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42. BImSchV vom Kabinett verabschiedet
 

Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider – 42. BImSchV verabschiedet

42. BImSchV vom Kabinett verabschiededt (Bild: Dr. Martin, Strathmann)

42. BImSchV vom Kabinett verabschiededt (Bild: Dr. Martin, Strathmann)

Der Schutz vor Legionellen-Ausbrüchen, wie zuletzt in Bremen und Warstein, soll verbessert werden. Das Kabinett stimmte am 22.3.2017 der 42. BImSchV zu, die eine bessere Kontrolle von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern vorsieht. Mit der Verordnung, die sich in weiten Teilen auf die Richtlinie VDI 2047 stützt, macht der Gesetzgeber Vorgaben für einen hygienisch einwandfreien Betrieb solcher Anlagen. So sollen Gesundheitsrisiken durch Legionellen vermieden werden.

 

Umweltministerin Hendricks sagt dazu: „Bei Legionellenausbrüchen kommt es auf jede Stunde an. Je länger die Quelle gesucht werden muss, desto eher kann es zu Todesfällen kommen. Daher müssen sich jetzt alle Anlagen mit Legionellenrisiko registrieren lassen. Das kann Menschenleben retten."

Der VDI arbeitet bereits an einer VDI-Richtlinie zum Ausbruchsmanagement. Die gesundheitlichen Wirkungen von Legionellen werden in der Richtlinie VDI 4250 Blatt 2 beschrieben.

 

Im Fall eines massenhaften Ausbruchs hat vor allem die Eindämmung der Epidemie Vorrang vor der Ursachensuche und vor Haftungsfragen. Daher müssen in einem solchen Fall alle als Quelle in Frage kommenden Anlagen möglichst schnell desinfiziert werden. Eine Probenahme zur Beweissicherung ist danach sinnlos. Sowohl die Aufforderung an die Betreiber solcher Anlagen, sofort Biozide einzusetzen oder die Anlagen stillzulegen, als auch die sofortige Probenahme zur Beweissicherung sind aber nur möglich, wenn die Standorte aller Anlagen bekannt sind. Die neue Verordnung sieht daher eine Anzeigepflicht vor, die sowohl für neue als auch für bestehende Anlagen gilt. Schätzungen zufolge existieren in Deutschland ca. 60000 Verdunstungskühlanlagen aller möglichen Größen.

 

Verdunstungskühlanlagen werden in verschiedenen Branchen zur Kühlung zum eingesetzt, zum Beispiel in Kraftwerken, Lebensmittelbetrieben und Krankenhäusern, aber auch in Rechenzentren und vielen anderen mehr, denn Verdunstungskühlung mit Wasser ist preiswert und umweltfreundlich. Die Anlagen können jedoch legionellenhaltige Wassertröpfchen in die Umgebungsluft emittieren.

 

Die Verordnung sieht keine automatische Stilllegung der Anlagen vor. Die Behörden können aber im Einzelfall eine mindestens vorübergehende Betriebseinstellung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz anordnen. Die Verordnung bedarf der Zustimmung des Bundesrats und soll noch dieses Jahr in Kraft treten.

 

Ihr Ansprechpartner im VDI:
Dipl.-Phys. Thomas Wollstein VDI

VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Telefon: +49 211 6214-500
Telefax: +49 211 6214-177
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