 1 Entwurf
 

Bewertung der Stickstoffverfügbarkeit durch Ellenberg-Zeigerwerte der Waldbodenvegetation

VDI 3959 Blatt 1: Vegetation als Indikator für Stickstoffeinträge - Bewertung der Stickstoffverfügbarkeit durch Ellenberg-Zeigerwerte der Waldbodenvegetation

  (Bild: Forstliche Versuchsanstalt Freiburg im Br.)

VDI 3959 Blatt 1: Vegetation als Indikator für Stickstoffeinträge - Bewertung der Stickstoffverfügbarkeit durch Ellenberg-Zeigerwerte der Waldbodenvegetation (Bild: Forstliche Versuchsanstalt Freiburg im Br.)

„Schwedentrunk“ nannte man Jauche, die dem Feind über einen Eimer oder Trichter direkt in den Mund eingeflößt wurde. Keine schöne Vorstellung, und der Vegetation mag es mancherorts, wo übermäßig Stickstoff über die Luft antransportiert wird, ähnlich übel ergehen. Die Stickstoffverfügbarkeit ist einer der wichtigsten Standortfaktoren, der die Funktionen und die Artenzusammensetzung der Vegetation maßgeblich steuert.

 

Ein anhaltendes Stickstoffüberangebot führt zum umfassenden Umbau der Lebensgemeinschaften zu Lasten der an Stickstoffmangel angepassten Tier- und Pflanzenarten hin zu konkurrenzkräftigen, nitrophilen Arten. Diese Eutrophierung ist eine Hauptgefährdung der biologischen Vielfalt in Industrieländern.

 

Der aktuell veröffentlichte Entwurf der VDI 3959 Blatt 1 beschreibt wie der Eutrophierungsstatus der Bodenvegetation von Wäldern anhand der Zusammensetzung der Pflanzendecke erfasst werden kann. Durch eine Reihe von Feldstudien ist belegt, dass die natürliche Vegetation auf Stickstoffdeposition mit Veränderungen im Zeigerwertspektrum reagiert. Während Einträge, Verfügbarkeit und Austräge von Stickstoff mit hohem Aufwand nur in punktuellen Fallstudien bestimmbar sind, bietet sich die Zusammensetzung der Pflanzendecke als Ausdruck der Stickstoffeutrophierung an.

 
Die erfolgreiche Indikation der Stickstoffverfügbarkeit in Wäldern mittels Ellenberg-Zeigerwerten setzt die Einhaltung methodischer Standards voraus, die Gegenstand dieser Richtlinie sind. Auf der Ebene der Vegetationsaufnahme betreffen sie Auswahl, Lokalisierung, Flächenform und -größe und die Art der Taxaerfassung.


Die Methode eignet sich zum Nachweis von räumlichen Gradienten und zeitlichen Änderungen im Stickstoffangebot, z. B. im Rahmen von Umweltbeobachtungsprogrammen wie Bundeswaldinventur, Bodenzustandserhebung oder der ökologischen Flächenstichprobe.

 

Herausgeber der Richtlinie VDI 3959 Blatt 1 Entwurf „Vegetation als Indikator für Stickstoffeinträge - Bewertung der Stickstoffverfügbarkeit durch Ellenberg-Zeigerwerte der Waldbodenvegetation“ ist die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) - Normenausschuss. Die Richtlinie ist im März 2018 als Entwurf erschienen und kann ab sofort zum Preis von EUR 54,80 beim Beuth Verlag in Berlin (Tel. +49 30 2601 - 2260) bestellt werden. VDI-Mitglieder erhalten 10 % Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. Weitere Informationen und Onlinebestellung unter www.vdi.de/richtlinien oder www.beuth.de. Die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinie durch Stellungnahmen besteht durch Nutzung des elektronischen Einspruchsportals oder durch schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft. Die Einspruchsfrist endet am 30.06.2018. Die Ausgabe von Dezember 2008 bleibt zunächst gültig.
VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.

 

Ihre Ansprechpartnerin im VDI:
Dipl.-Umweltwiss. Ruth Heesen
Telefon: +49 211 6214-360
Telefax: +49 211 6214-97360
E-Mail: heesen@vdi.de