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03.05.2018
Richtlinienausschuss VDI 4340 Blatt 1
 

Erster Standard zur bestandsschonenden Erfassung von Wildbienen

Das Gremium zur Erarbeitung der Richtlinie VDI 4340 Blatt 1 „Standardisierte Erfassung von Wildbienen“, das erste von insgesamt vier Richtlinien, die im Rahmen des Verbundprojekts BienABest erstellt werden, hat sich konstituiert (Bild: VDI / Woppowa)

Das Gremium zur Erarbeitung der Richtlinie VDI 4340 Blatt 1 „Standardisierte Erfassung von Wildbienen“, das erste von insgesamt vier Richtlinien, die im Rahmen des Verbundprojekts BienABest erstellt werden, hat sich konstituiert (Bild: VDI / Woppowa)

Nach dem erfolgreichen Aufruf zur Mitarbeit hat sich das Gremium konstituiert, die Vorsitzenden wurden gewählt und die ersten Diskussionen zur Erarbeitung eines Standards zur bestandsschonenden Erfassung von Wildbienen werden geführt. Bereits in der zweiten Sitzung des Richtlinienausschusses haben die Experten und Expertinnen das Thema Flächenauswahl und die methodische Vorgehensweisen bei der Flächenbegehung intensiv diskutiert.

 

Die Richtlinie VDI 4340 Blatt 1 „Standardisierte Erfassung von Wildbienen“ ist die erste von insgesamt vier Richtlinien, die im Rahmen des Verbundprojekts "Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft" (BienABest) erstellt werden. Dem Aufruf zur Mitarbeit an der Richtlinienarbeit wurde ein unerwartet großes Interesse entgegen gebracht, so dass schnell alle interessierten Kreise beteiligt werden konnten und sich nun knapp 30 Fachleute aktiv engagieren.

   
Den Vorsitz hat Professor Thomas Eltz von der Ruhr Universität in Bochum übernommen. Für den stellvertretenden Vorsitz konnte Dr. Sabrina Krausch von  der Universität Ulm gewonnen werden. Wir danken Prof. Eltz und Frau Dr. Krausch, dass sie die Wahl angenommen haben und wünschen ihnen viel Erfolg bei ihren neuen Aufgaben.

 
In den ersten beiden Sitzungen wurden grundlegende Diskussionen zur Anwendung und Bedeutung einer bestandsschonenden Erfassung geführt und ein gemeinsames Verständnis der VDI-Richtlinienarbeit geschaffen. Kleine Arbeitsgruppen beschäftigen sich im Zeitraum der Vegetationsperiode mit der Erstellung der ersten Texte. Da der größte Teil der Expertinnen und Expertin zwischen April und September an jedem möglichen Tag im Freiland arbeitet, findet die nächste gemeinsame Sitzung im Herbst statt. Dann sollen bereits die ersten Textbausteine vorliegen.


Ergebnisse, die im Feldprojekt von BienABest (FachNews „BienABest – In Vorbereitung auf die Wildbienensaison“ vom 21.03.2018) gewonnen werden, können in die Richtlinienarbeit einfließen. Die Daten, die über die lokalen Populationen der Wildbienen in mehreren über das Jahr verteilten Begehungen der Untersuchungsgebiete erhoben werden, liefern wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung eines Standards für eine bestandsschonende Erfassung von Wildbienen.


Dieser ersten VDI Richtlinie in der Serie VDI 4340 folgen drei weitere Richtlinien, in denen

  • ein Lebendbestimmungsschlüssel für den Einsatz im Feld
  • standardisierte Verfahren für das Anlegen von Wildbienenhabitaten und nicht zuletzt
  • Schulungsunterlagen zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses

beschrieben werden

  

Kurzportraits der Vorsitzenden:

Dr. Thomas Eltz beschäftigt sich in seiner Forschung seit Jahrzehnten mit tropischen und heimischen Bienen. Auf den Richtlinienausschuss VDI 4340 Blatt 1 wurde er von Prof. Dr. Manfred Ayasse hingewiesen. 
1997 schloss Thomas Eltz sein Studium der Biologie mit einer Diplomarbeit über die Duftstoffbiologie neotropischer Prachtbienen am Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) in Panama ab. Es folgte die Doktorarbeit zur Ökologie stachelloser Bienen in den Tiefland Dipterocarp Wäldern in Malaysia und über die Auswirkungen von Abholzung auf die Populationen und Gemeinschaften der Bienen (1997-2001). Während seiner Arbeit als wissenschaftlicher Assistent im Institut für Sinnesökologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wurde er habilitiert. Seit Mai 2010 arbeitet Thomas Eltz als akademischer Rat am Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere der Ruhr-Universität Bochum.
Thomas Eltz findet , dass das Verbundprojekt BienABest und die begleitende Richtlinienarbeit ideal sind, um junge Biologen an relevante Probleme heranzuführen und zu Bienenexperten zu schulen.

  
Dr. Sabrina Krausch ist an der Universität Ulm beschäftigt und Projektkoordinatorin im Verbundprojekt BienABest. Sie ist unter anderem verantwortlich für die Auswahl der Untersuchungsflächen, für das Wildbienen-Monitoring in Baden-Württemberg und Hessen. Zudem ist sie maßgeblich in alle Arbeitspakete des Projekts eingebunden.
Sabrina Krausch hat bereits während ihres Studiums der Biologie in diversen Naturschutzprojekten mitgearbeitet, in denen es darum ging, Biotopverbünde und Restitution durch extensive Landbewirtschaftung – mit besonderem Fokus auf die Restitution von Sandlebensräumen für Wildbienen – zu schaffen. 
2005 schloss sie ihre Diplomarbeit an der Technischen Universität Darmstadt mit einer Arbeit über Blütenressourcen und blütenbesuchende apoide Hymenopteren in restituierten Sandökosystemen ab. Ihre Dissertation an der Universität Osnabrück zur Analyse blütenbesuchender Wildbienengemeinschaften (Hymenoptera: Apoidea) in gefährdeten Sand-Ökosystemen Süddeutschlands erhielt die Auszeichnung magna cum laude. 
Sabrina Krausch ist der Ansicht, dass das Verbundprojekt BienABest vor dem Hintergrund des zunehmenden Bestäuberrückgangs essenziell für den Schutz, den Erhalt und die Förderung von Wildbienen ist. Mit den vier Eckpfeilern und den parallel zu entwickelnden VDI-Richtlinien ist BienABest in seiner Struktur einzigartig und entspricht den Zielen des angewandten Naturschutzes.

   

Das Verbundprojekt BienABest wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG finanziell unterstützt. 
   
Ihre Ansprechpartnerin im VDI:
Dr. Ljuba Woppowa
VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)
Telefon: +49 211 6214-314
Telefax: +49 211 6214-97314
E-Mail: tls@vdi.de