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13.11.2014
4. Treffen ISO TC 266 Biomimetics
 

ISO/TC 266 Biomimetics verabschiedet zwei Normen zur Bionik

4. Treffen ISO TC 266 Biomimetics in Kombination mit vier Arbeitsgruppen vom 20. bis 22. Oktober 2014 in Liège/BELGE (Bild: VDI)

4. Treffen ISO TC 266 Biomimetics in Kombination mit vier Arbeitsgruppen vom 20. bis 22. Oktober 2014 in Liège/BELGE (Bild: VDI)

Vom 20. bis 22. Oktober 2014 fand an der Universität Liège das 4. Treffen des ISO/TC 266 Biomimetics in Kombination mit vier Arbeitsgruppentreffen (WG) statt. Die Mitglieder des ISO/TC aus inzwischen 11 Ländern wurden vom Gastgeber Stephan Hoonart, Geschäftsführer Morpho-Biomimicry, willkommen geheißen. In den Sitzungen der WGs konnte durch die gute internationale Kooperation ein großer Fortschritt in der Erarbeitung der geplanten Standards erzielt werden.

 

Erstmals nahmen Experten aus Kanada und der Schweiz an den Sitzungen teil und lieferten wertvolle Beiträge. Die WG 1 "Terminology and Methodology" und die WG 3 "Biomimetic Optimization" diskutierten intensiv die im Rahmen des öffentlichen Einspruchsverfahrens eingegangenen internationalen Einsprüche zu ihren Dokumente ISO/DIS 18458 und ISO/DIS 18459 (DIS = Draft ISO Standard). Nach intensiven und auch teils kontroversen Diskussionen verabschiedeten beide Arbeitsgruppe die Dokumente zur Veröffentlichung als ISO Normen.

 

Mit der Veröffentlichung der ersten Internationalen Normen zur Bionik im Frühjahr 2015 werden wichtige Meilensteine zur Qualitätssicherung in der Bionik, zur verbesserten Sichtbarkeit und Verbreitung dieser innovativen Verfahren und somit auch das Förderziel erreicht.

      

Die Teilnehmer der WG 2 diskutierten die im Rahmen der CD-Umfrage eingegangenen Einsprüche zum ISO/CD 18457 (CD = Commitee Draft)und erzielten einen großen Fortschritt. Nach geplanter Kürzung der informativen Anhänge kann das Dokument ISO/CD 18457 voraussichtlich im Frühjahr 2015 zum Entwurf verabschiedet werden.

   

Das vorläufige Projekt der WG 4 zur Erarbeitung von Designprinzipien für bionische Thesauri erfuhr einen regen Zuspruch, allerdings müssen hier noch weitere Rahmenbedingungen und genauen Inhalte eines Standards geklärt werden, bevor mit der gezielten Standardisierung begonnen werden kann. Die Experten der neuen Mitgliedländer Kanada Schweiz schlugen die Aufnahme eines neuen Projekts zum Thema Bionik und Nachhaltigkeit vor. Derzeit werden entsprechende Vorarbeiten aufgenommen, sollte der Projektantrag bei mindestens fünf Mitgliedsländern auf Zustimmung stoßen, sollen die Normungsarbeiten innerhalb der bereits erfolgreich etablierten WG 1 unter dem Vorsitz von Frau Prof. Beismann und einem noch zu benennenden Projektleiter durchgeführt werden.

  

Arbeitsgruppen des ISO/TC 266:

  • WG 1 "Terminology and methodology", Vorsitz: Frau Prof. Heike Beismann (Deutschland)
  • WG 2 "Structures and materials", Vorsitz: Mr. Stephan Hoornaert (Belgien) und Projektleiterin Dr. Naoe Hosoda (Japan).
  • WG 3 "Biomimetic optimization", Vorsitz: Dr. Iwiza Tesari (Deutschland)
  • WG 4 "Knowledge infrastructure for biomimetics", Vorsitz: Mr. Riichiro Mizoguchi (Japan)

  

Der VDI war von 2010 bis 2013 im Rahmen des vom BMWi geförderten ISOBIONIK-Projekts gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Normung (DIN) damit befasst, das ISO/TC 266 aufzubauen und die internationale Standardisierung in der Bionik voranzutreiben. Ziel ist es weiterhin, die national erarbeiteten Anforderungen an bionische Produkte und die nachhaltigen und ressourcenschonenden Umweltaspekte international fortzuschreiben sowie das bionische Verständnis weltweit zu fördern.

   

An der Mitarbeit im ISO/TC 266 und den Arbeitsgruppen interessierte Personen können ihre nationalen Standardisierungsorganisationen kontaktieren. In Deutschland ist das DIN zuständig. Ansprechpartner: Dr. Michael Schmitt (Michael.Schmitt@din.de).

   

Das ISOBIONIK-Projekt (gefördert durch das BMWi):
Durch Gründung des ISO TC 266 "Biomimetics" und das Einbringen der nationalen Vorarbeiten in Form von VDI-Richtlinien baut Deutschland seine Vorreiterrolle im Bereich Bionik weiter aus. Das Ziel der internationalen Regelsetzung der nächsten Jahre im Bereich Bionik ist es somit, die im Rahmen der Förderprojekte erarbeiteten Anforderungen an bionische Produkte und die nachhaltigen und ressourcenschonenden Umweltaspekte international fortzuschreiben sowie das bionischen Verständnis weltweit zu fördern.

   

Ihre Ansprechpartner im VDI:
Dr. Ljuba Woppowa
Fachbereich Bionik 
Telefon: +49 211 6214-266
Telefax: +49 211 621497266

E-Mail: bionik@vdi.de