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VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung

15.03.2017
VDI sieht Baumusterprüfung und Zertifizierungen kritisch
 

Inspektionen gewährleisten Hygiene an RLT-Anlagen

Aufkleber für RLT-Anlagen nach VDI 6022 Blatt 1 (Bild: VDI)

Aufkleber für RLT-Anlagen nach VDI 6022 Blatt 1 (Bild: VDI)

Verschmutzte oder defekte Raumlufttechnische (RLT) Anlagen können die Raumluft negativ beeinflussen und gesundheitsschädlich sein. Die Hygiene in RLT-Anlagen können Betreiber durch Inspektionen und Kontrollen auf Basis der Richtlinie VDI 6022 Blatt 1 sowie 1.2 und 1.3 sicherstellen. Dabei sieht der VDI die Zertifizierungen von Geräten und Produkten kritisch.

 

Die VDI 6022 besteht seit nahezu zwanzig Jahren und wurde permanent weiterentwickelt. Sie formuliert Hygieneanforderungen an die Planung, Errichtung und den Betrieb von RLT-Anlagen, -Geräten und deren Komponenten. Für die Erstinspektion gibt es eine Hygiene-Ampel, die wie folgt den Zustand der Anlage beschreibt:


•    grün: Eine errichtete RLT-Anlage entspricht vollständig der VDI 6022 Blatt 1
•    gelb: Eine RLT-Anlage kann trotz Abweichungen von der VDI 6022 Blatt 1 hygienisch sicher betrieben werden, ggf. durch kompensatorische Ersatzmaßnahmen im Betrieb
•    rot: Die RLT-Anlage stellt eine gesundheitliche Gefährdung für die Nutzer der versorgten Räume dar.

Bei Folgeinspektionen wird die Anlage umfassend nach einer Checkliste mit definierten Fristen inspiziert. Sie soll, je nach verwendeten Komponenten, alle zwei bzw. drei Jahre erfolgen. Einfache Kontrollen im Laufe eines Jahres helfen, die Hygiene jederzeit sicherzustellen.


Der Betreiber wird seiner Verantwortung nur gerecht, wenn er die in Betrieb befindlichen Anlagen individuell betrachtet. Die VDI-Arbeitsgruppe Hygiene im Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung sieht Baumusterprüfungen kritisch. Diese Prüfung von Anlagenteilen, Komponenten und Produkten ersetzt nicht die Inspektion der realisierten Anlage. Denn sie können die notwendige hygienegerechte Installation und den hygienegerechten Betrieb nicht gewährleisten. Auch Zertifizierungsprogramme, wie das von Eurovent aus 2016, sieht der VDI kritisch, da sie nur unzureichend die in Deutschland oft geforderte Konformität mit der VDI 6022 berücksichtigen.


In Deutschland, der Schweiz und Österreich sind über 20.000 Personen nach VDI 6022 erfolgreich geschult worden. Die Richtlinie liegt auf Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch vor. Der Schweizerische Verein von Gebäudetechnik-Ingenieuren (SWKI) hat sie zudem wortgleich für die Schweiz übernommen. Das REHVA-Guidebook No. 9 entspricht weitgehend der englischen Sprachfassung der VDI 6022.

Ihr Ansprechpartner im VDI:
Dipl.-Ing. (FH) Thomas Terhorst
Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Telefon: +49 211 6214-466
Telefax: +49 211 6214-97466
E-Mail: tga@vdi.de

 

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