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12.04.2018
VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences
 

Drei bionische Richtlinien überprüft und bestätigt

Bionisches Vorbild: Frauenmantel mit abperlenden Wassertropfen (Bild: Heike Beismann)

Bionisches Vorbild: Frauenmantel mit abperlenden Wassertropfen (Bild: Heike Beismann)

Im März 2018 wurden die Weißdrucke der bionischen Richtlinien VDI 6221 Blatt 1 "Bionik - Bionische Oberflächen", VDI 6222 Blatt 1 "Bionik - Bionische Roboter" und VDI 6223 Blatt 1 "Bionik - Bionische Materialien, Strukturen und Bauteile" überprüft und bestätigt. Herausgeber der Richtlinien ist der VDI-Fachbereich Bionik der VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS).

 

VDI 6221 Blatt 1 - Bionik - Bionische Oberflächen

Der Weißdruck (endgültige Fassung) der Richtlinie VDI 6223 Blatt 1, die im Juni 2013 im Beuth-Verlag erschienen ist, wurde im März 2018 überprüft und bestätigt.

 

Zum Inhalt:

Diese Richtlinie dient Produkt- oder Technologieentwicklern, die ihre Möglichkeiten durch Anwendung von biologischen Prinzipien auf die Entwicklung von Oberflächen erweitern möchten. Im technischen Bereich sind Grenzschichtfunktionalisierungen essenzieller Bestandteil einer sehr breiten Produkt- und Anwendungspalette. Aus dem Bereich der Bionik sind hier der Riblet-Effekt (Reibungsminimierung nach dem Vorbild der Haihaut) und der Lotus Effect® (Selbstreinigung nach dem Vorbild der Lotuspflanze) am bekanntesten. Dabei offerieren strömungsbeeinflussende Effekte für Transport- und Fortbewegungssysteme energetisches Sparpotenzial.

 

VDI 6222 Blatt 1 - Bionik - Bionische Roboter

Der Weißdruck (endgültige Fassung) der Richtlinie VDI 6222 Blatt 1, die im November 2013 im Beuth-Verlag erschienen ist, wurde im März 2018 überprüft und bestätigt.

 

Zum Inhalt:

Die Bionik kann helfen, eine Vielzahl von Komponenten eines Roboters zu optimieren. Hypothese: Auch wenn nur die schwächsten Glieder der Kette aus Sensorik, Software, Elektronik und Aktorik mithilfe der Bionik besser funktionieren, wird das Gesamtsystem an Qualität gewinnen. Diese Richtline gibt Naturwissenschaftlern und Ingenieuren bei der Entwicklung von Robotern eine Anleitung für eine bionische Herangehensweise als einen zusätzlichen Lösungsansatz an die Hand. Diese Richtlinie stellt insbesondere die Stärken sowie einige Einschränkungen der bionischen Robotik dar.

 

VDI 6223 Blatt 1 - Bionik - Bionische Materialien, Strukturen und Bauteile

Der Weißdruck (endgültige Fassung) der Richtlinie VDI 6223 Blatt 1, die im Juni 2013 im Beuth-Verlag erschienen ist, wurde im März 2018 überprüft und bestätigt.

 

Zum Inhalt:

Bionik ist hochgradig interdisziplinär, was sich in der Zusammenarbeit von Fachleuten aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen, beispielsweise Biologen, Chemikern, Physikern und Ingenieuren, zeigt. Insbesondere bei der Entwicklung und Optimierung von Materialien, Strukturen und Bauteilen stoßen klassische Forschungs- und Entwicklungsmethoden und Innovationsansätze häufig an ihre Grenzen. Die Identifikation geeigneter biologischer Prinzipien und ihre Übertragung auf technische Anwendungen können daher einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von funktionalen, adaptiven, ressourceneffizienten, öko- und humantoxikologisch unbedenklichen Materialien, Strukturen und Bauteilen leisten. Es werden wichtige Begriffe der Bionik mit Fokus auf Material-, Struktur- und Bauteilentwicklungen definiert. Die Erfolgsprinzipien biologischer Vorbilder und insbesondere die Leistungsfähigkeit biologischer Materialien und Strukturen sowie die Methodik werden anhand der Schritte Analyse des biologischen Vorbilds, Analogie und Abstraktion dargestellt. Der Übertragungsprozess von der Biologie in die Technik wird beispielhaft an bionischen Fertigungstechniken, Materialien und Bauteilen beschrieben. Weiterhin werden Hinweise zur industriellen Relevanz bionischer Materialien, Strukturen und Bauteile gegeben. Die Inhalte der Richtlinie richten sich an Material- und Bauteilentwickler in sämtlichen Branchen. Sie weist auch viele Querverbindungen zu andern Teilbereichen der Bionik auf, da Materialien, Strukturen und Bauteile als Basisinnovationen häufig Grundlage für vielfältige weitere Neuerungen sind.

  

Herausgeber der Richtlinien ist die VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS). Die Weißdrucke  der Richtlinien sind im März 2018 nach Überprüfung und Bestätigung neu erschienen und ersetzen die  jeweiligen Weißdrucke aus dem Jahr 2013. Die Richtlinien können beim Beuth Verlag in Berlin unter +49 30 2601-2260 bestellt werden. VDI-Mitglieder erhalten 10 % Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. Onlinebestellungen sind unter www.beuth.de möglich.

 

Die VDI-Gesellschaft Technolgies of Life Sciences gibt das VDI-Richtlinienhandbuch "Bionik" heraus. Es ist als Sammlung erstellt und wird bei Neuerscheinung von Richtlinien, die das Thema Bionik betreffen, ergänzt.

  

Ihre Ansprechpartnerin im VDI:
Dr. rer.nat. Ljuba Woppowa
VDI-Fachbereich Bionik
Telefon: +49 211 6214-266
Telefax: +49 211 6214-97314
E-Mail: bionik@vdi.de